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KOLUMNE: Milde Folgen für Stalbergs Aussetzer

EVZ-Stürmer Viktor Stalberg hat am Samstag einen Linesman gegen den Kopf gestossen. Dafür wurde der Schwede für zwei Spiele gesperrt. Der ehemalige Einzelrichter Reto Steinmann beurteilt den Entscheid für unsere Zeitung.
Reto Steinmann (Bild: PKP/Pius Koller)

Reto Steinmann (Bild: PKP/Pius Koller)

Auf die laufende Saison hin hat Viktor Stalberg die ganz grosse Bühne getauscht mit dem grösseren Spielfeld nach fast 550 Partien in der NHL. Der Überläufer war nie nur Mitläufer in den Farben, die er trug. 2013 wurde er mit den Chicago Blackhawks Stanley-Cup-Sieger.

In der hiesigen Liga hat Stalberg sich schnell in die Herzen der Fans gespielt und als Schrecken der gegnerischen Goalies etabliert. Der Schwede belegt mit 39 Punkten aus 33 Matches Rang fünf in der Skorerliste. Auffällig dabei ist die ausgewogene Verteilung der Punkte auf Tore (17) und Assists (22). Stalberg besitzt nicht nur einen ausgeprägten Blick für den erfolg­reichen Weg ins Netz, sondern versteht es auch, die Scheibe durch den dichtesten Verkehr auf den richtigen Stock zu steuern. Bislang neun kleine Strafen belegen zudem, dass der Flügel das Florett zu Lasten des Knüppels bevorzugt.

Am Samstag gewährte sich der Schwede eine temporäre Denkpause. In der 20. Minute kam es auf offenem Eis zu einem Zusammenprall zwischen EVZ-Roe und Davos-Sciaroni. Die Unparteiischen erachteten das Verhalten von Sciaroni als regelkonform und liessen das Spiel weiterlaufen. Komplett anders wurde der Zwischenfall von einer Mehrheit in der Galerie und von Stalberg beurteilt. Stalberg entschied, sich den «Sünder» vorzunehmen. Einer der Linesmen stellte sich Stalberg entgegen. Der Schwede wollte sich aber nicht aufhalten lassen, worauf sich sein Handschuh an den Kopf des Linesman verirrte. Stalberg erhielt eine kleine Strafe wegen übertriebener Härte (gegen wen eigentlich?). Sciaroni kam ungeschoren davon.

Nach Sichtung der Szene beurteilte der Player Safety Officer den Check von Sciaroni am EVZ-Topscorer als korrekt. Auf Antrag des Officiating Departments wurde Stalberg von der Liga für das Spiel vom Sonntag gesperrt. Gleichzeitig wurde ein ordentliches Verfahren eröffnet. Gestern Abend erging das Urteil. Stalberg kommt mit einem blauen Auge davon in Form der minimalen Sanktion von zwei Spielsperren. Der Einzelrichter hat das Verhalten von Stalberg in der untersten von drei möglichen Kategorien (Sanktion: zwei bis vier Spielsperren) bei Verfehlungen gegen Offizielle angesiedelt. Er führte in der Begründung des Entscheids aus, der Stoss des Beschuldigten sei als Versuch zu werten, sich zu befreien.

Der Befreiungsversuch, notabene gegen den Kopf des Linesman gerichtet, hätte aber durchaus als Tätlichkeit betrachtet und in die nächste höhere Kategorie gehievt werden können (fünf bis neun Spielsperren). Der Einzelrichter hat mit seiner Beurteilung samt Sanktion zwischen den Zeilen auch ausgedrückt, was er davon hält, dass ein Linesman während des laufenden Spiels versucht, eine tätliche Auseinandersetzung zu verhindern. Gemäss Einschätzung des Officiating Departments hat sich der Linesman indes richtig verhalten. Den EVZ und Stalberg braucht das nicht kümmern. Der Schwede kann bereits am Samstag in Freiburg wieder eingesetzt werden.

Reto Steinmann

Zur Person

Reto Steinmann war Einzelrichter für Swiss Ice Hockey und praktiziert als Rechtsanwalt und Notar in Zug.

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