KOLIN-CUP IN ZUG: Spannende EVZ-Heimpremiere

Zwei Wochen vor dem Saisonstart testet sich der EVZ gegen hochkarätige Gegner. Ein 42-jähriger Veteran aus der Becherovka-Stadt ist eine der vielen Attraktionen.

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Heute beginnt der Kolin-Cup: Nach dem Spass auf dem Klein Matterhorn gilts für Micki Dupont (Mitte) und seine Kollegen ernst. (Bild Charly Kaiser/Neue ZZ)

Heute beginnt der Kolin-Cup: Nach dem Spass auf dem Klein Matterhorn gilts für Micki Dupont (Mitte) und seine Kollegen ernst. (Bild Charly Kaiser/Neue ZZ)

Bereits zum 17. Mal organisiert der EV Zug am Wochenende sein Kolin-Cup-Turnier. Mit Energie Karlovy Vary (Karlsbad) und HC Lugano präsentieren die Zentralschweizer zwei neue Teilnehmer. Ergänzt wird das Duo durch Adler Mannheim und den Gastgeber EVZ, der das Turnier im Vorjahr gewonnen hat.

«Ich erwarte», erklärt EVZ-Sportmanager Patrick Lengwiler, «ein attraktives Turnier auf hohem Niveau. Für den EVZ ist diese Veranstaltung zwei Wochen vor dem Meisterschaftsstart ein hervorragender Test.» Leider müssen die Zuger auf drei verletzte Spieler verzichten: Patrick Sutter (Schulter, soll erst im Dezember einsatzfähig werden), Jay Harrison (Diskushernie) und Patrick Fischer (Oberschenkelzerrung) hingegen sollten beim Ligaauftakt dabei sein.

Klub mit langer Tradition
Das tschechische Team aus der 80 000-Seelen-Stadt Karlovy Vary, in deren Heilanstalten Patienten mit Herz-, Magen- und Kreislaufkrankheiten grosse Genesungschancen haben, ist in der Schweiz noch weit gehend unbekannt. Dabei erreichten die Nordtschechen im Vorjahr den Playoff-Final, in dem sie Slavia Prag mit 3:4 knapp unterlegen waren. Der Klub wurde bereits 1932 gegründet, stieg aber erst 1951 in die oberste Liga der damaligen Tschechoslowakei auf. Nach vier Jahren stieg die Mannschaft aus der Stadt, in der ein hervorragender Magenbitterschnaps, Becherovka, produziert wird, wieder ab. Erst in der Saison 1996/97 ging es wieder bergauf. Das Team, das damals HC Becherovka hiess, gewann zwar die zweitoberste tschechische Liga, verlor aber die Aufstiegsspiele gegen Opava. Trotzdem durfte das Team die Promotion in die oberste Klasse feiern: Weil Erstdivisionär Olomouc in grosse finanzielle Turbulenzen geriet, durfte ihm Karlovy Vary seine Ligalizenz abkaufen und katapultierte sich unter die Landeselite.

So teuer wie der EV Zug
Auch wenn die Nordtschechen bisher keine grossen Titel gewannen, lieferten sie für die Nationalmannschaft einige grossartige Spieler wie Goalie Tomas Vokoun, die Verteidiger Frantisek Musil und Josef Reznicek oder die Stürmer David Volek (ein Sohn des ehemaligen Kloten-Trainers Pavel Volek) und Jan Klapac. Reznicek ist trotz seinen 42 Jahren weiter ein Star bei Karlovy Vary. Der kampfstarke Verteidiger mit Spielmacherqualitäten wird bald die 1000-Spiele-Grenze in der höchsten Liga erreichen. Weitere Stars in der Mannschaft von Trainer Josef Palecek, der 1972 als Stürmer den WM-Titel feierte, sind Torhüter Lukas Mensator und die Nationalstürmer Vaclav Skuhravy und Petr Kunstat.

Das Budget des Teams beträgt fast 35 Millionen Kronen (rund 9,5 Millionen Franken). Die Mannschaft heisst zwar Energie, was auf die finanzielle Unterstützung der regionalen Kohlewerke zurückzuführen ist, das meiste Geld in die Klubkasse kommt jedoch von Geschäftsmann Holoubek, der mit Immobilien viel Geld verdiente.

Magier solls für Lugano richten
Adler Mannheim hat eine turbulente Zeit hinter sich. Nach dem Meistertitel 2007 lief es den Adlern im Vorjahr nicht rund. Trainer Bob Posse musste gehen, und er wurde durch den bekannten kanadischen Ausbildner Dave King ersetzt. Mannheim erreichte zwar die Playoffs, schied aber bereits in der ersten Runde aus. Gespannt ist man in Zug wohl auch auf das «neue» Lugano, das unter dem schwedischen «Magier» John Slettvoll versucht, in die Schweizer Hockeyelite zurückzukommen.

Hinweis: 
Zisch berichtet von den drei EVZ-Partien.

Freitag: 17.00 HC Lugano - Adler Mannheim. 20.30 EV Zug - HC Energie Karlovy Vary.

Samstag: 14.30 Karlovy Vary - Lugano. 18.00 EVZ - Mannheim.

Sonntag: 13.00 Mannheim - Karlovy Vary. 16.30 EVZ - Lugano.

Ivan Sajnoha