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Genoni ist in Zug angekommen

Grosse Torhüter stehen wieder auf. So wie Zugs Leonardo Genoni beim 3:2-Sieg nach Penaltyschiessen gegen Lugano.
Klaus Zaugg
EVZ-Goalie Leonardo Genoni wird gegen Lugano zum Matchwinner. Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 21. September 2019)

EVZ-Goalie Leonardo Genoni wird gegen Lugano zum Matchwinner. Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 21. September 2019)

Eigentlich sollten wir nicht zwei Spiele miteinander vergleichen und aus diesem Vergleich Schlussfolgerungen ziehen. Eigentlich. Aber in diesem Falle dürfen wir es. Weil Zug am Freitag und am Samstag gegen zwei Gegner antrat, die fast gleich spielen. Beide begegnen Zug auf Augenhöhe. Wohlwissend, dass die talentierteren, schnelleren Zuger nur mit furchtloser «Vorwärts-Strategie», mit bissigem Forechecking und couragiertem Zweikampfverhalten aus dem Gleichgewicht zu bringen sind. Die Statistik bestätigt die verblüffende Ähnlichkeit: in Langnau wird Zug mit 32:20 Torschüssen dominiert und verliert 3:5. Am Samstag müssen sich die Zuger 24 Stunden später erneut und nun auf eigenem Eis statistisch dominieren lassen (21:30 Torschüsse). Sie haben alle Hände, Stöcke und Füsse voll zu tun, um sich einem hartnäckigen Gegner zu erwahren. Sie gewinnen nach Penaltys 3:2.

Trainer Dan Tangnes ist erleichtert. Die Differenz sieht er in einer Steigerung im Spiel mit dem Puck. «Wir haben weniger Pucks verloren.» Und in einer Reduktion der Anzahl Fehler. Er hat sicherlich recht. Hockey ist ein Mannschaftssport. Aber wir können es polemisch auch auf einen einzigen Faktor herunterbrechen. Auf Torhüter Leonardo Genoni. Er «stiehlt» für die Zuger den Sieg.

Die Parade, die alles ändert

Die Partie gegen Lugano beginnt nämlich so, wie das Spiel 24 Stunden zuvor in Langnau aufgehört hat. Mit defensiven Denkpausen. Auf einmal stürmt Dario Bürgler allein auf und davon. Er bezwingt Genoni bereits in der 7. Minute zum 0:1. Zug taumelt schon wieder. Reto Suri, letzte Saison noch einer der Leitwölfe der Zuger, fährt allein auf und davon. Aber Genoni lenkt die Scheibe mit schnellem Schoner-Reflex ab. Es ist die Parade, die alles ändert. Einer dieser Augenblicke, in denen ein Spiel und vielleicht sogar eine Saison in eine andere Richtung gelenkt wird. Eine weitere Niederlage hätte womöglich eine Negativ-Dynamik ausgelöst. Es ist Genonis bisher wichtigste Parade für seinen neuen Arbeitgeber. Es ist das, was die Nordamerikaner «Big Save» nennen. Keine Krise. Aufatmen.

Er muss ob dieser dramatischen Einschätzung lächeln. «Wir stecken doch nicht in einer Krise. Meine bisher wichtigste Parade? Nein, ich glaube, die hebe ich mir für später auf.» Er war in Langnau nach der Niederlage gelassen und er ist es jetzt auch nach dem Sieg. Der Zürcher strahlt diese unerschütterliche Ruhe aus, die eigentlich zur typischen Berner Art gehört. Er habe in der Nacht vom Freitag auf den Samstag gut geschlafen. Er schlafe immer gut. Aber kehren wir zurück zum Spiel. Zur «Auferstehung» von Genoni. Zug gleicht aus, geht in Führung und kassiert das 2:2 – aber dann wird der schwächelnde Genoni aus dem Spiel gegen Langnau (86,67 Prozent Fangquote) wieder zum Titanen Genoni. Zugs letzter Mann lässt sich nicht mehr überwinden, wehrt zum ersten Mal in dieser Meisterschaft mehr als 90 Prozent der Schüsse ab (exakt 93,75 Prozent) und verhindert in der Schlussphase und in der Verlängerung in Unterzahl mit mehreren weiteren «Big Saves» Luganos Siegestreffer.

Im Penaltyschiessen lässt er sich weder von Bürgler, Linus Klasen, Romain Loeffel, Luca Fazzini noch von Sandro Zangger bezwingen. Zugs Sven Senteler trifft als einziger – die Zuger gewinnen die Partie 3:2. Zum ersten Mal wird Genoni von den Fans mit Sprechchören gefeiert. Er ist in Zug angekommen. Gut für die Zuger. Denn sie sind nach wie vor weit von ihrer defensiven Bestform entfernt.

Zug - Lugano 3:2 (1:1, 1:1, 0:0, 0:0) n.P.

7086 Zuschauer. - SR Lemelin/Wiegand, Fuchs/Wolf. - Tore: 7. Bürgler (Sannitz) 0:1. 20. (19:36) Thorell (Zgraggen) 1:1. 24. Alatalo (Hofmann) 2:1. 27. Fazzini 2:2. - Penaltyschiessen: Bürgler -, Martschini -; Klasen -, Hofmann -; Loeffel -, Senteler 1:0; Fazzini -, Thorell -; Zangger -. - Strafen: 4mal 2 plus 10 Minuten (McIntyre) gegen Zug, 4mal 2 Minuten gegen Lugano. - PostFinance-Topskorer: Kovar; Chiesa.

Zug: Genoni; Diaz, Stadler; Schlumpf, Alatalo; Zryd, Zgraggen; Thiry; Klingberg, Kovar, Hofmann; Martschini, Senteler, Thorell; Simion, McIntyre, Bachofner; Leuenberger, Albrecht, Schnyder; Zehnder.

Lugano: Zurkirchen; Ohtamaa, Chorney; Chiesa, Jecker; Riva, Wellinger; Loeffel; Zangger, Lajunen, Klasen; Bürgler, Sannitz, Bertaggia; Fazzini, Romanenghi, Suri; Jörg, Walker, Lammer.

Bemerkungen: Zug ohne Lindberg (gesperrt) und Morant. Lugano ohne Vauclair, Morini (alle verletzt) und Spooner (überzähliger Ausländer). - Lattenschüsse: 54. Klasen, 62. Hofmann. - Timeout Zug (64:10).

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