EVZ im Schnellzug in den Final

Der EV Zug lässt im fünften Halbfinalspiel gegen Lausanne nichts mehr anbrennen. Mit einem souveränen 5:2-Sieg ziehen die Zentralschweizer in den Playoff-Final ein.

Marcel Kuchta
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Zuger Jubel nach dem Tor zum 2:0 von Sven Leuenberger (Mitte) gegen Lausanne-Goalie Sandro Zurkirchen- (Bild: Alexandra Wey / Keystone, Zug, 4.April 2019)

Zuger Jubel nach dem Tor zum 2:0 von Sven Leuenberger (Mitte) gegen Lausanne-Goalie Sandro Zurkirchen- (Bild: Alexandra Wey / Keystone, Zug, 4.April 2019)

Gerade mal 24 Sekunden waren in der Zuger Bossard-Arena gespielt, als bereits klar wurde, wie sich dieser Abend entwickeln würde. EVZ-Schwede Dennis Everberg, der nach fast dreiwöchiger Verletzungspause erstmals wieder auflief, zog alleine auf das gegnerische Tor zu und konnte von Lausanne-Verteidiger Jonas Junland nur regelwidrig gebremst werden. Zugs Topskorer Lino Martschini vergab zwar den folgenden Penalty. Aber diese Aktion war sinnbildlich für das folgende, ungleiche Duell dieser beiden Mannschaften.

Auf der einen Seite die Zuger, die ihren Gegner mit ihrem Tempo permanent überforderten. Auf der anderen Seite die Lausanner, die bisweilen kaum wussten, wie ihnen geschah und dabei verhängnisvolle Fehler begingen. Und die hatten Konsequenzen. Es lief die 9. Minute, als Ronalds Kenins’ übler Puckverlust auf dem Stock von Dario Simion landete, der bediente Sven Senteler, welcher zum 1:0 traf. Drei Minuten später unterlief Cory Emmerton der nächste, unverzeihliche Puckverlust in der eigenen Zone, welcher im zweiten Zuger Treffer durch Sven Leuenberger endete.

Sentelers feiner Trick zwischen den Beinen

Der Slapstick-Auftritt der Waadtländer erreichte zu Beginn des zweiten Drittels seinen Höhepunkt. Erst verlor Tyler Moy in der Vorwärtsbewegung den Puck, dann fuhren sich Kenins und Lukas Frick gegenseitig über den Haufen, was zu einer 3-gegen-0-Situation für die Zuger führte, welche Reto Suri mit etwas Glück zum 3:0 veredelte. Als Sven Senteler vier Minuten später nach einem fantastischen Zwischen-den-Beinen-Trick das 4:0 gelang, da war der Abend gelaufen. Die begeisterten Zuschauer erhoben sich schon vor der Spielhälfte für Standing Ovations von ihren Sitzen. Es war in der Tat eine beeindruckende Vorstellung der Zuger, welche im Schnellzug Richtung Final unterwegs waren.

Sie liessen sich auch nicht aus der Bahn werfen, als den verzweifelten Lausannern nach exakt 149 Minuten und 32 Sekunden in dieser Serie mal wieder ein Treffer gelang. Ronalds Kenins’ 1:4 und Joel Genazzis 2:4, kurz vor Spielende, waren letztlich nur kleine Störfeuer auf dem Weg zur insgesamt fünften Finalteilnahme der Zentralschweizer nach 1995, 1997, 1998 und 2017.

Der EV Zug verdiente sich das Ticket zum Kampf um den Meistertitel mit seiner energiegeladenen und bisweilen unwiderstehlichen Spielweise, gegen welche die zunehmend müder wirkenden Lausanner kein probates Mittel fanden. Der Faktor Energie wird den Zugern auch in der Finalserie, welche am kommenden Donnerstag entweder zu Hause gegen Biel, das in der Serie gegen den SC Bern mit 3:2-Siegen führt, oder in Bern beginnen wird, zu- gute kommen. Der EVZ brauchte nur neun Spiele, um sich für die Meisterschaftsentscheidung zu qualifizieren.


Halbfinals (best of 7). 5. Runde: Bern (1.) –Biel (4.) 0:2 (0:0, 0:1, 0:1); Stand 2:3. Zug (2.) – Lausanne (3.) 5:2 (2:0, 2:1, 1:1); 4:1 in Serie.

Zug – Lausanne 5:2 (2:0, 2:1, 1:1)

7200 Zuschauer (ausverkauft). – SR Hebeisen/Salonen, Wüst/Progin. – Tore: 9. Senteler (Simion) 0:1. 12. Leuenberger (Thiry) 2:0. 21. Suri (Martschini) 3:0. 25. Senteler (Lammer) 4:0. 30. Kenins (Emmerton/Ausschluss Morant) 4:1. 58. Genazzi (Junland, Jeffrey) 4:2. 59. (58:07) Suri 5:2 (ins leere Tor). – Strafen: 3-mal 2 Minuten g. Zug, 4-mal 2 plus 10 Minuten (Grossmann) g. Lausanne.

Zug: Stephan; Diaz, Morant; Schlumpf, Zgraggen; Thiry, Alatalo; Zryd; Klingberg, Roe, Everberg; Martschini, Flynn, Suri; Lammer, Senteler, Simion; Leuenberger, Albrecht, Schnyder; Zehnder.

Lausanne: Zurkirchen/Boltshauser (ab 25.); Junland, Genazzi; Lindbohm, Frick; Trutmann, Grossmann; Nodari; Bertschy, Jeffrey, Vermin; Moy, Emmerton, Kenins; Leone, Froidevaux, Zangger; Herren, In-Albon, Antonietti; Traber.