EVZ-Sportchef Reto Kläy zum neuen Stürmer Andreas Martinsen: «Er geht dorthin, wo es weh tut»

Der EV Zug rüstet für den Titelkampf auf und verpflichtet einen fünften ausländischen Spieler. Der norwegische Stürmer Andreas Martinsen wechselt von der NHL-Organisation Pittsburgh Penguins an den Zugersee.

Philipp Zurfluh
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Der Norweger Andreas Martinsen (hier mit Colorado, vorne)

Der Norweger Andreas Martinsen (hier mit Colorado, vorne)

David Zalubowski / AP

Seit David McIntyre den EV Zug Richtung Lugano verlassen hat, standen beim EV Zug nur noch vier ausländische Spieler unter Vertrag. Somit waren die Zentralschweizer die einzige Mannschaft in der National League, die weniger als fünf Ausländer in ihren Reihen beschäftigten. Nun hat der meist genannte Titelaspirant knapp drei Wochen vor Ablauf der Transferfrist (15. Februar) reagiert.

Von der NHL-Organisation der Pittsburgh Penguins kommt der 29-jährige Flügelstürmer Andreas Martinsen. Er hat einen Vertrag bis zum Ende der laufenden Saison. «Er hatte den Willen nach Europa zu kommen und will seine Chance packen», sagt Reto Kläy. Weil der Markt ausgetrocknet ist, sei die Suche sehr anspruchsvoll gewesen. Dank guten Kontakten nach Nordamerika sei der Transfer zu Stande gekommen. Obwohl der norwegische Nationalspieler ein Landsmann von EVZ-Trainer Dan Tangnes ist, habe der Headcoach den Spieler nicht persönlich gekannt, sagt Kläy. Der Stürmer soll ein belebendes Element im Offensivspiel werden: «Er hat eine grosse Wasserverdrängung und geht dorthin, wo es weh tut. Andreas Martinsen entspricht genau unserem Anforderungsprofil», ergänzt Kläy. Man habe sich für einen Stürmer entschieden, weil die Mannschaft in der Offensive weniger breit aufgestellt sei als in der Defensive.

Die 190 Zentimeter grosse und 104 Kilogramm schwere Neuverpflichtung spielt seit 2015 in Nordamerika und bestritt für Colorado, Montreal und Chicago 154 Partien (23 Punkte) in der NHL. Seit Oktober 2019 gehörte er zur NHL-Organisation der Pittsburgh Penguins, wurde bis heute aber im Farmteam Wilkes-Barre/Scranton eingesetzt. 2012 bis 2015 stürmte er für die Düsseldorfer EG in der Deutschen Eishockey Liga.

Martinsen wird im Verlauf der Woche in Zug erwartet

Der 29-Jährige ist seit 2010 Stammspieler des Nationalteams, an der WM 2019 in der Slowakei wurde er als einer der Top-3-Spieler seiner Mannschaft ausgezeichnet. Andreas Martinsen ist verheiratet und zweifacher Vater. Im Verlauf der Woche soll er in Zug eintreffen. Wann er für den EV Zug seinen ersten Ernstkampf bestreitet, ist offen. Mit dem Neuzugang wird auch der Konkurrenzkampf unter den ausländischen Spielern angeheizt. Nur vier dieses Quintetts können auf das Matchblatt. «Jeder kann sich beweisen, das kann das Teamgefüge beleben. Schliesslich entscheidet der Trainer, wer spielt», betont Kläy.

Eine Kostprobe seines Könnens: