Neue Rolle, neue Chance für Josh Holden

Josh Holden hat nach 20 Jahren als Profi die Seiten gewechselt und amtet nun als Assistent von EVZ-Headcoach Dan Tangnes. Er weiss, dass er noch viel zu lernen hat.

Sascha Fey
Drucken
Teilen
Josh Holden hantiert jetzt mit der Taktiktafel. Bild: Stefan Kaiser  (Zug, 6. September 2018)

Josh Holden hantiert jetzt mit der Taktiktafel. Bild: Stefan Kaiser  (Zug, 6. September 2018) 

Holden wirkt entspannt. Der 40-jährige Kanadier fühlt sich wohl in der neuen Rolle, ist sich bewusst, dass es alles andere als selbstverständlich ist, dass er nach zehn Jahren als Spieler des EVZ diese Chance erhalten hat. «Das Timing für den nächsten Schritt war richtig», sagt Holden. «Zudem fühle ich mich verpflichtet, dem Verein, den Fans, den jungen Spielern etwas zurückzugeben.»

Als Spieler lebte er von Tag zu Tag, es wurde ihm gesagt, was er zu tun hat. Nun hilft er bei der Planung der Trainings, der Ausarbeitung der Strategie, gibt den Spielern Feedbacks, ermutigt er sie. «Es ist viel mehr Arbeit», erklärt Holden. So kann es vorkommen, dass er im Bett noch Video schaut, um weitere wichtige Details zu sehen. Die Konzentration gilt dem offensiven Bereich. Er ist auch für die Bullys und das Powerplay zuständig. Holden erachtet es als Vorteil, die meisten Spieler gut zu kennen. Er will immer offen sein für sie. Ohnehin sieht er sich als Helfer, «schliesslich habe ich noch viel zu lernen». Dies umso mehr, als der neue Headcoach Dan Tangnes und der zweite Assistent Stefan Hedlund, die aus Norwegen respektive Schweden stammen, mit ihrer skandinavischen Mentalität ­einen Stil pflegen, der für Holden neu ist. «Es ist interessant, zu sehen, wie sie mit Situationen, mit Spielern umgehen. Es geht für mich darum, Tag für Tag meinen Weg zu finden», so Holden. Insofern will er möglichst viel von den beiden profitieren. «Dan ist ein sehr intelligenter Mann. Er sieht die kleinen Details klar. Und Stefan ist sehr strukturiert», erklärt Holden. Tangnes setzt grossen Wert auf Kommunikation und Ehrlichkeit. Beim Kennenlernen von Holden sagte er zu ihm: «Ich habe nicht alle Antworten und werde das nie ­haben. Wenn ich eine Idee habe und du nicht einverstanden bist, musst du ehrlich sein, damit wir das diskutieren und gemeinsam zu einer Lösung kommen können.»

Der rote Pass steht in Aussicht

Dabei ist hilfreich, dass Holden immer noch etwas wie ein Spieler denkt und somit gute Feedbacks aus deren Sicht geben kann. Unter der neuen Führung wollen die Zuger die Gegner mehr unter Druck setzen. Das soll mit kürzeren Einsätzen auf höherem Niveau erreicht werden. Um darauf vorbereitet zu sein, wurde hart an der Physis gearbeitet. «Das System ist einfach und klar», sagt Holden. «Die Spieler wissen genau, was die Erwartungen an sie sind.»

Holden, der 657 Spiele in der höchsten Schweizer Liga bestritten und 251 Tore erzielt hat, lebt seit 2005 in der Schweiz. Als er 2008 nach Zug wechselte, waren die drei Töchter 7, 5 und 3 Jahre alt. «Sie sind integriert, gehen in eine Schweizer Schule, reden die Sprache», sagt ­Holden. «Es ist grossartig hier. Meine Familie fühlt sich in der Schweiz mehr zu Hause als in Nordamerika.»

Deshalb bemüht sich die Familie um den roten Pass. «Es ist für die Zukunft der Mädchen.» Vom Bürgerrat in Baar sind die Holdens offiziell akzeptiert. Nun geht es darum, den Prozess zu beenden. Wie lange das noch dauert, weiss Josh Holden nicht. «Es sind viele Meetings, viele Formulare», erzählt er mit einem Schmunzeln. Bevor er sich verabschiedet, schwärmt er noch vom in Cham entstehenden Kompetenzzentrum für Athletik und Forschung. Dieses bietet dem EVZ neue Möglichkeiten zur Leistungsoptimierung. «Es ist grossartig, dass unser Präsident Hans-Peter Strebel so etwas auf die Beine stellt», erklärt Holden. «Es könnte besser nicht sein.»

Dieser Artikel erscheint am Mittwoch, 19. September, in unserem Magazin «Bully» zum Saisonstart des EV Zug. Das Magazin liegt der «Zuger Zeitung» bei und kann zudem am LZ Corner an der Maihofstrasse 76 in Luzern sowie bei unseren Redaktionen in Zug, Stans, Sarnen und Altdorf gratis bezogen werden. Abonnenten können das «Bully» per E-Mail bestellen: redaktion@luzernerzeitung.ch. Das Magazin wird auf unserer Website auch als PDF-Datei abrufbar sein.