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NLA: Das Aber hinter Zugs Startfurioso

Mit zwölf Punkten aus fünf Spielen liegt der EV Zug an der Spitze der NLA. Das verleiht dem neu ausgerichteten Team Selbstvertrauen – aber inwiefern ist es auch ein Qualitätsnachweis?
Andreas Ineichen
Noch nicht prägend in Erscheinung getreten: Josh Holden (links) setzt sich gegen Davos-Spieler Paschoud durch. Bild: Freshfocus/Marc Schumacher

Noch nicht prägend in Erscheinung getreten: Josh Holden (links) setzt sich gegen Davos-Spieler Paschoud durch. Bild: Freshfocus/Marc Schumacher

Den letzten Playoff-Finalisten Lugano 4:3 bezwungen, und damit erfolgreich Revanche genommen für das blamable Ausscheiden in den letzten Viertelfinals. Die ZSC Lions, Qualifikationssieger der letzten drei Jahre, mit 3:2 in die Schranken gewiesen. Und am Samstagabend noch den HC Davos, den Rekordmeister und ungeliebten Rivalen, 2:1 geschlagen. Dazu in Langnau aus einem 0:3 noch ein 4:3 im letzten Drittel gemacht. Zusammen mit Lausanne sind die Zuger am besten aus den Startlöchern gekommen. Das liest sich gut, keine Frage.

Aber was ist dieser Saisonstart wert? Ein Blick zurück zeigt: In den letzten fünf Jahren starteten die Zuger dreimal um mindestens vier Punkte schlechter und einmal sogar noch leicht besser in eine lange Qualifikation. Das war vor einem Jahr. Auch 12 Punkte aus fünf Spielen, aber mit 16:11 das noch bessere Torverhältnis als jetzt (15:12). Das traurige Ende ist bekannt: Mit vier Niederlagen in den Playoff-Viertelfinals schieden die Zuger als Vierte der Qualifikation auf direktem Weg gegen Lugano aus. Und das, nachdem sie schon in der Saison davor die genau gleiche Erfahrung gegen Davos machen mussten. Ein guter Saisonstart der Zuger muss also nicht zwingend in ein erfreuliches Frühjahr münden. Doch das Abschneiden in den Playoffs entscheidet über Gelingen oder Misslingen einer Saison. Da wird das Abschneiden zu Saisonbeginn zur Makulatur. Genau darin liegt die Planungsschwierigkeit für EVZ-Sportchef Reto Kläy.

Immerhin wird ihm das Wissen darum, dass der nach der Playoff-Blamage neu ausgerichtete EVZ 2016/17 konkurrenzfähig ist, Erleichterung verschaffen. Die Mannschaft hat nun mehr Wasserverdrängung und sucht nun vermehrt den direkten Weg aufs gegnerische Tor statt das Spektakel. Diese Spielweise hat sie schon in der laufenden Champions League erfolgreich umgesetzt (Sechzehntelfinals gegen Eisbären Berlin). Kläy sagt: «Ein guter Saisonstart ist wichtig fürs Selbstvertrauen, und er vermeidet Unruhe. Das ist gut für die Spieler, Trainer, Klubführung und das ganze Umfeld. Aber es ist nicht mehr oder weniger.»

EVZ-Söldner noch nicht prägend

Der EVZ sendet aber Signale aus, die ihn zumindest vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken lassen. «Im Endeffekt geht es darum, ob die Mannschaft immer alles gibt und mit Energie spielt», hält Kläy fest und ergänzt: «Dass sie enge Spiele gewinnt, zeugt von Charakter.»

Aber was zieht er aus dem gelungenen Saisonstart für seine Personalplanung? Auf wen baut er in Zukunft, auf wen nicht mehr? 14 von 23 Spielern und dazu noch die Trainer Harold Kreis und Waltteri Immonen, die das Ausscheiden in den letzten beiden Playoff-Viertelfinals zu verantworten haben, sitzen auf einem auslaufenden Vertrag. In der Schweiz werden die Weichen für das Team der nächsten Saison im Herbst gestellt und die Verträge mit den begehrten Klassespielern unterschrieben. «Ich werde mich bei der Entscheidungsfindung zu einem guten Teil auf mein Bauchgefühl verlassen müssen», sagt Kläy.

Bemerkenswert ist, dass die Söldner in diesem EVZ noch nicht prägend aufgetreten sind. Statistisch am besten steht der neu verpflichtete Center David McIntyre (1 Tor/3 Assists und eine Plus-3-Bilanz) da, der in der Champions League starke Flügel Carl Klingberg brachte es bisher bloss auf einen Assist (0-Bilanz), Captain und Center Josh Holden auf zwei Assists (0-Bilanz) und Center Jarkko Immonen auf je ein Tor und einen Assist (–2-Bilanz). «Ich mache keine Einzelkritik in der Öffentlichkeit», wehrt Kläy ab. «Es ist bei einem Saisonstart immer so, dass gewisse Spieler in Form sind, andere auf Normalniveau – und dann gibt es noch solche, die ihre Form suchen.» Solange die Punkteausbeute stimmt, wird ihn das nicht gross kümmern.

Davos - Bern 1:4 (1:1, 0:1, 0:2).

1. Lausanne 5 4 0 0 1 16:8 12

2. Zug 5 4 0 0 1 15:12 12

3. ZSC Lions 6 3 1 1 1 14:11 12

4. Kloten 5 2 2 0 1 15:12 10

5. Biel 5 3 0 0 2 18:10 9

6. Lugano 5 3 0 0 2 17:14 9

7. Bern 5 3 0 0 2 14:12 9

8. Genève 5 1 1 2 1 13:13 7

9. Fribourg 5 1 1 0 3 12:16 5

10. Davos 5 1 1 0 3 10:16 5

11. Ambri-Piotta 6 0 0 2 4 9:21 2

12. SCL Tigers 5 0 0 1 4 11:19 1

Davos - Bern 1:4 (1:1, 0:1, 0:2)

5114 Zuschauer. – SR Stricker/Vinnerborg, Fluri/Kovacs. – Tore: 4. Arcobello (Lasch) 0:1. 13. Schneeberger (Simion) 1:1. 24. Reichert (Macenauer) 1:2. 41. (40:38) Lasch 1:3. 55. Meyer (Martin Plüss/Ausschluss Marc Wieser) 1:4. – Strafen: je 4-mal 2 Minuten

Dienstag, 20. September: Ambri-Piotta - Zug. SCL Tigers - Lausanne. Fribourg-Gottéron - Bern. ZSC Lions - Lugano. Kloten - Davos. Biel - Genève-Servette.

Andreas Ineichenandreas.ineichen@luzernerzeitung.ch

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