Interview
EVZ Academy bald nicht mehr in der Swiss League? «Das wäre ein Schlag ins Gesicht»

Die meisten Spieler des Swiss-League-Teams EVZ Academy arbeiten nebenbei Teilzeit. Zwei von ihnen sind derzeit ohne Beschäftigung. Der EVZ ist bei der Stellensuche behilflich. Roland Schmid, Sportchef von The Hockey Academy, gibt Auskunft und spricht über die sportliche Zukunft des Farmteams.

Philipp Zurfluh
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Roland Schmid, Sportchef The Hockey Academy.

Roland Schmid, Sportchef The Hockey Academy.

Bild: PD

Sie haben Unternehmen angeschrieben, ob in deren Betrieben für zwei Academy-Spieler eine vakante Stelle mit einem 50-Prozent-Pensum oder ein Job im Stundenlohn-Segment frei wäre. Ist das üblich?

Roland Schmid: Nein, aber es ist nicht das erste Mal. Es handelt sich um Andreas Döpfner und Jeremy Minder. Die beiden haben gefragt, ob wir ihnen bei der Suche nach einer Stelle behilflich sein können. Bislang haben wir aber nur wenige Rückmeldungen von Firmen bekommen.

Weshalb ist eine Nebenbeschäftigung für die Spieler von wichtiger Bedeutung?

Es geht darum, dass sie eine ­geordnete Tagesstruktur haben und sich neben dem geringen Verdienst als Eishockeyspieler zusätzlich ein gutes Sackgeld verdienen können. Zudem ist es wichtig, dass sie den Anschluss ins Wirtschaftsleben nicht verpassen. Denn nur wenige werden den Sprung ins ­Profigeschäft schaffen.

Aber es gibt auch Spieler, die nebenbei nicht einer Arbeit nachgehen...

Ja, das ist aber die Ausnahme. Die Mehrheit ist in einem Pensum zwischen 40 und 60 Prozent in einem Betrieb tätig oder absolviert ein Studium.

Das EVZ-Farmteam liegt an 10. Position. Entspricht das Ihren Erwartungen?

Ich bin zufrieden. Mit dem jüngsten Durchschnittsalter der Liga muss man ab und zu Lehrgeld bezahlen. Dass es in dieser Saison keinen Absteiger gibt, nimmt etwas Druck von den Schultern der Spieler und dem Coaching-Staff. Für uns steht die Ausbildung im Vordergrund.

Nun besteht aber die Gefahr, dass die EVZ Academy ab der Saison 2022/23 in der Swiss League nicht mehr willkommen ist...

...das wäre ein Schlag ins Gesicht. Wir verrichten für das Schweizer Eishockey wertvolle Arbeit. Die Nachwuchsspieler profitieren extrem von dieser Liga. Ich hoffe schwer, dass die ausgeschlossenen Farmteams auch in Zukunft noch Teil der Swiss League sind. (pz)