EVZ - ZSC: Rauchbombe beendet Spiel nach 148 Sekunden

Die Partie EV Zug gegen die ZSC Lions musste aufgrund starker Rauchent­wicklung einer Petarde nach einer einstündigen Wartezeit abgebrochen werden. Das Spiel wird neu angesetzt.

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Die ZSC-Spielerbank im Herti­rauch. (Bild EQ)

Die ZSC-Spielerbank im Herti­rauch. (Bild EQ)

Zwei Minuten vor Spielbeginn hatten Fans aus dem ZSC-Sektor eine sogenannte Rauchbombe gezündet. Der Rauch verbreitete sich über mehrere Minuten im ganzen Stadion, bis ein dicker Nebel die Sicht auf das Spielfeld derart einschränkte, dass die Tore nicht mehr zu erkennen waren. Einzelne Zuschauer beklagten sich zudem über Augenschmerzen und Atembeschwerden.

Nach 2:28 Minuten Spielzeit schickte Schiedsrichter Stefan Eichmann die Spieler deshalb bereits in die Kabine. Damit begann das grosse Warten. Nach einer Dreiviertelstunde traf die alarmierte Feuerwehr ein, die mit Kompressoren versuchte, den Nebel zu lichten. Mit einigem Erfolg - der Rauch verflüchtigte sich langsam. Trotzdem wurde die Partie eine weitere Viertelstunde später endgültig abgebrochen.

Ein Verfahren ist eingeleitet
Die Teamärzte des EV Zug und der ZSC Lions haben Schiedsrichter Stefan Eichmann gemeinsam einen Spielabbruch nahegelegt. Man wisse nicht, welche Substanz die Rauchpetarden im Stadion verbreiteten. Das Risiko von Vergiftungen bei Spielern oder Zuschauern wollte man offenbar nicht eingehen.

Der Spielabbruch dürfte Folgen haben: Einzelrichter Reto Steinmann wird ein Verfahren einleiten, um die Vorgänge zu untersuchen. Bisher geht man davon aus, dass die Partie neu angesetzt wird.

Novum im Schweizer Eishockey
Ein Spielabbruch wegen einer Rauchpetarde - das hat es im Schweizer Eishockey noch nicht gegeben. EVZ-Geschäftsleiter Roli Wyss unterstützt allerdings den Entscheid des Schiedsrichters, während sich ZSC-CEO Peter Zahner über die eigenen Fans aufregte: «Ich schäme mich.»

Wie gefährlich der Rauch für die Gesundheit von Spielern und Zuschauern wirklich war, ist nicht bekannt. Immerhin haben sich fünf Zuschauer mit Asthma-Problemen bei der Sanität gemeldet. Das sei aber eigentlich jedes Mal so, wenn im Stadion irgendwelche Petarden gezündet würden, sagte eine Angestellte des EVZ-Sicherheitsdienstes.

Aus der Zuger Herti: Gusti Gretener und Gregor Anderhub / Zisch

Das Protokoll des Abends:

20:57 Uhr: Der Stadionspeaker gibt unter gellendem Pfeifkonzert bekannt, dass das Spiel aus Rücksicht auf die Gesundheit der Spieler und der Zuschauer abgebrochen wird. Die Partie wird neu angesetzt. Der neue Spieltermin wird am Montag bekanntgegeben. Die Tickets behalten ihre Gültigkeit. Das war wohl das kürzeste Spiel aller Zeiten.

20:45 Uhr: Noch immer tut sich auf dem Eis nichts. Keine Spieler, dafür noch immer etwas Nebel. Allerdings ist die Sicht nun wieder so gut, dass man eigentlich spielen könnte. Die Zuschauer nehmens mit Humor und vor allem mit viel Geduld. Pfiffe sind jedenfalls keine zu hören - und man spricht wieder mal miteinander.

20:38 Uhr: Nun ist die Feuerwehr eingetroffen. Sie wird mit Kompressoren Frischluft ins Stadion blasen, schliesslich ist es hier drinnen ja ansonsten ziemlich windstill.

Das lange Warten auf den Entscheid: Im Bild ZSC-CEO Peter Zahner. (Bild EQ)

20:30 Uhr: Das Spiel ist noch immer unterbrochen. Der Rauch lichtet sich langsam. Bald dürfte es weitergehen. Die Matchuhr zeigts an: Gespielt sind erst 2 Minuten und 28 Sekunden. Das wird ein langer Abend werden...

Zeit für etwas Statistik: Der EV Zug hat in der laufenden Saison das beste Powerplay und das beste Boxplay der Liga. Das ist sehr positiv. Weniger gut ist dafür der Zuschauerdurchschnitt in der Zuger Herti: Nur 4111 Zuschauer besuchten bisher eines der fünf EVZ-Heimspiele. Damit liegen die Zuger auf dem letzten Platz.

20:05 Uhr: Der Stadionspeaker gibt bekannt, dass die Partie für weitere 15 Minuten unterbrochen bleibt. So um 20:20 Uhr dürfte es also dann endlich wieder weitergehen.

20:02 Uhr: Die Sirene ertönt. Es wird wohl gleich weitergehen - nach einem rund zehnmi­nütigen Unterbruch. Die Sicht ist allerdings noch nicht wesentlich besser. Der dicke Rauch hängt wie Zuckerwatte unter dem Hertidach.

19:52 Uhr: Das Spiel ist wegen Rauchnebels nun doch unterbrochen worden. Die Sicht ist zu schlecht. Erst 2:28 Minuten sind gespielt - und Schiedsrichter Eichmann muss die Spieler bereits ein erstes Mal in die Kabine schicken.

Duri Camichel enteilt Adrian Wichser: Sekunden danach wird das Spiel unterbrochen. (Bild EQ)

19:50 Uhr - Dichter Nebel verhindert derzeit das Weiterspielen. Zürcher Fans haben rund zwei Minuten vor Spielbeginn Rauchpetarden gezündet. Es stinkt buchstäblich in der Zuger Herti. Nun gehts aber wieder weiter.

19:47 Uhr - Goldhelm Josh Holden versuchts Backhand, doch sein Schuss streift knapp über die Latte.

19:45 Uhr - Das Spiel beginnt - Schiedsrichter Stefan Eichmann wirft die Scheibe zum Z-Derby ein. Von den letzten sechs Begegnungen gegen die Zuger haben die Zürcher übrigens fünf gewonnen.

Die letzten News vor dem Spiel:
Beide Teams spielen in den gleichen Formationen wie zuletzt bei ihren Siegen am Dienstag. Zum finnischen Goalie-Duell wird es allerdings nicht kommen: Ari Sulander sitzt wie schon beim 5:2-Sieg gegen Biel als überzähliger Ausländer auf der Tribüne. Zugs Jussi Markkanen wird den Zweikampf also sozusagen forfait gewinnen.

Die Aufstellungen:

Zug: Markkanen; DuPont, Blaser; Diaz, Patrick Fischer; Schefer, Snell; Loichat, Jannik Fischer; Di Pietro, Steinmann, Christen; McTavish, Duri Camichel, Corsin Camichel; Brunner, Holden, Fabian Schnyder; Rüfenacht, Oppliger, Lüthi.

ZSC: Flüeler; Reist, Suchy; Daniel Schnyder, Seger; Stoffel, Geering; Camperehidi, Müller; Gardner, Adrian Wichser, Trudel; Bärtschi, Pittis, Sejna; Monnet, Alston, Bastl; Grauwiler, Kamber, Bühler.

Bemerkungen: Zug ohne Kress (verletzt). ZSC Lions ohne Krutov (verletzt) und Sulander (überzähliger Ausländer).