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Zuger Spieler sind gefragt in Langnau

Nolan Diem ist in Zug nicht glücklich geworden und stürmt nun für die SCL Tigers. Mit Sven Senteler könnte der nächste EVZ-Profi folgen. Zug und Langnau verbindet die wohl seltsamste Handelsbeziehung der Liga.
Klaus Zaugg
Nolan Diem (rechts) ersetzt in Langnau Yannick-Lennart Albrecht, der neu in Zug spielt. (Bild: Melanie Duchène/Keystone (Zürich, 25. September 2018)

Nolan Diem (rechts) ersetzt in Langnau Yannick-Lennart Albrecht, der neu in Zug spielt. (Bild: Melanie Duchène/Keystone (Zürich, 25. September 2018)

Die SCL Tigers sind die Könige des Transferwühltischs. Fertige, grosse, teure Spieler können sie sich nicht leisten. Enzo Corvi ist für sie beispielsweise so unerreichbar wie Sidney Crosby. Wenn der Sportchef in Langnau sein Team ergänzen will, dann sucht er auf den Transferwühltischen nach einem Sonderangebot. So eines war letzte Saison Zugs Nolan Diem (25). «Wir brauchten einen Ersatz für Al­brecht» sagt der neue Sportchef Marco Bayer. «Also haben wir uns um Nolan Diem bemüht.» Die Langnauer hatten Glück. «Zug wollte mir noch kein Angebot machen», erzählt der Mittelstürmer. «Da kam die Anfrage aus Langnau, und ich sagte zu.» Später hätte dann Zugs Sportchef Reto Kläy den Mittelstürmer doch gerne behalten. «Aber da hatten wir den Vertrag bereits gemacht», freut sich Marco Bayer.

Noch ist Nolan Diem in Langnau nicht ganz angekommen. Er hat unter Heinz Ehlers sogar gut drei Minuten weniger Eiszeit pro Spiel, als ihm letzte Saison Harold Kreis gewährt hatte. «Ich muss besser werden», sagt er selbstkritisch. Nach zehn Partien hat er erst einen einzigen Assist gebucht – beim 4:1-Auswärtssieg gegen die ZSC Lions. Bayer ist trotzdem zufrieden. «Er macht seine Sache gut. Wir haben für nächste Saison erst einen einzigen Mittelstürmer unter Vertrag – Nolan Diem.»

Gut möglich, dass bald der nächste Zuger nach Langnau wechselt. Marco Bayer sagt, er brauche für die nächste Saison dringend einen weiteren Mittelstürmer. Wieder hat er auf dem «Transferwühltisch» einen Namen entdeckt. Zugs Sven Senteler (26). Die Situation des Zürchers ist ähnlich wie vor einem Jahr jene von Nolan Diem. Reto Kläy bestätigt, dass er noch keine Offerte gemacht hat. «Wir wollen erst einmal sehen, wie sich die Spieler unter dem neuen Trainer entwickeln, und es spielt ja auch eine Rolle, ob für nächste Saison neu sechs oder weiterhin nur vier Ausländer eingesetzt werden können.» Damit ist klar: Sven Senteler nimmt in Zugs Zukunftsplanung keine wichtige Rolle ein.

Senteler erhält unter Tangnes mehr Eiszeit

Marco Bayer hat hingegen Sven Sentelers Agenten Erich Wüth­rich bereits diese Woche telefonisch kontaktiert und macht vorwärts. Einen Unterschied gibt es allerdings zum «Fall Diem». Sven Senteler bekommt diese Saison pro Spiel gut drei Minuten mehr Einsatzzeit pro Partie als zuvor unter Harold Kreis. Seine Unzufriedenheit ist kleiner. Aber wenn Reto Kläy die Verpflichtung von Enzo Corvi gelingen sollte, wird er definitiv zum chancenlosen Hinterbänkler und Langnau eine Alternative.

Die intensive, seltsame Handelsbeziehung zwischen Langnau und Zug fällt auf. In den letzten drei Jahren zügelten Nationalverteidiger Miro Zryd (23), Nationalstürmer Yannick-Lennart Albrecht (24) und der ungeschliffene Diamant Fabian Haberstich (21) von Langnau nach Zug. Um die grosse Hockeywelt zu erobern oder mehr Geld zu verdienen. Alle drei kommen in der ersten Mannschaft zum Zuge.

Emanuel Peter (34), Larri Leeger (31), Samuel Erni (27), Yannick Blaser (29) und Nolan Diem (25) sind den umgekehrten Weg von Zug nach Langnau gegangen. Um endlich eine wichtigere Rolle zu bekommen oder zur Karriereverlängerung.

Blaser und Erni erfüllen die Erwartungen

Zug hat eher die bessere Handelsbilanz. Miro Zryd und Yannick-Lennart Albrecht haben sich auf Anhieb einen Stammplatz erobert. Hingegen ist Emanuel Peter für Langnau ein arger Fehltransfer, und Marco Bayer bestätigt, dass der Vertrag nach dieser Saison nicht mehr verlängert wird. Larri Leeger ist ein Verteidiger mit Lottertendenz, Minusbilanz und weniger als zehn Minuten Eiszeit. Hingegen erfüllen Samuel Erni (mit mehr als einer Viertelstunde Eiszeit) und vor allem Yannick Blaser (als Verteidigungsminister am meisten Eiszeit von allen Abwehrspielern) die Erwartungen. Es wäre keine Überraschung, wenn Yannick Blaser diese Saison noch zu ein paar Testländerspielen kommen sollte. Und Nolan Diem wird sich im Laufe der Saison schon noch steigern.

Inzwischen gilt für die jungen Langnauer: «Wenn ich einmal gross und stark bin, will ich nach Zug zum Kläy, um richtig Geld zu verdienen und weniger Steuern zu bezahlen.» Und die Zuger können sich sagen: «Wenn ich nicht mehr gut genug bin und mir der Kläy keinen Vertrag mehr geben will, kann ich immer noch nach Langnau.»

«Happiges Programm, da bleibt man im Rhythmus»

Dem Walliser Yannick-Lennart Albrecht gefällt es in Zug. Nun kämpft er mit den «Stieren» erstmals gegen die Tigers. Neun Jahre lang war Yannick-Lennart Albrecht (24) ein Langnauer: Im Alter von 15 Jahren wechselte er aus der Nachwuchsabteilung des EHC Visp ins «Hockey Country», wie die Tigers ihr Revier bezeichnen. Via Elite-Novizen und Elite-A-Junioren erfolgte der Sprung ins NLB-Team der SCL-Tigers. Nach zwei Saisons gelang ihm mit dem Team 2015 die Rückkehr in die National League, in dem er zuletzt Assistenz-Captain war. Keine Frage, die Emmentaler sind für Albrecht nicht Durchlauferhitzer, sondern ein wichtiger Teil der Lebensgeschichte. «Ich freue mich sehr darauf, die alten Teamkollegen zu treffen, aber auf dem Eis ist es ein Spiel wie jedes andere.»

Yannick-Lennart Albrecht (links) im Gespräch mit Raphael Diaz. (Bild Laurent Gillieron/Keystone (Lausanne, 30. September 2018))

Yannick-Lennart Albrecht (links) im Gespräch mit Raphael Diaz. (Bild Laurent Gillieron/Keystone (Lausanne, 30. September 2018))

Albrecht zählt sich noch zu den Jungen

Die Tigers seien gegenwärtig sehr selbstbewusst, «auch nach dem Derbysieg gegen Bern. Sie haben starke Goalies, und es wird schwer sein, ihre Defensive zu knacken. Durch den Erfolg der letzten Jahre ist der EVZ klar nach vorn orientiert. Man schaut, dass man auf die Playoffs hin bereit ist», bilanziert Al­brecht. Das war in Langnau anders. «Von Beginn weg steht man unter Druck zu punkten. In Zug wird viel Wert auf die Jungen – zu denen ich mich auch noch zähle – gelegt. Ich schätze sehr, dass es nicht nur darum geht, das Team zu verbessern, sondern auch den Einzelspieler.» Junge Athleten fördern und vorne mitspielen sei eine spannende Philosophie. «Schon jetzt kommen viele Junge zum Zug, das bringt neuen Schwung und ist gut für alle.» In der Zentralschweiz habe er sich von Beginn weg sehr wohl gefühlt. «Manche kannte ich schon, zum Beispiel Miro Zryd, der mit mir gewechselt ist.»

Anders als rund um Langnau sind hier die Berge höher, was seiner Heimat, dem Wallis, ähnlicher kommt. «Die Natur mit dem Zugersee ist sehr schön – mir gefällt es hier sehr gut. Langnau war kleiner, und man musste lange fahren bis zur nächsten grösseren Stadt. Hier ist bereits Zug gross, und man ist schnell in Luzern und Zürich.» Er habe schon mehrere Tagesausflüge gemacht. Solche stehen gegenwärtig auch mit dem EVZ öfters an: Innerhalb von zehn Tagen und vier Stunden stehen Brünn, Bern und Lugano auf dem Programm – und dazwischen dreimal Zug. «Ein happiges Programm, da bleibt man im Rhythmus. Es gilt gut zu essen und zu regenerieren – wir nehmen alle drei Wettbewerbe ernst und wollen eine Runde weiterkommen.»

Daniel Gerber

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