LONDON/ONTARIO: Noch kein Pokal für den EV Zug

Der EVZ hat das Endspiel des Euro Can Cup gegen die London Knights mit 4:7 verloren. Die Zuger spielten ein gutes Turnier – mit einem hohen Preis: Insgesamt haben sich fünf Spieler verletzt.

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Sandro Joss (hier am 23. August gegen Ambri-Piotta) hat sich im letzten Euro Can Cup-Spiel eine Gehirnerschütterung zugezogen. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Sandro Joss (hier am 23. August gegen Ambri-Piotta) hat sich im letzten Euro Can Cup-Spiel eine Gehirnerschütterung zugezogen. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Es hat nicht ganz gereicht. Gegen die – mit etlichen NHL-Cracks gespickte – Auswahl der London Knights unterlag der EV Zug im Final trotz einer ansprechenden Leistung mit 4:7. Damien Brunner brachte Zug mit seinem ersten von zwei Treffern früh in Führung. Danach erhöhte London die Kadenz und führte zwischenzeitlich mit vier Toren Unterschied. Ein Doppelschlag im Schlussdrittel brachte die Spannung noch einmal zurück, als Aushilfsstürmer David Ling und Fabian Lüthi für den EVZ trafen. In der 46. Minute hatte Fabian Schnyder bei einem Konter sogar den Ausgleich auf dem Stock; er scheiterte jedoch am starken Goalie Adam Dennis.

Viele Torschüsse, viele Verletzungen
Zug hatte deutlich mehr Torschüsse zu verzeichnen als der Gegner – 38:22 für Zug. «Wir haben kein schlechtes Spiel gezeigt, ich bin zufrieden», sagte Doug Shedden. Beim EVZ wurde Damien Brunner als bester Spieler ausgezeichnet. Brunner wurde (wie Josh Holden und Micki DuPont) zudem ins All-Star-Team des Turniers gewählt. Die Leistungen von Brunner werden den zahlreichen NHL-Scouts in London nicht verborgen geblieben sein.

Tragischer als die Niederlage gegen die London Knights ist die Tatsache, dass sich im Verlauf des Turniers gleich fünf Akteure verletzt haben. Zu Michael Kress (Schulter, wohl drei Monate out), Björn Christen (Gehirnerschütterung) kamen im letzten Spiel Dale McTavish (Bein), Sandro Joss (Gehirnerschütterung) und Jannik Fischer (steifer Hals). Die Blessuren dieses Trios sind allerdings nicht allzu gravierend.«Von den Dreien wird wohl keiner lange ausfallen», sagt Trainer Shedden. Auch Christen sollte bald wieder einsatzfähig sein.

«Gute Erfahrung für die Jungs»
Die Verletzungen waren auch ein Resultat der nicht immer glücklichen Schiedsrichterleistungen. Während in den Spielen zwischen den europäischen Teams praktisch alles gepfiffen wurde, liessen die Refs in den Partien gegen London fast alles durchgehen. «Ich jammere wirklich nicht gerne, aber zum Teil war es schon gefährlich. Viele Hits gingen gegen den Kopf», sagte Angreifer Josh Holden.

Trotzdem zogen die Zuger ein positives Turnierfazit. «Ich denke es war eine gute Erfahrung für die Jungs», sagte Shedden. Allerdings will der Trainer erst abwarten, wie sich der harte Trip (fünf Spiele in sechs Tagen) nächste Woche auf die Fitness auswirkt. Die Akteure haben nun in Toronto einen Tag frei, fliegen am Mittwoch zurück und trainieren am Donnerstag wieder in Zug.

Nicola Berger, London/Ontario

London Knights - EV Zug 7:4 (3:1, 2:1, 2:2)
John Labatt Centre, London/Ontario. - 4000 Zuschauer. - Tore: 8. Brunner (Schnyder, P. Fischer II/Ausschluss Rinaldo) 0:1. 10. (9.41) Larman (Prust, Nystrom) 1:1. 11. (10.23) Varone (Richmond, Syvret) 2:1. 16. Syvret (Bertuzzi, Schremp/Ausschluss Steinmann) 3:1. 21. Bertuzzi (S. Gagner, Syvret/Ausschluss Schefer) 4:1. 28. Barch (McCormick) 5:1. 36. Brunner (Schnyder/Ausschluss Richmond) 5:2. 45. Ling (Oppliger) 5:3. 46. Lüthi (Rüfenacht, D. Camichel) 5:4. 50. S. Gagner (Pouliot, Bertuzzi) 6:4. 56. Richmond 7:4.

Zug: Markkanen; Patrick Fischer II, Diaz; DuPont, Blaser; Schefer, Snell; J. Fischer; Brunner, Holden, Schnyder; Rüfenacht, D. Camichel, McTavish; Ling, Oppliger, Steinmann; Lüthi, Loichat, Joss.

Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen London, 4-mal 2 Minuten gegen Zug. - 12. Pfostenschuss S. Gagner. - Zug ohne Kress, Christen, C. Camichel, Di Pietro und Frei (alle verletzt).