Leonardo Genoni ist der Rückhalt des EV Zug

Goalie Leonardo Genoni ist der schweizweit Beste seines Fachs. Das beweist der 32-Jährige derzeit auch beim EVZ.

René Barmettler
Hören
Drucken
Teilen
Leonardo Genoni hat beim EV Zug zu seinem Spiel zurückgefunden.

Leonardo Genoni hat beim EV Zug zu seinem Spiel zurückgefunden. 

Patrick Straub/Freshfocus

Leonardo Genoni liess Anfang dieser Saison die Erwartungen im und um den EV Zug in die Höhe schrauben. Noch im vergangenen Frühjahr hat er mit dem SC Bern den Zugern nach 2017 zum zweiten Mal den Meistertitel vereitelt. Nun spielt er mit Zug an der Tabellenspitze, der SC Bern bangt um die Teilnahme an den Playoffs, hat inzwischen seinen Goalienachfolger und den Trainer ausgewechselt.

32 Punkte oder 2,3 pro Spiel holte Zug in den letzten 14 Partien mit Genoni.
25 Tore oder 1,78 pro Spiel kassierte Genoni während dieser Zeit.
93,3% lautet die Fangquote seit seiner Rückkehr nach der Verletzungspause.

Ein Frühstarter ist Genoni nicht. Als er 2016 von Davos nach Bern wechselte, klappte das Zusammenspiel mit den Vorderleuten nicht auf Anhieb. Das war auch zu Saisonbeginn in Zug so. Die Fangquote lag bei 84 Prozent, das ist fast jenseits von Gut und Böse. Es war nicht nur seine Schuld, auch wenn es einige Gegentore gab, die man ihm ankreiden musste. Doch das ist bereits Schnee von gestern. Seit er seine Adduktorenverletzung auskuriert hat, die er sich beim Spiel gegen Davos am 15. November (4:5) einhandelte, schnellen seine Werte nach oben. In den vergangenen 14 Partien, in denen er eingesetzt wurde, holte Zug 32 Punkte, 2,3 im Schnitt. 25 Gegentore, das sind noch 1,78 pro Spiel. Seine Fangquote während dieser Phase: 93,3 Prozent. Das sind alles Spitzenwerte. Doch wie erklärt sich Genoni diese Steigerung? «Nach dem Spiel gegen Davos, als ich anschliessend ausfiel, gingen wir über die Bücher. Das war der Wendepunkt. Seither hat sich das Blatt gewendet, doch das geschah bereits vor meiner Rückkehr.»

Beim Unterzahlspiel hapert es noch immer

Die Abstimmung zwischen Defensive und Goalie bei fünf gegen fünf Feldspieler stimmt nun, «bei zwei Gegentoren pro Spiel gewinnst du in der Regel die Spiele. Wir haben nie den Kopf verloren und zeigen nun, dass unser System greift. So ist es einfacher und macht viel mehr Spass», sagt er.

Die Playoffs rücken näher, und trotz der guten Resultate zuletzt gibt es Luft nach oben. Im Unterzahlspiel und bei der Torproduktion. «Daran schrauben wir noch», sagt der fünf­fache Schweizer Meister. «Die Spezialteams sind in den Playoffs sehr wichtig, das müssen wir in den Griff bekommen.» Dass die Stürmer derzeit nicht so oft treffen, bereitet ihm kein Kopfzerbrechen. «Da mache ich mir keine Sorgen. Wir müssen den Druck auf den Gegner aufrechterhalten. Die Chancen sind da, wir sind also nicht plan- und hilflos.»

Davos ist der hartnäckigste Verfolger der Zuger

Im Unterzahlspiel gibt es nur noch ein Team, das schlechter dasteht als die Zuger. Davos nämlich, hartnäckigster Verfolger und Gegner vom Donnerstag im Bündnerland. Nach der miserablen letzten Saison hat sich der HC Davos unter dem neuen Trainer Christian Wohlwend wieder als Spitzenteam zurückgemeldet. Genoni: «Es macht Freude zu sehen, wie die Davoser spielen. Ich freue mich auf diese Herausforderung und bin gespannt, welches Gesicht Davos diesmal zeigt.»

Der EV Zug hat während des Ausfalls von Genoni den HCD im zweiten Heimspiel mit 4:2 bezwungen, nun tritt er erstmals auswärts an. Diesmal mit einem Leonardo Genoni in Hochform.