Kommentar

Raphael Diaz hat seine Glaubwürdigkeit verspielt – und viele Sympathien bei den Fans verloren

Der Abgang des Captains und Ur-Zugers kommt unerwartet. Sein Abgang hinterlässt einen faden Beigeschmack.

Philipp Zurfluh
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Redaktor Philipp Zurfluh

Redaktor Philipp Zurfluh

Bild Pius Amrein

Bayern-Kultfigur Thomas Müller zu Borussia Dortmund? Zauberer Lionel Messi zu Real Madrid? Undenkbar. Was man bis gestern auch nicht für möglich hielt, war ein Wechsel von EVZ-Captain Raphael Diaz. Es ist der Transfer-Hammer des Jahres und löst in der Eishockeyszene grosse Verwunderung aus. EVZ-Anhänger äussern sich in Fan-Foren enttäuscht. Die fehlende Dankbarkeit und Bescheidenheit stehen am Pranger. Der Aufschrei ist gross.

Nachvollziehbar, denn Diaz ist der Inbegriff des EVZ. Er verkörpert die Zuger DNA wie kein anderer Spieler und steht für Klubtreue und einen vorbildlichen Mannschaftsspieler. Nachwuchstalente eifern ihm nach. Teamkollegen schätzen seine unkomplizierte Art, seine Führungsqualitäten. Ein Vorzeigeprofi mit Bodenhaftung, ohne Starallüren.

Doch sein Abgang wirft ein anderes Licht auf die Identifikationsfigur und hinterlässt einen faden Beigeschmack. Stets seine Klubtreue beschworen, setzt er seine Karriere anderswo fort. Er ist auf das Angebot des Klubs, drei weitere Saisons am Zugersee anzuhängen, nicht eingetreten. Der Wechsel zu Fribourg-Gottéron ist ein sportlicher Abstieg. Die Romands haben in ihrer Klubhistorie nichts gewonnen, das Kader ist überaltert. Doch der Offensivverteidiger wird dort noch besseres Geld verdienen. Der EVZ ging bis an seine Schmerzgrenze, wie schon damals bei seiner Rückkehr aus der NHL. Für Diaz zu wenig. Damit hat er bei den EVZ-Fans viele Sympathien verloren und seine Glaubwürdigkeit verspielt.