EVZ-Trainer Tangnes: «Ich sehe 100 Dinge, die wir besser machen können»

Der EV Zug startet als Spitzenreiter in die zweite Saisonhälfte. Trainer Dan Tangnes sagt, dass sich sein Team jetzt nicht zurücklehnen dürfe. Gegen Ambri (Mittwoch, 15.45 Uhr, Bossard-Arena) wird er noch keinen neuen Ausländer einsetzen können.

Sven Aregger
Drucken
Teilen
Nach den Feiertagen zurück im Arbeitsmodus: Zugs Headcoach Dan Tangnes. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Zug, 22. Dezember 2018))

Nach den Feiertagen zurück im Arbeitsmodus: Zugs Headcoach Dan Tangnes. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Zug, 22. Dezember 2018))

Dan Tangnes hat die Weihnachtstage bei seinen Schwiegereltern in Malmö verbracht. Im Kreise seiner Familie liess er die Seele baumeln und nutzte die Zeit, sich mit Freunden zu treffen. «Es tat gut, einige Tage nicht an Hockey zu denken und einfach zu relaxen», erzählt der EVZ-Headcoach. Der Norweger konnte sich guten Gewissens diese kleine Auszeit gönnen nach seinem ersten Halbjahr in Zug, das ziemlich erfreulich verlaufen ist. Die Zentralschweizer sind Spitzenreiter der National League, allein im Dezember holten sie 13 von 15 möglichen Punkten, kein Team war erfolgreicher. «Die Entwicklung ist positiv. Wir haben immer mehr Vertrauen in unser Spielsystem», sagt Tangnes. Besondere Freude hat er am Teamgeist. «Jeder Spieler will besser werden, jeder ist offen für Feedbacks und hungrig auf Erfolg. Coaches und Spieler haben Spass an der täglichen Arbeit. Das ist ein gutes Fundament.»

Tangnes ist aber auch ein Perfektionist, ein Trainer, der nie wunschlos glücklich ist, auf der ständigen Suche nach Optimierung. Er sagt: «Es sehe 100 Dinge, die wir besser machen können. Wir dürfen uns jetzt nicht zurücklehnen, sondern müssen uns weiterentwickeln.» Tangnes überlässt denn auch nichts dem Zufall, nach den drei Weihnachtstagen in Schweden ist er längst wieder zurück in Zug, zurück im Arbeitsmodus. Am Silvesterabend war er bei Assistenztrainer Stefan Hedlund eingeladen, aber ein rauschendes Fest wurde es nicht. Schliesslich stand an Neujahr wieder Training auf dem Programm, die Vorbereitungen auf das Heimspiel gegen Ambri-Piotta (Mittwoch, 15.45 Uhr). Tangnes muss gegen die Überraschungsmannschaft aus dem Tessin auf Fabian Haberstich verzichten, der sich im Farmteam EVZ Academy verletzt hat. Fraglich sind auch Verteidiger Johann Morant und Center Garrett Roe. Für den US-Amerikaner Roe, der an Adduktorenproblemen leidet, wäre ein Ausfall ein weiterer Rückschlag. Aus Verletzungsgründen hat der Spielmacher nur 14 von 27 Meisterschaftsspielen bestreiten können.

Sportchef Kläy sucht mit Bedacht

Überhaupt ziehen sich die Verletzungen bei den Zuger Ausländern wie ein Faden durch die bisherige Saison. Weil der schwedische Flügel Carl Klingberg (Halswirbel) kaum vor dem Playoff-Start zurückkehren wird, sucht der EVZ noch immer einen Ersatz. Gerne hätte Sportchef Reto Kläy zum Jahresbeginn eine Lösung präsentiert, deshalb hat er auch den Spengler Cup genau verfolgt. Gerade das Team Canada verfügte über interessante Personalien. Eine davon ist Dominic Moore, ein NHL-erprobter und derzeit arbeitsloser Stürmer, der die Bühne in Davos nutzen wollte, um sich für einen neuen Klub zu empfehlen. Gegen Moore spricht allerdings, dass er mit 38 Jahren seinen Zenit überschritten hat. Kläy sagt: «Es gibt Optionen, aber es hat sich noch nichts Konkretes ergeben. Wir wollen einen Stürmer verpflichten, der in unsere Philosophie passt – spielerisch und charakterlich.» Kläy will den neuen Ausländer mit Bedacht wählen, zumal der EVZ dafür die siebte und zweitletzte Lizenz lösen muss. Die letzte Lizenz soll für die Goalieposition zur Verfügung stehen – im Falle einer unverhofften Verletzung von Stammkeeper Tobias Stephan.

Bereits im November musste Zug reagieren, weil sich der Schwede Viktor Stalberg in Richtung KHL verabschiedet hatte. Auch damals liess sich Kläy die nötige Zeit, bis er in Dennis Everberg den geeigneten Nachfolger fand. Everberg ist kein spektakulärer Goalgetter wie Landsmann Stalberg, aber der 1,93-Meter-Hühne besticht durch seine körperliche Präsenz und seine Zweikampfstärke. Mit sechs Assists war er im Dezember der teaminterne Topskorer, insbesondere im Powerplay spielt er eine entscheidende Rolle. Der zweifache Weltmeister besitzt einen Vertrag bis Saisonende, für Sportchef Kläy ist eine längere Zusammenarbeit denkbar. Kläy sagt: «Jeder, der etwas von Hockey versteht, kennt Everbergs Wert.»

Zuger verdienen sich Feiertage

Der EV Zug geht nach einem 5:1-Heimsieg gegen den Tabellenletzten Rapperswil-Jona Lakers als Leader ins neue Jahr. Sven Senteler und Goalie Sandro Aeschlimann sind die Matchwinner.
Sascha Fey