SC Langenthal stoppt den EV Zug im Cup-Achtelfinal 2:1

Nach zwei klaren Siegen gegen die ZSC Lions fliegt der EVZ in der Verlängerung gegen Langenthal aus dem Cup.

Daniel Gerber aus Langenthal
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Zugs Keeper Leonardo Genoni konnte das Cup-Aus nicht verhindern.

Zugs Keeper Leonardo Genoni konnte das Cup-Aus nicht verhindern.

Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Langenthal, 25. Oktober)

Erstmals seit 35 Jahren standen sich der EV Zug und der SC Langenthal wieder in einem Ernstkampf gegenüber. Zwischen 1974 und 1985 trugen die beiden Equipen insgesamt zehn Meisterschaftsspiele in der damaligen NLB (heute Swiss League) aus. Immerhin gelangen dem Berner Team dabei 22 Tore, der Rest der Bilanz spricht dann doch eher für die Zentralschweizer: zehn Siege sowie 68:22 Tore. Damals wie heute ging der EVZ als Favorit ins Spiel. Diesmal ist die Mannschaft von Dan Tangnes die beste Mannschaft der Schweiz gemäss der Tabelle; immerhin aber ist der SC Langenthal die letzte Mannschaft, die in der Swiss League den Titel geholt hat.

Bereits früh im Spiel galt der grosse Dank der Langenthaler ihrem Torwart Pascal Caminada, denn in einem ausgefeilten, überlegenen Power-Play war es mehrfach seine rettende Fanghand, welche seine Equipe vor einem Rückstand bereits zum Start bewahrte. Insbesondere als Yannick Zehnder alleine vor ihm stand und Caminada gerade noch das «zu null» retten konnte.

Langenthal lässt sich von der EVZ-Führung nicht beirren

Der EVZ war deutlich überlegen, gelegentlich aber musste auch EVZ-Keeper Leonardo Genoni eingreifen, beispielsweise als SCL-Stürmer Dario Kummer alleine durchbrechen konnte und dabei von Santeri Alatalo von den Beinen geholt wurde (der dafür eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte) und anschliessend Vincenzo Küng alleine vor Genoni zum Abschluss kam.

Bis zur 28. Minute behielt das Swiss-League-Team seine weisse Weste. Dann verlor Verteidiger Giancarlo Chanton die Scheibe an der Bande gegen Gregory Hofmann, dieser spielte zurück auf Jan Kovar. Der Tscheche traf unhaltbar ins hohe Eck. Das Tempo war bis zu diesem Zeitpunkt eine Spur zu hoch und der Raum eine Spur zu eng für den SC Langenthal. Dieser aber liess sich vom Rückstand gegen den Favoriten nicht beirren, sondern fand den Weg nun sogar ein wenig öfter vor das Gehäuse von EVZ-Keeper Leonardo Genoni.

EVZ-Coach Tangnes: «Wir müssen uns sammeln»

14 Tore hatte der EVZ gegen die ZSC Lions erzielt, doch wer nun ein Schützenfest in Langenthal erwartete, hatte sich getäuscht: Im Schlussdrittel gelang dem SC Langenthal der Ausgleich und in der letzten Minute der Verlängerung entschied Ex-SCB-Stürmer Marc Kämpf, der auf diese Saison hin zum SCL zurückgekehrt war, das Spiel mit einem cleveren Angriff. «Es war ein einstudierter Spielzug, ich schaute zu Trainer Jeff Campbell und er gab das Zeichen. Wir hatten es bereits zu Beginn der Verlängerung versucht», so Kämpf.

Der EV Zug verliert trotz einem klaren Chancenplus. «Das kann in einem Spiel geschehen», erklärte Trainer Dan Tangnes. «Wir spielten zwei Hochprofil-Spiele in dieser Woche. Nun standen wir vor der Herausforderung, uns wieder zu sammeln.» Der Gegner habe hart gespielt und man habe sich selbst zu wenig unterstützt.

«Das beginnt bereits bei mir und es zeigt, dass wir noch einen langen Weg zu gehen haben, denn dies sind die Spiele, die man gewinnen muss.»

Einen Sieg habe man erwartet, so der EVZ-Coach. «Doch den Erfolg müssen wir uns in jedem Shift erarbeiten. Wir sind willig, einen hohen Preis dafür zu zahlen, die Chancen waren da.» Doch in einer Knock-­­out-Situation, die nur über ein Spiel geht wie im Cup, könne dies geschehen. «Wir brauchen nun ein paar Spiele, um uns zu sammeln.»

Langenthal – Zug 2:1 (0:0, 0:1, 1:0, 1:0) n. V.
10 Zuschauer. – SR Massy/Staudenmann, Gurtner/Pitton.

Tore: 28. Kovar (Hofmann) 0:1. 45. Kummer (Pienitz, Küng) 1:1. 65. (64:16) Kämpf (Müller, Tschannen) 2:1.

Strafen: je 2-mal 2 Minuten.

Langenthal: Caminada; Weber, Christen; Bircher, Maret; Chanton, Pienitz; Higgins, Müller; Tschannen, Kummer, Küng; Kämpf, Kläy, Elo; Gerber, Nyffeler, Derungs; Walker, Schläpfer, Rüegsegger.

Zug: Genoni; Alatalo, Cadonau; Geisser, Diaz; Stadler, Schlumpf; Wüthrich; Hofmann, Kovar, Simion; Klingberg, Senteler, Martschini; Bachofner, McLeod, Thürkauf; Zehnder, Albrecht, Leuenberger; Langenegger.

Bemerkungen: Langenthal ohne Wyss (verletzt), Bach Nielsen, Dähler, Dobryskin und Wigger (alle überzählig). Zug ohne Thorell (verletzt). 52. Geisser Pfostenschuss.