EVZ-Mitarbeiter verzichten auf bis zu 25 Prozent ihres Lohns – Geschäftsführer verteidigt «alternativlose» Massnahme

Beim EV Zug sind drastische Einsparungen nötig, weil der wirtschaftliche Schaden für das Geschäftsjahr 2020/21 auf 4 bis 5 Millionen Franken beziffert wird. Das hat Folgen für die Mitarbeiter.

Philipp Zurfluh
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Weil in dieser Saison nur maximal 3800 Zuschauer in der Bossard-Arena zugelassen sind, ist der wirtschaftliche Schaden für den EV Zug gross.

Weil in dieser Saison nur maximal 3800 Zuschauer in der Bossard-Arena zugelassen sind, ist der wirtschaftliche Schaden für den EV Zug gross.

Bild: Christian Herbert Hildebrand (11. September 2020)

Die coronabedingten Massnahmen treffen die Eishockeyklubs mitten ins Mark. Aufgrund des Saisonabbruchs resultierte beim EV Zug ein Ertragsausfall von 1,6 Millionen Franken gegenüber dem Budget. Und die Zukunft sieht düster aus: In der kommenden Saison dürfen maximal 3800 Personen in die Bossard-Arena, das entspricht 53 Prozent der normalen Auslastung. Bei den Ticketing- wie auch bei den Gastronomieeinnahmen müssen erhebliche Umsatzeinbussen sowie Zusatzkosten für die Umsetzung des Schutzkonzepts in Kauf genommen werden. Der Schaden für das Geschäftsjahr 2020/21 wird Stand heute auf 4 bis 5 Millionen Franken prognostiziert.

Das hat Folgen für das Personal: Rund 120 Festangestellte mit einem Jahreslohn von über 48’000 Franken (Brutto) müssen auf Lohn verzichten. Sie alle haben eine entsprechende Einverständniserklärung unterzeichnet. Betroffen sind sämtliche Mitarbeiter der Geschäftsstelle und der Gastronomie, die Spieler, die Coaches, der Staff, die Nachwuchscoaches und die Geschäftsleitung.

Laut EVZ-CEO Patrick Lengwiler sind die drastischen Einsparungen unumgänglich.

«Der Verlust ist so hoch, dass wir ihn als Unternehmen nicht selber tragen können.»

Man sei auf die Unterstützung der Mitarbeiter angewiesen, «ansonsten können wir die Fortführung des Betriebs nicht gewährleisten». Die Lohnabzüge bewegen sich in einer Bandbreite von 7,5 bis maximal 25 Prozent des Lohns im Geschäftsjahr 2020/21 (Mai 2020 bis April 2021). Lengwiler spricht von einer «alternativlosen» Massnahme. «Ein Kostenabbau über eine Entlassung von vielen Mitarbeitern ist keine Option, die Aufgaben bleiben bestehen, sonst hätten wir diese Mitarbeiter überhaupt nicht.»

EVZ-CEO Patrick Lengwiler.

EVZ-CEO Patrick Lengwiler.

Stefan Kaiser

Es habe viel Überzeugungskraft gebraucht, allen Beteiligten aufzuzeigen, dass dies die beste Lösung sei. «Ein solcher Einschnitt tut sehr weh. Alle müssen leiden», betont Lengwiler. Es gebe auch ein paar Härtefälle, mit ihnen habe man bilaterale Lösungen gefunden. «Wir haben viele Gespräche geführt und stossen niemanden an den Abgrund der Existenz.»
Dem Geschäftsführer ist es wichtig, zu betonen, dass der Klub immer transparent und ehrlich über die Schritte informiert habe. Die Aufnahme eines Kredits sei eine Option gewesen, doch für Lengwiler keine vertretbare Alternative. «Irgendwann müssten wir die aufgenommenen Schulden wieder abbauen. Die finanzielle Misere schieben wir damit nur vor uns her.» Patrick Lengwiler schliesst nicht aus, dass es zu Kündigungen seitens der Mitarbeiter kommen wird, hofft aber, dass alle Angestellten der Organisation die Stange halten. «Es braucht die Solidarität von allen», sagt Patrick Lengwiler.

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