EVZ zieht mit Charakter in den Cupfinal ein

Es ist geschafft: Nach dem gewonnenen Penaltyschiessen beim SC Bern zieht der EV Zug in den Final des Schweizer Cups ein. Dort warten die Rapperswil-Jona Lakers. In Bern hatte der EVZ schon in der Verlängerung das Finalticket zweimal auf dem Stock.

Daniel Gerber, Bern
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Der Zuger Sven Senteler versenkt den entscheidenden Penalty. (Bild: Marcel Bieri/Keystone (Bern, 19. Dezember 2018))
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Berns Goalie Leonardo Genoni, Zugs Jesse Zgraggen, links. (Bild: KEYSTONE/Marcel Bieri)
Fabian Schnyder (Zug) gegen Tristan Scherwey (Bern). (Bild: Urs Lindt/freshfocus)
Berns, Simon Moser, links, im Kampf um den Puck gegen Zugs Goalie Tobias Stephan, rechts. (Bild: KEYSTONE/Marcel Bieri)
Jubel der Berner nach dem Tor zum 2:1. Im Bild: Raphael Diaz (Zug) und Torhüter Tobias Stephan (Zug). (Bild: Urs Lindt/freshfocus)
Berns, Alain Berger, Mitte, und Andre Heim, rechts, im Kampf um den Puck gegen Zugs, Dominik Schlumpf, links. (Bild: KEYSTONE/Marcel Bieri)
Reto Suri (Zug) gegen Marc Kaempf (Bern). (Bild: Urs Lindt/freshfocus)

Der Zuger Sven Senteler versenkt den entscheidenden Penalty. (Bild: Marcel Bieri/Keystone (Bern, 19. Dezember 2018))

In der zweiten Drittelpause entschied sich der EV Zug in der Garderobe, das Spiel zu gewinnen. Coach Dan Tangnes erklärt, was er seinem Team in der Kabine sagte: «Es gibt keine zweite solche Chance. Wir wollen zeigen, dass wir zu einer solchen Leistung fähig sind.»

Dies zeigte die Equipe umgehend: Erst mit einer entschiedenen Fangintervention des künf­tigen EVZ-Keepers Leonardo ­Genoni nach 2:31 Minuten im Schlussdrittel konnte Zug noch kurz gebremst werden. Die Zentralschweizer gingen wie bereits gegen den EHC Kloten (im Viertelfinal) mit einem Rückstand ins letzte Drittel – und bereits gegen den HC Lugano (im Achtelfinal) hatte das Team von Dan Tangnes einen Rückstand gewendet.

Und nun schickte sich Zug an, in der lauten Berner Arena einen weiteren Pokalfight zu drehen. Die intensiven Zuger Bemühungen zwangen SCB-Coach Kari Jalonen zu einem Time-out in der 47. Minute.

Die beiden ersten Drittel hatten dem Heimteam gehört. Nachdem dieses die 1:0-Führung der Zentralschweizer in eine 2:1-Führung verwandelt hatte und sich die Mutzen zudem ein klares Chancenplus erarbeiteten, sanken die EVZ-Aktien zwischenzeitlich.

Simion: «Wir wollten diesen Sieg unbedingt»

Dario Simion, Schütze zum Zuger 1:0, analysiert den Ruck, der in der Garderobe erfolgte, so: «Wir sprachen in der zweiten Pause ­darüber. Wir wollten diesen Sieg unbedingt.» Und er schiebt eine Kampfansage nach: «Wir sind mit dem Einzug in den Final noch nicht zufrieden.»

Was mit einer entschlossenen Leistung möglich ist, zeigte das EVZ-Team im Schlussabschnitt. Die zuvor dominanten Berner taten sich auf einmal schwer; auch wenn Gregory Sciaroni die Vorentscheidung auf der Schaufel hatte: In der 50. Minute gelangte er alleine vor Zug-Keeper Tobias Stephan, der seine Mannschaft mit einem Big Save im Spiel hielt. Seine Vorderleute dankten es ihm wenig später mit dem 2:2-Ausgleich durch Yannick-Lennart Albrecht.

In der Verlängerung fehlten dann zweimal Zentimeter, und der EV Zug hätte sein Finalticket schon in der Overtime gelöst. Dieses Ticket wurde mit 3:1 verwerteten Penaltys (Martschini, Roe, Senteler) jedoch nachgeliefert.

Diaz: «Wir konnten noch einen Gang hochschalten»

Der Cupfinal am 3. Februar im kommenden Jahr ist der 25. Zuger Anlauf auf einen nationalen Titel seit der Meisterschaft 1998 (20-mal in der Liga; 4-mal im Cup). Zug-Captain Raphael Diaz sagte nach dem harten Stück Arbeit in Bern: «Jeder einzelne Zuger Spieler zeigte einen riesigen Charakter. Wir konnten wirklich noch einen Gang hochschalten.» Der Erfolg fusse auch auf der ­guten Trainingsarbeit: «Wir ‹chrampfen› im Training, blocken Schüsse. Das wirkt sich auch auf das Spiel aus.»

Im Cup verfüge Rapperswil-Jona über ein «Extra». Diaz: «Nicht umsonst steht Rapperswil erneut im Final.»

Doch der EVZ weiss ja mit packenden «Wende-Spektakeln» zu reagieren.

Bern – Zug 2:3 (0:0, 2:1, 0:1, 0:0) n. P.

9821 Zuschauer. – SR Wiegand/Lemelin, Kovacs/Wüst.

Tore: 29. (28:17) Simion (Everberg, Roe/Ausschluss Ebbett) 0:1. 30. (29:57) Blum 1:1. 37. Boychuk (Moser/Ausschluss Everberg) 2:1. 53. Albrecht (Zehnder) 2:2.

Penaltyschiessen: Martschini 0:1, Haas 1:1; Simion -, Boychuk -; Roe 1:2, Scherwey -; Senteler 1:3, Ebbett -.

Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Bern, 5mal 2 plus 10 Minuten (Senteler) gegen Zug.

Bern: Genoni; Burren, Almquist; Krueger, Blum; Andersson, Untersander; Kamerzin; Boychuk, Arcobello, Moser; Bieber, Haas, Scherwey; Rüfenacht, Ebbett, Kämpf; Sciaroni, Heim, Berger; Grassi.

Zug: Stephan; Schlumpf, Alatalo; Diaz, Stadler; Zgraggen, Zryd; Thiry, Morant; Lammer, Roe, Everberg; Martschini, McIntyre, Simion; Widerström, Albrecht, Suri; Zehnder, Senteler, Schnyder.

Bemerkungen: Bern ohne Beat Gerber und Mursak. Zug ohne Klingberg (alle verletzt) und Leuenberger (U20). – 23. Pfostenschuss Berger. – Timeout Bern (47.).

Cupfinal, am 3. Februar 2019, 14.45 Uhr: Rapperswil-Jona Lakers – Zug.