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FAMILIE: Thibaudeau will sich einen (Vor-)Namen machen

Nicolas Thibaudeau versuchte bisher vergeblich, das Erbe seines Vaters Gilles anzutreten. Ob es ihm in Zug gelingt, sich selbst einen Namen zu machen?
Nicolas Thibaudeau will beim EVZ beweisen, dass er in die NLA gehört. (Bild Stefan Kaiser)

Nicolas Thibaudeau will beim EVZ beweisen, dass er in die NLA gehört. (Bild Stefan Kaiser)

Nicola Berger

Thibaudeau. Dieser Name verpflichtet, zumindest in der Eishockey-Schweiz. Gilles Thibau­deau war in den 90er-Jahren eine der Attraktionen im Land, nach dem Ende seiner NHL-Karriere (Montreal, New York Islanders, Toronto) skorte er an jeder Station seiner Tour de Suisse über Lugano, Davos, Rapperswil und Sierre fleissig.

Im Jahr 2000 endete das Schweizer Abenteuer von Thibaudeau senior, und zehn Jahre später schickte sich Sohn Nicolas an, das Erbe seines Vaters anzutreten. Im Sommer 2010 absolvierte der Filius ein Probetraining in Rapperswil. In der ersten Testpartie produzierte der damals 19-Jährige zwei Tore und ein Assist, die Fans waren verzückt und widmeten ihm sofort hingebungsvolle Gesänge. Mit seinem Namen bediente Thibaudeau die Nostalgiker, die sich an die Reminiszenzen von früher klammerten, weil es sonst nicht viel gab, und sowohl der Name «Lakers» wie die eisblauen Klubfarben für viele ein Gräuel darstellten.

Stagnation in Rapperswil

Thibaudeau erhielt auf Anhieb einen Zweijahresvertrag – weil er seine erste Eishockey-Lizenz im Kindesalter einst in der Schweiz gelöst hatte, belastet der Kanadier das Ausländerkontingent nicht. Am Obersee galt Thibaudeau als Versprechen. Die Hoffnung war, dass er sich dereinst zum Führungsspieler entwickeln würde. Geklappt hat das nicht, in 242 NLA-Partien kommt Thibaudeau auf 18 Tore und 16 Assists.

Die Frage ist, ob das am Spieler oder am Klub liegt – bei den Lakers hat sich in den letzten fünf Jahren kaum ein Akteur positiv entwickelt – die Ausnahme war der heutige EVZ-Flügel Reto Suri zwischen 2010 und 2012.

Der EVZ als letzte Chance

Thibaudeau stagnierte zuletzt – und in der schicksalhaften Abstiegssaison 2014/15 landete er unter dem schwedischen Coach Anders Eldebrink teilweise sogar auf der Tribüne. Er sagt: «Es war kein einfaches Jahr.»

In Zug soll, ja muss das anders werden, weil der EVZ Thibau­deaus letzte Chance in der NLA darstellen dürfte. Er sagt: «Ich muss jetzt beweisen, dass ich in diese Liga gehöre.»

Im EVZ ist Thibaudeau als Rollenspieler eingeplant, er soll den Abgang von Fabrice Herzog (zu den ZSC Lions) abfedern und das Zuger Spiel vorab um eine physische Komponente bereichern. Der Trainer Harold Kreis sagt: «Er ist ein schneller, kräftiger, geradliniger Stürmer. Wichtig ist, dass er sein Spiel simpel hält.»

Vielleicht beflügelt Thibaudeau die neue Umgebung, wer weiss, weil in Zug weniger Druck auf ihm lastet als noch in Rapperswil, wo das Erbe des Vaters seine Darbietungen überstrahlte.

Wie sieht er das? Ist sein Name eher ein Vorteil? Oder doch eine Bürde? Thibaudeau steht am Ufer des Zugersees und blinzelt in die Sonne. Er sagt: «Nichts von beidem. Wir sind zwei unterschiedliche Spielertypen. Ich kann mir von seinen Erfolgen nichts kaufen.»

Anfang September ist Thibaudeau 25 Jahre alt geworden, im Oktober wird er zum ersten Mal Vater. Womöglich ist es an der Zeit, dass man ihm das Etikett des Sohnes eines berühmten Vaters nicht mehr anheftet. Sondern ihn seinen eigenen Namen machen lässt.

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