«Halbbatziges» will EVZ-Center Sven Senteler nicht

Sven Senteler hat früher als erwartet das Comeback gegeben. Am Freitag (19.45 Uhr) spielt er erstmals wieder zu Hause.

Sascha Fey
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EVZ-Center Sven Senteler (rechts) wird vom Lausanner Yannick Herren bedrängt.

EVZ-Center Sven Senteler (rechts) wird vom Lausanner Yannick Herren bedrängt.

Bild: Pascal Muller/freshfocus (Lausanne, 17. Dezember 2019)

Nachdem sich Sven Senteler am 28. September im Heimspiel gegen den SC Bern die Schulter ausgerenkt hatte, war von einer vier Monate dauernden Pause die Rede. Nun spielte er bereits am Dienstag in Lausanne (3:0) wieder. «Es hätte durchaus noch länger gehen können», sagte Senteler. Er habe sich jedoch gut gefühlt und keine Schmerzen mehr gehabt, weshalb sie sich entschieden hätten, dass es Sinn mache, schon jetzt zurückzukehren. Da das Risiko einer erneuten Schulterluxation gross war, entschied sich der 27-jährige Center für eine Operation, bei der das Ganze mit zwei Schrauben fixiert wurde. «Alles andere wäre halbbatzig gewesen.»

Senteler fühlte sich gut ­ beim Comeback. Er hatte schon in der Woche zuvor mit der Mannschaft mittrainiert und konnte sich dadurch schon ans Tempo gewöhnen. «Ausserdem half es, dass wir gut spielten.» Nun geht es für ihn noch darum, wieder das Gefühl zu bekommen, wo der Puck hingeht, sich an den Spielfluss zu gewöhnen. «Das geht relativ schnell», ist ­Senteler überzeugt. Bei den Team-Meetings war er auch während der Pause stets dabei, das wollte EVZ-Trainer Dan Tangnes so.

Detailarbeit in der Verletzungspause

Senteler nutzte die Verletzung, um mit der amerikanischen Skatingtrainerin Cyndy Kenyon an Details zu arbeiten, für die während der Saison nicht viel Zeit bleibt. «Ich habe das Gefühl, dass mir das ziemlich geholfen hat. Ich bin topfit.» Ansonsten hatte er genug damit zu tun, die Schulterbeweglichkeit wieder zu erlangen. Gehadert hat Senteler nicht. Je länger es allerdings dauerte, desto mehr vermisste er das Feeling, zu spielen. Schliesslich hatte er sich gut gefühlt, bevor das Unglück passierte. Ohnehin sagt ihm das System von Tangnes zu. Und es kommt ihm zupass, dass er unter dem Norweger, der die zweite Saison beim EVZ an der Bande steht, nicht mehr als Flügel, sondern nur noch als Center eingesetzt wird. «In dieser Rolle fühle ich mich schon wohler», erklärte Senteler.

«Als Center hast du mehr den Puck, bist du mehr im Zentrum des Spiels. Das liegt mir besser.»

Überhaupt fühlt sich Senteler sehr wohl bei den Zentralschweizern, weshalb er den Vertrag trotz anderen Möglichkeiten bis 2021 verlängert hat. Nach der letzten Saison gab es auch keinen Grund für einen Wechsel – mit 19 Toren und 11 Assists in 64 Partien in der National League war er so produktiv wie noch nie. Daran will er nun wieder anknüpfen. Schliesslich soll es in den kommenden Playoffs endlich klappen mit dem zweiten Meistertitel für die Zuger nach 1998 – die Fans lechzen danach.

Ambris Dal Pian fällt für unbestimmte Zeit aus

Giacomo Dal Pian (26) von Ambri-Piotta muss für unbestimmte Zeit pausieren. Der Stürmer hat am Dienstag beim 7:2-Derby-Sieg gegen Lugano eine Prellung an der linken Hand erlitten. Als Reaktion auf den Ausfall haben die Leventiner Mattia Hinterkircher (24) aus der Organisation der ZSC Lions bis zum Ende der Saison verpflichtet. Hinterkircher hat in der laufenden Saison vorwiegend für die GCK Lions in der Swiss League gespielt. (sda)

Es ist das letzte Ziel, das der EVZ in dieser Spielzeit noch erreichen kann, da er im Schweizer Cup und in der Champions Hockey League jeweils im Viertelfinal ausgeschieden ist. Auch in der Meisterschaft blieben die Zuger lange Zeit hinter den Erwartungen – nach 18 Begegnungen hatten sie je neun Siege und Niederlagen auf dem Konto und belegten in der Tabelle lediglich den 7. Platz. Das grösste Problem war die hohe Anzahl an Gegentoren (56 zum damaligen Zeitpunkt).

«Wir waren hinten zu wenig konsequent», sagt Senteler. Die Mannschaft spürte die immensen Erwartungen, die mit den Verpflichtungen von Goalie Leonardo Genoni und Topstürmer Gregory Hofmann einhergingen, musste lernen, mit dem Druck umzugehen. «Kaum waren wir im Rückstand oder zeigten ein schlechtes Spiel, waren wir verunsichert», blickt Senteler zurück. «Nun fühlen sich alle wohler, hat es sich eingespielt.» Das verdeutlichen die Resultate, in sechs der letzten acht Meisterschaftspartien gingen die Zuger als Sieger vom Eis. Nach Verlustpunkten ist nur noch der HC Davos, der Gegner vom Freitag, besser. Senteler ist überzeugt: «Wenn wir Tag für Tag solid spielen und wie eine Maschine funktionieren, haben wir eine riesige Chance auf den Meistertitel.»