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GOALIE: Tobias Stephan entpuppt sich als «Mister Zuverlässig»

Tobias Stephan wurde in Zug als Heilsbringer präsentiert. Bisher hat er die Erwartungen erfüllt – und er verspricht, noch besser zu werden.
Tobias Stephan: Mit neuem Helm will er seinem Team wiederum zahlreiche Siege ermöglichen. (Bild Stefan Kaiser)

Tobias Stephan: Mit neuem Helm will er seinem Team wiederum zahlreiche Siege ermöglichen. (Bild Stefan Kaiser)

Nicola Berger

Vorfreude, sagt der Volksmund, sei die schönste Freude. Das kann sein, aber manchmal, wenn sich die Antizipation ballt, kann sie auch zur Bürde werden. Bei der Liaison zwischen Tobias Stephan (31) und dem EV Zug musste man diese Sorge haben, weil der Transfer des Nationaltorhüters ja anderthalb Jahre vor Vertragsantritt durchgesickert war und die ganze Stadt die Ankunft Stephans herbeisehnte, nach den Kapriolen mit den ungenügenden Brian Boucher und Eero Kilpeläinen (2013/14) – und nachdem der nicht immer zu Recht kritisch beäugte Finne ­Jussi Markkanen den EVZ ab 2010 in vier Jahren nie weiter als bis in den Halbfinal zu führen vermocht hatte.

Die Erwartungen an Stephan waren darum himmelhoch, es gibt Spieler, die sich davon hätten erdrücken lassen. Stephan aber zeigte sich unbeeindruckt – und spielte eine exzellente Saison, die vermutlich beste eines EVZ-­Keepers seit der Meistersaison von Ronnie Rüeger 1997/98.

Das Lob des Captains

Stephan parierte 92,44 Prozent aller Schüsse und stellte damit hinter Flüeler (ZSC), Manzato (Lugano) und Huet (Lausanne) den ligaweit viertbesten Wert auf. Allein: Die Statistik wird der Bedeutung Stephans kaum gerecht. Denn der Zürcher hat dem EVZ so etwas wie ein neues Lebensgefühl vermittelt. Der Captain Fabian Schnyder sagt: «Er gibt uns jeden Abend die Chance, zu gewinnen. Diese Zuverlässigkeit steigert das Selbstvertrauen einer Mannschaft enorm.»

Schnyders Aussage lässt sich durch den Fakt untermauern, dass der EVZ von 50 Qualifikationsspielen nur deren zwei mit mehr als zwei Toren Unterschied verlor.

Stephan selber wertet sein Premierenjahr in Zug als «durchaus gelungen», er sagt aber auch: «Im Playoff gegen Davos haben wir alle unser Potenzial nicht abrufen können. Das war enttäuschend. Aber wir wissen, dass wir mehr können. Das gilt auch für mich, ich kann besser spielen.»

Gegen Davos ausser Form

Mit dieser Einschätzung steht Stephan nicht alleine da – fast alle Zuger Protagonisten äusserten sich nach dem Aus gegen Davos selbstkritisch. Im März mag das für Frustration gesorgt haben, nun aber zehren die Zuger davon. Denn: Schon in mittelmässiger Verfassung gelang es dem EVZ-Kollektiv, den Meister ernsthaft zu fordern. Wäre Stephan im entscheidenden sechsten Spiel in Davos nicht von Marc Wieser ausgeknockt worden – wer weiss, wie die Serie geendet hätte.

Stephan zog sich bei der Attacke eine Hirnerschütterung zu, die er aber bald auskurierte. Er sagt: «Es gehört zum Playoff dazu, dass man alles versucht, um einen Goalie aus dem Konzept zu bringen. Ich versuche mich dagegen zu wehren. Und vertraue darauf, dass die Schiedsrichter Fouls konsequent ahnden.»

Von Wieser hat Stephan bis heute keine Entschuldigung erhalten. Er sagt, ihn störe das nicht. Eine erfolgreiche Revanche im nächsten Playoff wäre ihm lieber.

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