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EVZ in den Playoffs: Berechenbar, ohne Mut und Überraschungsmomente

Eishockeyreporter Sven Aregger zum Ausscheiden des EV Zug in den Playoff-Viertelfinals.
Sven Aregger, stv. Redaktionsleiter Neue Urner Zeitung, Redaktion Bild: Florian Arnold (Bild: Florian Arnold (Neue UZ (Neue Urner Zeitung))

Sven Aregger, stv. Redaktionsleiter Neue Urner Zeitung, Redaktion Bild: Florian Arnold (Bild: Florian Arnold (Neue UZ (Neue Urner Zeitung))

Die Zuger Klubführung hat vor dem Saisonbeginn das Ziel ausgegeben, in jedem Wettbewerb um den Titel mitspielen zu wollen. Ein halbes Jahr später fällt die Bilanz ernüchternd aus. Meisterschaft: Endstation Viertelfinal. Champions League: Endstation Achtelfinal. Cup: Endstation Viertelfinal.

Es ist richtig, hohe Ansprüche zu haben. Nach dem Finaleinzug 2017 und dem 2. Rang in der Qualifikation waren die Hoffnungen auf einen erneuten Exploit durchaus berechtigt. Doch der EVZ konnte seinen eigenen Erwartungen und auch denjenigen der Öffentlichkeit nicht gerecht werden.

Die Viertelfinalserie gegen die ZSC Lions hat bestätigt, wie ausgeglichen die National League ist – der EVZ traf schon in der ersten Runde auf einen hochkarätigen Gegner. Da müssen viele Details stimmen – «die kleinen Sachen richtig machen», sagt man im Hockey-Jargon. Das ist den Zugern nicht gelungen. Sie hatten Möglichkeiten, die Serie in eine andere Richtung zu lenken. Aber sie liessen diese Chancen ungenutzt.

Der Wendepunkt war das Spiel zwei in Zürich: Nach grosser Zuger Aufholjagd hatte Nolan Diem den Führungstreffer auf dem Stock. Es wäre für die taumelnden Zürcher wohl der Todesstoss in der Serie gewesen. Stattdessen kamen sie wenig später mit einem abgefälschten Schuss zum Sieg, tankten damit Moral für den weiteren Verlauf der Serie. Und als ihnen der EVZ im dritten Spiel zwei Shorthander offerierte, nutzen sie die Geschenke zum endgültigen Befreiungsschlag.

Kurz formuliert: Nachlässigkeiten der Zuger haben den ZSC aufgebaut. Ein mental angeknackstes Zug, das vielleicht zu sorglos durch die Qualifikation gekommen war, konnte nicht auf ein beflügeltes Zürich reagieren. Leistungsträger wie Goalie Tobias Stephan, Garrett Roe und Viktor Stalberg riefen ihr Potenzial nicht ab. Zudem fehlte ein Leitwolf, der auch mal ein Zeichen setzt.Auch Trainer Harold Kreis konnte dem Team keine entscheidenden Impulse mehr geben. Kreis ist ein seriöser, eher konservativer Hockey-Lehrer. Er legt Wert auf Stabilität und Systemtreue. Hier liegen seine Stärken – aber gleichzeitig auch seine Schwächen, wenn Flexibilität und neue Signale gefragt sind. Das Zuger Spiel war berechenbar geworden, ohne Mut zum Risiko und ohne Überraschungsmomente.

Kreis, der für nächste Saison noch einen Vertrag hat, war in der Qualifikation bisher stets erfolgreich. Unter seiner Leitung ab 2014 klassierte sich der EVZ immer in den Top-4. Aber kann er das ambitionierte Zug auch zum Titel führen? Es gibt Gründe, die dafür sprechen. Der Deutschkanadier war Meister mit Lugano und dem ZSC, er erreichte vergangene Saison mit den EVZ den Playoff-Final. Es gibt aber auch die andere Seite: Drei von vier Mal ist er mit Zug bereits in den Viertelfinals gescheitert. Und es stellt sich die Frage, ob der nicht als grosser Jugendförderer bekannte Kreis längerfristig der richtige Mann ist für einen Klub, der die beste Ausbildungsstätte für talentierte Spieler werden will. Schliesslich sollen konsequent Nachwuchshoffnungen in der ersten Mannschaft integriert werden.

Mit solchen Fragen muss sich die Klubführung nun befassen. Sie steht nicht im Ruf, nach Rückschlägen in Aktionismus zu verfallen. Das bietet die Chance für eine reflektierte, (selbst-)kritische Saisonanalyse. Nach den enttäuschenden Playoffs ist das auch nötig.

Sven Aregger
sven.aregger@luzernerzeitung.ch

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