EVZ: Trauermarsch für verstorbene Zuger Hockeylegende

Duri Camichel war bei den Fans sehr beliebt: Um sich von ihm zu verabschieden, hat sich einer etwas ganz Besonderes einfallen lassen.

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Fans des EVZ zünden Kerzen vor der Bossard-Arena an, die ein anderer Fan aufgestellt hat. Im Bild (v. l.n. r): Manuela Gabriel, Mathias Kälin und Florian Schäfer. (Bild Stefan Kaiser)

Fans des EVZ zünden Kerzen vor der Bossard-Arena an, die ein anderer Fan aufgestellt hat. Im Bild (v. l.n. r): Manuela Gabriel, Mathias Kälin und Florian Schäfer. (Bild Stefan Kaiser)

«Der EVZ verliert mit Duri einen grossartigen Menschen und langjährigen Freund, der das Eishockey in Zug entscheidend geprägt hat und den wir stets in bester Erinnerung behalten werden.» So trauert der Zuger Hockeyverein seit gestern auf seiner Homepage. Dass der 32-jährige Bündner und langjährige EVZ-Captain, der jüngst tragisch bei einem Autounfall in Costa Rica tödlich verunglückte, tatsächlich bei den Anhängern des Vereins gut ankam, unterstreicht die Aktion von EVZ-Fan Florian Schäfer. Der 22-Jährige aus dem Kanton Schwyz, der in Steinhausen aufgewachsen ist, organisiert einen Trauermarsch für den Verstorbenen quer durch Zug. «Bereits 107 Teilnehmer haben sich auf der von mir aufgeschalteten Facebook-Seite bereits angemeldet», sagt der sympathische junge Mann. Er habe sich überlegt, wie es möglich sei, dass möglichst viele EVZ-Fans – «die sich untereinander ja nicht alle kennen» – von Duri Camichel Abschied nehmen könnten. Dann sei er auf die Idee eines Trauermarschs gekommen: «Denn wenn man zusammen trauert, ist es nicht so schmerzhaft.»

«Sein Tod bewegt»

Aus diesem Grund können sich nun am morgigen Samstag um 16 Uhr auf dem Bundesplatz EVZ-Fans in Trikots und Schals versammeln und von dort zum Landsgemeindeplatz marschieren. Dort könne man dann durchaus noch etwas sagen zu dem Verstorbenen. «Ich möchte, dass das Ganze schön ruhig abläuft und werde eine kleine Rede halten», sagt Schäfer. Dass der Trauermarsch für Duri Camichel durchaus seine Berechtigung hat, davon ist er absolut überzeugt. «Sein Tod bewegt schon, wenn man ein Zuger ist.» Für ihn war Camichel der Lieblingsspieler, der gut zu den Fans und immer offen für ein Foto gewesen sei. Persönlich hat er ihn nicht gekannt. «Ich durfte ihm aber auch schon die Hand schütteln», erinnert sich der seit Kindesbeinen eingefleischte Fan des Zuger Hockeyclubs. «Camichel war eben auch sehr lange beim EVZ insgesamt 13 Jahre», so Schäfer. «Ich habe es zuerst gar nicht glauben wollen, dass dieses Unglück passiert ist.» Auch andere EVZ-Fans sind schockiert über den plötzlichen Tod des Bündners. Zum Beispiel Heinz Schmid, der Präsident des Fanclubs Bündnerland ist und die 213 Kilometer Entfernung plus zwei Alpenpässe vom heimischen Bergell in die Zuger Bossard-Arena nicht scheut, um den EVZ anzufeuern. «Der Tod Camichels war für mich völlig überraschend. Er war sicher ein Frontmann, offen, aufgestellt und stets engagiert für den Verein», würdigt Schmid. Er habe ihn persönlich gekannt. Zum Trauermarsch in Zug könne er nicht erscheinen: «Am Samstag muss ich leider arbeiten.» Camichel habe diese Ehrung der Fans auf jeden Fall verdient.

«Kämpferherz verloren gegangen»

«Duri war wirklich sehr beliebt unter den EVZ-Fans», versichert auch Mario Vassanelli, seit 13 Jahren Fanbeauftragter des Zuger Hockeyclubs. Er sei immer sehr nah bei den Anhängern gewesen, jeder habe ihn ansprechen können. Für den Verein selbst habe sich der ehemalige Hockeystar stark engagiert. «Ein Kämpferherz ist mit ihm verloren gegangen.» Deshalb findet Vassanelli die Idee des Trauermarschs auch sehr passend. «Wenn Fans auf diese Art trauern können, ist das schön.»

Für EVZ-Präsident Roland Staerkle ist die Nachricht vom Tode des ehemaligen Captains «die traurigste, die ich seit langem erhalten habe». Staerkle: «Duri spielte sportlich, menschlich und kommunikativ eine der tragendsten Rollen im Verein.»

Wolfgang Holz

Hinweis

Der Trauermarsch für die Fans beginnt morgen Samstag um 16 Uhr auf dem Zuger Bundesplatz und führt zum Landsgemeindeplatz. Organisator Florian Schäfer hat auch eine Facebookseite eingerichtet: www.facebook.com/RIPDuriCamichel