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Ist der EV Zug reif für den letzten Schritt?

Sportredaktor Sven Aregger über die sportlichen Ziele des EV Zug.
Sven Aregger, stv. Redaktionsleiter Neue Urner Zeitung, Redaktion Bild: Florian Arnold (Bild: Florian Arnold (Neue UZ (Neue Urner Zeitung))

Sven Aregger, stv. Redaktionsleiter Neue Urner Zeitung, Redaktion Bild: Florian Arnold (Bild: Florian Arnold (Neue UZ (Neue Urner Zeitung))

Der Zuger Verteidiger Robin Grossmann hat kürzlich klar formuliert, was er mit dem EV Zug erreichen will. Nach dem Finaleinzug im Vorjahr und der guten Qualifikation müsse der Meistertitel das Ziel sein. Grossmann ist nicht der Einzige im EVZ, der so oder ähnlich denkt. Auch die Klubführung spricht offen über Titel in absehbarer Zeit. Spätestens nach der Finalteilnahme 2017 und der dabei entfachten Euphorie sind die Ansprüche in der Organisation und in deren Umfeld ge­stiegen. Der EV Zug versteht sich heute als Spitzenteam – und wird auch so wahrgenommen.

Nimmt man die Qualifikation zum Massstab, hat Zug die Erwartungen erfüllt. Beleg dafür ist der 2. Rang, nur an Meister Bern gab es kein Vorbeikommen. Damit sind die Zentralschweizer um einen Platz besser klassiert als im Vorjahr. Sie spielten keine perfekte Qualifikation, bei 50 Spielen ist das auch kaum möglich. Zu Beginn waren sie oft von den beiden neuen Ausländern Garrett Roe und Viktor Stalberg abhängig, die sich als Glücksgriff von Sportchef Reto Kläy erwiesen.

Als sich der EVZ im Herbst einen Leistungseinbruch erlaubte, behielt die Führungsriege – im Wissen um die vielen Verletzten – die Nerven. Das hat einerseits damit zu tun, dass Präsident Hans-Peter Strebel, CEO Patrick Lengwiler und Sportchef Kläy das Gesamtbild im Auge behalten und nicht zu Kurzschlusshandlungen neigen. Anderseits lässt sich in Zug nach wie vor ruhiger arbeiten als in den bisweilen hektischen Hockey-Hochburgen Zürich, Bern oder Lugano.

Mit dem besonnenen Vorgehen sollten die Chefs schliesslich richtig liegen. Nachdem der EVZ das Zwischentief im November überwunden hatte, verlor er nur noch 8 der verbleibenden 31 Meisterschaftsspiele. Das Team fand zu Konstanz und wirkt vor den Playoffs gefestigt. Zuversichtlich stimmen kann auch, dass die Zuger an ihren Schwachstellen gearbeitet haben. Sie reduzierten die Strafen und haben eine gute Mischung in den Sturmlinien gefunden. So punktete zuletzt auch die dritte Linie regelmässig. Gerade in den Playoffs ist es wichtig, dass verschiedene Formationen den Unterschied machen können und der EVZ für den Gegner schwerer auszurechnen ist.

Eine gute Nachricht für Zug ist auch, dass wohl alle Spieler rechtzeitig für den Start der entscheidenden Saisonphase zur Verfügung stehen. Trainer Harold Kreis ist gut beraten, die Breite zu nutzen, um Leistungsträger nicht zu verheizen. Ge­rade in der Abwehr haben junge Spieler wie Thomas Thiry und Tobias Geisser bewiesen, dass sie ein Versprechen für die Zukunft sind. Das ist ganz im Sinne des Zuger Nachwuchs­konzepts. Der EVZ will in der Ausbildung von Talenten schweizweit die Führungsrolle übernehmen. Die ersten posi­tiven Auswirkungen sind nicht nur in der höchsten Spielklasse zu beobachten. Das Farmteam hat in seiner zweiten Saison in der Swiss League erstmals die Playoffs erreicht.

Headcoach Kreis muss nun entscheiden, in welcher Zusammensetzung seine Mannschaft am besten funktioniert. Auch er weiss: Von der guten Qualifikation kann sich der EVZ nichts kaufen.Abgerechnet wird in den Playoffs. Die grosse Frage lautet also, ob Zug reif ist für den Titel. Man könnte es auch zugespitzter formulieren: Kann der EVZ das in der Breite besser aufgestellte Bern schlagen? In der Qualifikation hat er alle vier Direktvergleiche verloren. Für das Zuger Selbstvertrauen wäre es wichtig gewesen, zumindest eines dieser Duelle zu gewinnen.

Doch zu einer Serie gegen Bern könnte es erst im Final kommen. Bis dahin ist es ein weiter Weg. Die erste Hürde sind die ZSC Lions im Viertel­final – keineswegs ein Selbstläufer. In der ausgeglichenen National League entscheiden oft Details über Sieg oder Niederlage. Erfolg ist von vielen Faktoren abhängig. Von einem formstarken Goalie beispielsweise. Von Disziplin, Effizienz und taktischem Geschick. Von der körperlichen und mentalen Verfassung. Von Leitwölfen, die ihrer Verantwortung gerecht werden. Zug braucht seine Schweizer Ausgängeschilder Raphael Diaz und Lino Martschini in guter Verfassung. Für beide war es bisher eine Saison mit Höhen und Tiefen.

Auch Wettkampfglück ist ein Faktor. Wir erinnern uns an das erste Viertelfinal-Spiel im Vorjahr gegen Servette. Damals hatte der Genfer Tim Traber in der Verlängerung den Siegtreffer auf dem Stock, doch statt ins leere Tor traf er nur die Latte. Es war ein Schlüsselmoment in dieser Serie. Zug gewann schliesslich die Partie und löste eine Euphorie aus, die es bis in den Final tragen sollte. Kann der EVZ auch jetzt wieder eine solche Begeisterungswelle lostreten, ist ihm vieles zuzutrauen – sogar der Titel.

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