LONDON/ONTARIO: Coach Shedden ist auf einige Spieler sauer

Nur dank der Schützenhilfe von London kann der EV Zug am Euro-Can-Cup überhaupt den Halbfinal bestreiten. Die Zuger müssen sich am Sonntag gegen Linz deutlich steigern.

Drucken
Teilen
Münchens Andreas Rauball checkt Zugs Michael Loichat. (Bild Steve Wiens)

Münchens Andreas Rauball checkt Zugs Michael Loichat. (Bild Steve Wiens)

Die Zahlen sind ziemlich hässlich. Trotz einem starken Goalie (Jussi Markkanen) hat der EVZ in drei Spielen am Euro-Can-Cup 17 Tore kassiert. Und wenn man gegen einen deutschen Zweitligisten (München) und einen Vertreter aus Österreich (Linz) 12 Tore kassiert, wird man in der um einiges stärker eingestuften NLA erst recht Probleme bekunden. «Das ist inakzeptabel. Unsere Abwehr war miserabel», sagt EVZ-Coach Doug Shedden.

Obwohl auch das Top-Verteidigerpaar mit Rafael Diaz und Patrick Fischer II am Samstag gegen Linz einen schwarzen Tag einzog, war der Trainer vor allem auf das Duo Marc Schefer/Wes Snell sowie auf Stürmer Patrick Oppliger schlecht zu sprechen. «Da muss mehr kommen, das war gar nichts heute», so Shedden. «Wir wollen hier eine Winner-Mentalität aufbauen. So wird das nichts, ich bin sehr enttäuscht.» Sein Team unterlag Linz 5:7.

NHL-Star verstärkt London
Der EVZ begann gegen die Österreicher mies und spielte 30 Minuten lang schlechtes Eishockey. Vielleicht steckte einigen die schwere Partie gegen die London Knights (3:5) vom Freitag noch in den Knochen. Die beiden Spiele waren nicht zu vergleichen. Gegen Linz war keinerlei Leidenschaft und keine Intensität auszumachen. Zwar verwandelten die Zuger einen 0:3-Rückstand kurzzeitig in eine 4:3-Führung, verspielten diesen Vorsprung mit dummen Strafen aber wieder.

Ein Lichtblick war, dass Dale McTavish im Schlussabschnitt zwei Treffer erzielte und langsam wieder in Form zu kommen scheint. Nach der Pleite gegen Linz waren die Zuger am Samstagabend auf Schützenhilfe von London angewiesen. Weil die Kanadier München in der Verlängerung besiegten, ist der EVZ noch im Turnier. Nun bot sich ihm in der Nacht auf heute im Halbfinal (wieder gegen Linz) die Chance, sich zu rehabilitieren. Zug musste dabei auf Michael Kress (Schulter) und Björn Christen (Gehirnerschütterung) verzichten.

Im Final in der Nacht auf Dienstag würden die London Knights warten. Der Gastgeber wird seit gestern von NHL-Star Todd Bertuzzi (34, Detroit) verstärkt. Bertuzzi gilt als einer der unfairsten Spieler überhaupt.

Nicola Berger, London/Ontario