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Für den EVZ gilt es ernst: Die Champions Hockey League beginnt

Der EV Zug startet heute (19.30 Uhr, Sport 1) auswärts bei den Eisbären Berlin in die Champions Hockey League. Es ist die erste Bewährungsprobe für den neuen Coaching-Staff um Dan Tangnes.
Sven Aregger
Die EVZ-Spieler Fabian Haberstich, Yannick Zehnder und Livio Stadler. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Zug, 11. August 2018))

Die EVZ-Spieler Fabian Haberstich, Yannick Zehnder und Livio Stadler. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Zug, 11. August 2018))

Als der neue EVZ-Trainer Dan Tangnes Ende April in der Bos­sard-Arena vorgestellt wurde, trugen die ZSC Lions und der HC Lugano den Playoff-Final aus. In der Runde kam die Frage auf, wer sich am Abend das sechste Spiel der Serie ansehen werde. EVZ-CEO Patrick Lengwiler räumte daraufhin ein, dass er das Geschehen gerade nicht live verfolge. Die Lust auf Eishockey war ihm vorübergehend vergangen.

Diese Episode zeugt davon, wie stark das Ausscheiden im Viertelfinal gegen den ZSC an den Zugern nagte. Und sie ist auch ein Indiz dafür, dass sich der EVZ mit einem Playoff-Viertelfinal nicht mehr zufrieden gibt. Spätestens seit dem Finaleinzug 2017 sind die Ansprüche gestiegen, in Zug träumt man vom ersten Meistertitel seit 1998. Der EVZ versteht sich heute als Spitzenklub, was er zuletzt durch die Verpflichtung des besten Schweizer Goalies unterstrichen hat: Leonardo Genoni wechselt im Sommer 2019 mit einem Fünfjahresvertrag von Bern in die Zentralschweiz. Gleichzeit definiert sich Zug aber auch als Ausbildungsverein mit einer Hockey-Academy und einem eigenen Farmteam. Das heisst: Der EVZ will um den Meistertitel spielen und zugleich junge Spieler an die National League heranführen, sportlicher Erfolg und nachhaltige Ausbildung sollen sich ergänzen. Harold Kreis ist an dieser anspruchsvollen Aufgabe gescheitert, im April trennte sich der Klub vorzeitig vom kanadischen Trainer.

Trainer brauchen Fingerspitzengefühl

Nun wagt der EVZ so etwas wie einen Neuanfang – mit frischen Gesichtern im Coaching-Staff. Die Hoffnungen ruhen in erster Linie auf Headcoach Tangnes, einem 39-jährigen Norweger, der in den vergangenen Jahren den schwedischen Klub Linköping trainiert hatte. Zudem leistet sich Zug erstmals zwei Assistenten: den früheren Publikumsliebling Josh Holden (40) und den Schweden Stefan Hedlund (43), der das Farmteam EVZ Academy im Frühling in die Playoffs der Swiss League geführt hat. «Wir verlangen von den Trainern neben fachlichen Qualitäten auch Fingerspitzengefühl und Sozialkompetenz», sagt Sportchef Reto Kläy. «Der neue Coaching-Staff lebt unsere Philosophie zu 100 Prozent, es ist eine enorme Bereitschaft vorhanden.»

Im EVZ-Umfeld heisst es, Tangnes habe in seinen ersten Wochen in Zug schon mehr Inter­esse an den Entwicklungen in den verschiedenen sportlichen Bereichen gezeigt als seine Vorgänger Kreis, Doug Shedden und Sean Simpson in ihrer gesamten Amtszeit. Kläy sagt: «Die Trainer müssen das ganze Bild sehen und sich auch mit den Schnittstellen zum National-League-Team befassen, zum Beispiel mit der Academy.» Aber der Fokus liegt nicht nur auf der Förderung von klubeigenen Talenten, auch die arrivierten Spieler sollen sich weiterentwickeln. Die Trainings werden gefilmt, um den Spielern auf anschauliche Weise und möglichst schnell Feedbacks zu geben.

Eine wichtige Erkenntnis aus der vergangenen Saison ist, dass die Eiszeiten ungleichmässig verteilt wurden. Gegen Ende der Saison liess Kreis fast nur noch mit drei Sturmlinien spielen – mit der Konsequenz, dass die in der Qualifikation noch überragenden Ausländer Garrett Roe und Viktor Stalberg in den Playoffs kraftlos auftraten. «Das Management der Eiszeiten muss besser werden», sagt Kläy.

«Zeit, dass ein Schweizer Team gewinnt»

Der Coaching-Staff um Tangnes steht nun vor der ersten Bewährungsprobe, der EV Zug startet heute mit dem Auswärtsspiel bei den Eisbären Berlin in die Saison der Champions Hockey League (CHL). Die CHL kämpft noch immer um Anerkennung, der grosse Publikumsmagnet ist sie bisher nicht. Im letzten Jahr hat der Veranstalter den Wettbewerb reformiert, um die Attraktivität zu steigern. Seither können sich die Klubs nur noch sportlich qualifizieren, das Teilnehmerfeld wurde von 48 auf 32 Teams reduziert. Das Preisgeld wird kontinuierlich erhöht, diese Saison von 1,54 auf 1,74 Millionen Euro. Zudem schüttet der Veranstalter 200 000 Euro an Reiseentschädigungen aus und ist bemüht, mit Hilfe einer interaktiven Plattform vermehrt auch die Fans einzubinden. Das neue Format habe den Wettbewerb massiv gestärkt, sagt Martin Baumann, CEO der Champions Hockey League. «Das Zuschauerpotenzial der Liga ist zuletzt nachhaltig gewachsen, insbesondere auch in der Schweiz.»

EVZ-Sportchef Kläy sieht das ähnlich, er sagt: «Es wäre gelogen, wenn wir sagen würden, dass die Champions League den grösseren Stellenwert hat als die nationale Meisterschaft. Aber das Format entwickelt sich immer besser.» Sportlich habe die CHL durchaus ihren Reiz. «Ab sofort müssen die Spieler auf Competition programmiert sein, was hilfreich ist im Hinblick auf den Meisterschaftsstart am 21. September. Ausserdem können sie Erfahrungen auf internationaler Ebene sammeln.» Minimalziel der Zuger ist, zum ersten Mal die Viertelfinals zu erreichen. «Damit es lukrativer wird, müssen wir weiterkommen als in den vergangenen Jahren. Aus sportlichen und finanziellen Gründen liegt es in der Natur der Sache, dass wir so erfolgreich wie möglich sein wollen», so Kläy. Zumal eine gute Kampagne auch das Interesse der Schweizer Zuschauer steigern würde. «Es wird Zeit, dass ein Schweizer Team die Champions Hockey League gewinnt», meinte unlängst ZSC-Sportchef Sven Leuenberger. Zug gehört zu den Kandidaten.

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