Kämpferische Zuger verlieren gegen starke Davoser

Der HC Davos zeigte auch in Zug, das es derzeit das formstärkste Team der Liga ist. Der EVZ unterlag in einem torreichen, intensiven Spiel 4:5.

Daniel Gerber
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Zugs Gregory Hofmann (links) erzielte drei Tore. Das reichte aber nicht für den Sieg. (Bild: Keystone/Alexandra Wey, Zug, 15. November 2019)

Zugs Gregory Hofmann (links) erzielte drei Tore. Das reichte aber nicht für den Sieg. (Bild: Keystone/Alexandra Wey, Zug, 15. November 2019)

In einem Action-Drama von höchstem Unterhaltungswert rang der HC Davos den EV Zug nieder; das Drehbuch hatte jedoch einen etwas repetitiven Charakter.

So endete zuerst das Startdrittel erfreulicher als es begonnen hatte: Nach einem Distanzschuss von EVZ-Verteidiger ­Jesse Zgraggen stimmte die Zuordnung der Davoser-Abwehr für einen Augenblick nicht, dies nutzte Jan Kovar, um den Abpraller ins halb offene Gebäude einzuschiessen. Dieser Ausgleich 30 Sekunden vor der ersten Pause war eine spürbare Erleichterung. Denn nach dem frühen Gegentreffer nach weniger als zwei Minuten rannten die Zentralschweizer dem Rückstand hinterher.

Kurz nach dem ersten Seitenwechsel folgte das Abbild des ersten Abschnitts: In der zweiten Minute nach Wiederbeginn kombinierten sich die Davoser durch, kein Zuger fühlte sich für HCD-Stürmer Luca Hischier zuständig. Problemlos versenkte er den Querpass von Enzo Corvi zum erneuten Vorsprung für den Rekordmeister.

Fünfte Pleite in sieben Spielen

Verschiedentlich lag der Rekordmeister dem 3:1 näher als der Cupsieger dem Ausgleich. Doch als sich Davos-Captain Andreas Ambühl auf die Strafbank setzte, nutzte EVZ-Top­skorer Gregory Hofmann ein Power-Play zum Ausgleich – eine Sekunde vor Drittelsende.

Im Schlussdrittel änderte sich zunächst nichts an der Torfolge, einzig das Tempo wurde erhöht: Der HCD brauchte noch 34 Sekunden, um in Führung zu gehen, und Gregory Hofmann (lieferte die Saisontore 14 bis 16!) schoss bald darauf erneut im Power-Play nach einem cleveren Pass-Schuss via Bande durch Lino Martschini an der verdutzten Davos-Defensive vorbei zum 3:3-Ausgleich.

Auch die vierte Führung gehörte den Bündnern, mit einem Schönheitsfehler: Statt dem vierten Ausgleich folgte der fünfte Treffer für die Gäste. «Erlaubt man dem Gegner fünf Tore, ist es schwierig zu gewinnen», bilanzierte EVZ-Coach Dan Tangnes. Das Team habe sich jeweils zurückgekämpft, aber zu viele Chancen vergeben. «Die Fans wollen nicht Entertainment, sondern den Sieg sehen. Es ist klar, was fixiert werden muss. Wir waren zu wenig konsistent, das muss gegen Biel wieder stimmen.»

An den drei letzten HCD-­Toren war Aaron Palushaj beteiligt, nach dem Action-Kracher erklärte er: «Der EVZ spielte gut, ich bin stolz auf unsere Leistung, es war ein Fun-Game. Es war grossartig, Teil davon gewesen zu sein. Es wogte hin und her wie ein Playoff-Spiel.»

Nun folgt am Samstag der schwere Gang zum Tabellenzweiten EHC Biel. Der EV Zug ist in Zugzwang, denn während Davos den achten Sieg in Serie feierte, verlor der EVZ zum fünften Mal innerhalb von sieben Spielen.

Telegramm Zug - Davos 4:5 (1:1, 1:1, 2:3)

7200 Zuschauer (ausverkauft). - SR Salonen/Hungerbühler, Fuchs/Altmann. - Tore: 2. Stoop (Herzog, Baumgartner) 0:1. 20. (19:30) Kovar (Zgraggen) 1:1. 22. Hischier (Corvi) 1:2. 40. (39:59) Hofmann (Martschini/Ausschluss Ambühl) 2:2. 41. (40:41) Marc Wieser (Lindgren, Palushaj) 2:3. 43. Hofmann (Martschini, Diaz/Ausschluss Guerra) 3:3. 44. Palushaj (Lindgren, Marc Wieser) 3:4. 52. Palushaj (Corvi, Lindgren/Ausschluss Alatalo) 3:5. 53. Hofmann (Kovar/Ausschlüsse Lindberg; Du Bois) 4:5. - Strafen: je 3mal 2 Minuten. - PostFinance-Topskorer: Hofmann; Lindgren.

Zug: Genoni; Diaz, Stadler; Schlumpf, Alatalo; Zryd, Zgraggen; Thiry; Martschini, Kovar, Hofmann; Klingberg, Lindberg, McIntyre; Simion, Leuenberger, Stoffel; Langenegger, Albrecht, Zehnder; Eggenberger.

Davos: Van Pottelberghe; Du Bois, Jung; Rantakari, Paschoud; Stoop, Guerra; Kienzle; Marc Wieser, Lindgren, Palushaj; Hischier, Corvi, Tedenby; Herzog, Baumgartner, Ambühl; Frehner, Aeschlimann, Dino Wieser.

Bemerkungen: Zug ohne Bachofner, Schnyder, Morant, Thorell und Senteler, Davos ohne Buchli und Nygren (alle verletzt) und Barandun, Bader und Meyer (überzählig). National-League-Debüt von Zug-Stürmer Yves Stoffel (18). Pfostenschuss McIntyre (27.). Timeouts Davos (52.) und Zug (59.). Zug ab 58:17 ohne Torhüter.