EVZ-Youngsters tanken Energie mit dem Schweizer Nationalteam

Die Zuger nehmen am Dienstagabend gegen Lausanne den Meisterschaftsbetrieb wieder auf – mit neuem Elan auch die Nati-Debütanten Yannick Zehnder, Sven Leuenberger und Livio Stadler.

Philipp Zurfluh
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Yannick Zehnder (rechts) bejubelt seinen Treffer mit EVZ-Teamkollege Sven Leuenberger.

Yannick Zehnder (rechts) bejubelt seinen Treffer mit EVZ-Teamkollege Sven Leuenberger.

Bild: Gian Ehrenzeller (Herisau, 6. Februar 2020)

In knapp drei Monaten gilt es ernst für die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft. Am 8. Mai bestreitet das Team unter Coach Patrick Fischer in Zürich das erste Spiel gegen den Olympiasieger und fünffachen Weltmeister Russland. Mit Leonardo Genoni, Raphael Diaz, Grégory Hofmann und Lino Martschini dürfen sich vier Zuger realistische Chancen auf eine Nomination ausrechnen.

Dass einer des Trios Sven Leuenberger, Yannick Zehnder und Livio Stadler für den Grossanlass aufgeboten wird, würde einer faustdicken Überraschung gleichgekommen. Doch wie es sich anfühlt, das Schweizer Dress überzustreifen, hat das Trio an den Prospect Games in Herisau und Olten erleben dürfen. Die Youngsters waren drei von nicht weniger acht Nationalmannschaftsdebütanten, die sich an zwei Testspielen gegen Deutschland präsentieren durften. Die hoffnungsvollsten Nachwuchsspieler sollen schrittweise an das höchste Niveau herangeführt werden. Die Prospect Games sollen somit künftigen Leistungsträgern den Weg in die Nationalmannschaft ebnen.

Andreas Martinsen gibt gegen Lausanne seinen Einstand

(pz) Laut EVZ-Trainer Dan Tangnes wird Neuzugang Andreas Martinsen am Dienstagabend gegen Lausanne zum ersten Mal für die Zentralschweizer auflaufen. Welcher Ausländer für den Norweger weichen muss, ist noch offen. Die Schweden Carl Klingberg und Oscar Lindberg, sowie der Tscheche Jan Kovar waren mit dem Nationalteam unterwegs und erst gestern zurückgekehrt. «Ich muss herausfinden, wer noch genug Energie hat», sagt Dan Tangnes.

Die 4. Linie des EV Zug nimmt Fahrt auf

«Es hat sehr viel Spass gemacht mit dieser Truppe. Einmal mit Spielern von anderen National-League-Mannschaften in Kontakt zu kommen und auf dem Eis zu stehen, hat gut getan», meint Debütant Yannick Zehnder, der bei den Zugern zu den aufstrebenden Jungen gehört. «Man spürte, dass jeder Spieler top motiviert war und sich bestmöglich präsentieren wollte.» Der 22-Jährige skorte sogleich bei seinem Einstand und setzte seiner Premiere die Krone auf. Als «wunderbares Gefühl» beschreibt Zehnder seinen Traumstart im Nati-Dress.

Der Stürmer spielte in der Nationalmannschaft wie auch beim EV Zug in derselben Linie wie Sven Leuenberger. Ein Vorteil: «Wir kennen unsere Laufwege, insofern hatten wir keine Anlaufschwierigkeiten.» Beim EV Zug bilden die beiden zusammen mit Yannick-Lennart Albrecht die 4. Linie – und diese scheint immer mehr Fahrt aufzunehmen und sorgt regelmässig für Torgefahr. «Wir harmonieren immer besser, es darf so weitergehen», sagt Zehnder. Dass sich die drei Spieler auch privat gut miteinander verstehen, sei ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Faktor für die gute Chemie auf dem Eis. Persönlich sieht Zehnder noch Nachholbedarf. «Ich habe Luft nach oben und möchte noch produktiver werden.»

Für Sven Leuenberger war die Zeit mit der Nationalmannschaft eine gute Gelegenheit, Trainer Patrick Fischer von seinen Fähigkeiten zu überzeugen, sagt der 20-Jährige. «Eine solche Gelegenheit bekommst du vielleicht nur einmal. Das gibt mir Selbstvertrauen.» Er ist sich bewusst, dass eine WM-Teilnahme noch zu früh kommt. «Da mache ich mir keine Illusionen», meint der zuverlässige Center. Dennoch seien die Prospect Games ein Herantasten an vielleicht zukünftig grosse Aufgaben gewesen. Der gebürtige Zürcher, der sich im Alter von 14 Jahren der Organisation des EV Zug angeschlossen hat, brennt darauf, dass es heute wieder losgeht: «Wir sind in Form und wollen an die vergangenen Leistungen anknüpfen», sagt Leuenberger.

Livio Stadler schöpft neuen Mut

Für den dritten Zuger Nati-Neuling Livio Stadler kam das Aufgebot völlig unerwartet – er wurde nachnominiert: «Die Erfahrung mit der Nati war super», erklärt der Verteidiger. Für ihn sei es eine willkommene Abwechslung gewesen. Nachdem ihn ein Schädelbruch längere Zeit ausser Gefecht setzte, liessen seine Leistungen zuletzt Konstanz vermissen. Nun habe er neue Energie tanken können. «Der Meisterschaftsunterbruch kam für mich zum richtigen Zeitpunkt», sagt der 21-Jährige.