EVZ-Sportchef Reto Kläy: «Wir werden wohl einen Stürmer holen»

Noch bis zum 15. Februar kann der EVZ-Sportchef einen fünften Ausländer verpflichten. Währenddessen steht der tschechische Center Jan Kovar vor einer Vertragsverlängerung.

Philipp Zurfluh
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EVZ-Sportchef Reto Kläy.

EVZ-Sportchef Reto Kläy.

Bild: Urs Flüeler/Keystone

Der EV Zug ist auf Kurs. Nach rund zwei Dritteln der Qualifikation liegt der heiss gehandelte Titelkandidat mit 65 Punkten hinter den ZSC Lions auf dem zweiten Platz – gleich auf mit Genf-Servette. Im Hinblick auf die Playoffs wird auch die Frage nach einer Verpflichtung eines weiteren ausländischen Spielers akut.

In der National League dürfen maximal vier ausländische Spieler auf dem Matchblatt stehen. Derzeit agiert der EV Zug mit dem Ausländerquartett Jan Kovar, Carl Klingberg, Oscar Lindberg und Erik Thorell – allesamt Stürmer. David McIntyre war nicht mehr erwünscht und verliess im Dezember den Klub Richtung Lugano. Noch bis zum 15. Februar hat EVZ-Sportchef Reto Kläy Zeit, den Spielermarkt zu sondieren. Er sagt: «Der Markt ist sehr klein, aber man muss die Augen immer offen halten.»

Die Zentralschweizer sind momentan die einzige Mannschaft in der National League, die nur vier ausländische Spieler beschäftigt. Dieser Umstand ist nicht ohne Risiko. Verletzungen oder Spielsperren können unvermittelt auftreten. Dessen ist sich auch Kläy bewusst: «Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir auf dem Markt noch tätig werden. Wir werden wohl einen Stürmer holen.»

Der Sportchef hat keine Eile

Bei einem Blick in die Statistik wäre es nicht verfehlt, nach einer defensiven Verstärkung zu rufen. Die Zuger kassieren überdurchschnittlich viele Gegentore, während sie offensiv das zweitbeste Team stellen. Die letzten beiden Spiele gegen Biel haben gezeigt: Die Verteidigung lässt Konstanz vermissen. Neun Gegentore in zwei Partien werden den Ansprüchen der Zuger nicht gerecht. Die Fehleranfälligkeit ist nach wie vor zu hoch. Zwar standen bei der 5:6-Niederlage nach Verlängerung Zugs bester Verteidiger Raphael Diaz und Routinier Dominik Schlumpf nicht zur Verfügung, doch Kläy meint:

«Ist die Verteidigung komplett, sind wir dort genug stark besetzt.»

In Bezug auf eine Neuverpflichtung hat er keine Eile. «Der neue Spieler braucht Charakter. Bei fünf Ausländern muss immer einer pausieren. Diese Rolle muss er akzeptieren», sagt Kläy.

Derweil äussert sich der Sportchef optimistisch zur Personalie Jan Kovar, dessen Einjahresvertrag im Sommer ausläuft. Zug möchte mit dem tschechischen Center verlängern. «Wir haben schon mehrere Gespräche geführt und ich habe von ihm positive Signale erhalten. Er fühlt sich sehr wohl hier.» Der 29-Jährige hat sich zu einem unverzichtbaren Wert im Offensivspiel entwickelt. 26 Assists stehen zu Buche, damit steht er zusammen mit ZSC-Stürmer Garrett Roe an der Spitze der Liga. Punktgleich mit Teamkollege Grégory Hofmann und dem Berner Mark Arcobello führt der intelligente Spielmacher die Topskorerliste an.

«Jan Kovar ist ein Glücksfall für uns»

, sagt Kläy. «Er macht seine Mitspieler besser und sorgt auch neben dem Spielfeld für eine gute Stimmung im Team. Wir wollen ihn auf jeden Fall halten.»

Verhandlungen mit Oscar Lindberg laufen

Wesentlich mehr Angewöhnungszeit brauchte ein anderer Söldner: Oscar Lindberg. Sein Vertrag läuft Ende Saison aus, enthält aber eine Option für ein weiteres Jahr. Der mit über 250 NHL-Spielen erprobte Stürmer konnte sein Potenzial lange nicht ausschöpfen. Doch die Formkurve des zweifachen schwedischen Weltmeisters zeigt nach oben. Ob sich die EVZ-Führung und der Mittelstürmer für eine weitere Zusammenarbeit entscheiden, ist offen. «Ich bin mit ihm in ständigem Kontakt, ein Entscheid ist noch nicht gefallen», sagt Kläy. Dem Zuger Manager war bewusst, dass Lindberg bei der Umstellung von der NHL
zur Schweizer Liga etwas Zeit braucht. «Er ist ein exzellenter Center, der sich auch für Defensivarbeiten nicht zu schade ist.»

Gelingt es Sportchef Kläy, die Verträge mit Jan Kovar und Oscar Lindberg zu verlängern, sind bereits vier Ausländerlizenzen für die nächste Saison vergeben. Die beiden schwedischen Offensivkräfte Carl Klingberg und Erik Thorell haben noch einen Vertrag bis im Frühjahr 2021.