Nach Fall Khashoggi: Glencore-Verwaltungsratspräsident fährt nicht nach Saudi-Arabien

Anthony Hayward, der Verwaltungsratspräsident von Glencore, nimmt nächste Woche nicht an der Investoren-Konferenz in Riad teil. Nebst dem Verwaltungsrat der in Zug ansässigen Rohstoff-Händlerin haben weitere Unternehmens-Vertreter abgesagt.

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Der Hauptsitz von Glencore International AG in Baar im Kanton Zug, aufgenommen am 18. April 2011. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone (18. April 2011))

Der Hauptsitz von Glencore International AG in Baar im Kanton Zug, aufgenommen am 18. April 2011. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone (18. April 2011))

Die Absage von Glencore-Verwaltungsratspräsident Anthony Hayward sowie Charles Dallara, Verwaltungsratspräsident von Partners Group vermeldete das SRF am Freitagmittag. Die Technologie-Firma ABB habe noch nicht entschieden, ob ihr Chef Ulrich Spiesshofer nach Riad reisen werde.

Bereits zuvor hatten wegen der Geschehnisse im Falle des verschwunden saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi mehrere Vertreter bekannt gegeben, dass sie nicht an der Investoren-Konferenz in Riad in Saudi-Arabien teilnehmen werden. Khashoggi war Anfang Oktober ins saudische Konsulat in Istanbul gegangen, um Papiere abzuholen. Türkische Behörden gehen laut Medien davon aus, dass der Journalist dort von einem aus Saudi-Arabien angereisten Spezialkommando getötet wurde.

Nach tagelanger Unsicherheit hatte am Donnerstag auch US-Finanzminister Steven Mnuchin seine Teilnahme abgesagt. Er habe sich mit US-Präsident Donald Trump und Aussenminister Mike Pompeo in der Sache beraten, schrieb Mnuchin am Donnerstag auf Twitter.

«Wir haben entschieden, dass ich nicht am Future-Investment-Initiative-Gipfel in Saudi-Arabien teilnehmen werde, schrieb Mnuchin. Hintergrund ist das Verschwinden des Journalisten Jamal Khashoggi, für das die Führung in Riad verantwortlich gemacht wird.

Der US-Finanzminister reiht sich damit in eine grosse Zahl von Absagen aus Politik und Wirtschaft für die Konferenz ein, die international auch als «Davos in the Desert» («Davos der Wüste») bekannt ist und zu den grössten Wirtschaftstreffen der Welt gehört.

Vor einigen Tagen wurde bereits bekannt, dass Credit Suisse-Chef Tidjane Thiam der Veranstaltung fern bleibt, obwohl die Grossbank als einer der «strategischen Partner» der Konferenz geführt wird. Zahlreiche weitere Manager aus anderen Ländern haben bereits abgesagt, darunter gemäss diversen Medienberichten JPMorgan-Chef Jamie Dimon oder die Chefs des Fahrdienstleisters Uber und des Vermögensverwalters Blackrock.

Unternehmer wie der Brite Richard Branson haben ebenso abgesagt wie die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde. Eine Entscheidung von Siemens-Chef Joe Kaeser steht noch aus. Auch der niederländische Wirtschaftsminister Wopke Hoekstra und Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire werden nicht dabei sein. 

spe/sda