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EVZ: Ich erschrak, als Zetterberg mit mir in Zug auf dem Eis stand

Der EVZ-Verteidiger Raphael Diaz erinnert sich an frühere Saisons im EVZ-Dress.
Aufgezeichnet von: Raphael Biermayr
Der EVZ-Verteidiger Raphael Diaz. (Bild: Stefan Kaiser)

Der EVZ-Verteidiger Raphael Diaz. (Bild: Stefan Kaiser)

«Die prägendste Saison im Zuger Dress bislang ist für mich die erste von Doug Shedden, 2008/09. Wir waren schlecht gestartet und konnten uns erst im letzten Moment für die Playoffs qualifizieren. Ich glaube, wir mussten zwölf der letzten fünfzehn Spiele gewinnen, was wir schliesslich schafften. Danach schalteten wir als Achter den Qualifikationssieger Bern aus, nachdem wir dort fünf Jahre lang kein Spiel gewonnen hatten. Der Zusammenhalt im Team damals war einmalig. Vor allem in den Situationen, in denen es ganz bitter aussah, war er spürbar. Kein einziger Spieler scherte aus. Es war darüber hinaus die erste Saison von Damien Brunner und Corsin Camichel, der gegen Bern viele Tore schoss. Ja, das war eine wirklich geile Saison mit dem Team. Und ich selbst fühlte mich langsam als gestandener NLA-Verteidiger. Es brauchte Geduld, bis es so weit war. Mit 17 hatte ich gleich eine gute erste Saison. Sean Simpson hatte mich in die erste Mannschaft genommen, obwohl ich erst eine volle Saison als Verteidiger gespielt hatte – mit 16 Jahren war ich auch noch Flügel. Während der Jahre lernte ich von vielen Spielern, wie man sich auf dem Eis verhält, ich denke da beispielsweise an Gaetan Voisard, Livio Fazio, Patrick Fischer oder die Ausländer.

In meinen ersten Jahren im NLA-Kader verliefen die Playoff-Serien oft verrückt. 2005/06 flogen wir gegen Rapperswil raus, das erstmals überhaupt in den Halbfinal einzog. Ein Jahr später drehten wir die Serie gegen den gleichen Gegner nach einem 0:3-Rückstand. Es war ein cooles Feeling, das als Team zu schaffen. Ein Jahr darauf erlebten wir das Gegenteil, als wir gegen Davos 3:0 nach Siegen führten und 3:4 unterlagen. Noch niedergeschlagener war ich allerdings, nachdem wir in den Playoffs 2009/10 im Halbfinal an Genf gescheitert waren. Das fünfte Spiel in Genf hätten wir gewinnen müssen, stattdessen verloren wir und unterlagen im sechsten Match am Ostermontag-Nachmittag mit 2:7. Auf einen Schlag war Feierabend: Saisonende und letztes Spiel im Hertista­dion – es war ein Stich ins Herz.

Das Hertistadion war ein Teil meines Lebens. Schon als Kind war es eindrücklich gewesen mit den beiden riesigen Stehrampen. Die Stimmung war meistens unglaublich, das Stadion manchmal übervoll mit Zuschauern. Für uns waren die Stufen auf den Tribünen oft mit schweisstreibenden Erinnerungen verbunden, denn wir mussten oft Sprünge darauf machen oder sie hinaufrennen. Aus Spielersicht muss ich sagen, dass die Bossard-Arena viel angenehmer ist als das Hertista­dion. Die Infrastruktur ist top und erfüllt internationale Ansprüche, wie ich auch nach meiner Zeit in der NHL weiss. Apropos NHL: Ich erinnere mich noch gut, als ich die Offerte von den Montréal Canadiens unterbreitet erhielt. Ein paar Tage nach der WM in der Slowakei sass ich zu Hause in Zug, als sich mein Agent mit dieser Neuigkeit meldete. Ich war unheimlich aufgeregt und ging daraufhin ins Büro von Sportchef Lengwiler, um ihm davon zu erzählen. Ich hatte dabei keine Sekunde lang den Gedanken, dass ich Zug verlasse, sondern ich freute mich einfach auf das Neue. Der EVZ ist schliesslich seit jeher in meinem Herzen, und mir war deshalb klar, dass ich immer wieder nach Hause kommen kann.

Die kurzzeitige Rückkehr nach Zug während des Lockouts 2012/13 war ganz speziell. Ich fühlte mich in der Garderobe, wie wenn ich nach den Ferien nach Hause kommen würde. Ich denke aber, dass ich für die Leute als NHL-Spieler einen anderen Stellenwert hatte. Die Leute hatten Freude, dass es ein Zuger nach Nordamerika geschafft hatte. Am Anfang erschrak ich schon ein bisschen, als Henrik Zetterberg mit mir in Zug auf dem Eis stand – einer der besten Center der Welt, und ich war mittendrin! Henrik ist ein wahnsinnig fokussierter Typ, der auf und neben dem Eis alles im Griff hat. Er löste mit seiner Präsenz eine Rieseneuphorie aus in Zug. Ich hoffe, uns gelingt es mit der aktuellen Mannschaft, das auch mal zu schaffen. Denn so eine Stimmung im Kanton wie damals macht den EVZ grösser.»

Aufgezeichnet von: Raphael Biermayr

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