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Nun müssen sich die Leitwölfe zeigen

Sportredaktor Sven Aregger zur aktuellen Situation beim EV Zug
Sven Aregger, Sportredaktor
Sven Aregger (Bild: Florian Arnold (Neue UZ (Neue Urner Zeitung))

Sven Aregger (Bild: Florian Arnold (Neue UZ (Neue Urner Zeitung))

CEO Patrick Lengwiler betonte bereits mehrfach, dass der EV Zug genug habe von der Dominanz der Ligagrössen Bern, Lugano, ZSC Lions und Davos. Ein Meistertitel für den EVZ sei nur eine Frage der Zeit. Er hat den Giganten im hiesigen Eishockey den Kampf angesagt. Und spätestens seit dem Finaleinzug in der vergangenen Saison sind die Erwartungen in der Organisation und in deren Umfeld gestiegen. Die Zuger haben den Anspruch, ein Spitzenteam in der National League zu sein.

In den ersten zwölf Spielen traten sie tatsächlich häufig wie eine Topmannschaft auf. Sie gewannen viele enge Partien, sie waren in wichtigen Momenten effizient. Und sie stellen mit der Paradelinie um die neuen Ausländer Viktor Stalberg und Garrett Roe eine der grossen Attraktionen der Liga. Zuletzt ist der EVZ aber ins Straucheln geraten. Nach vier Niederlagen hintereinander rutschte er von der Leaderposition auf Rang 5 in der Tabelle ab.

Ist diese Entwicklung dramatisch? Nein, es wäre verfrüht, von einer sportlichen Krise zu sprechen. In der ausgeglichenen National League liegen Sieg und Niederlage oft nahe beisammen. Jeder kann jeden schlagen. War zu Beginn der Saison das Wettkampfglück noch auf Seiten der Zuger, hat es sich in den letzten Spielen gegen sie gerichtet. Das Blatt kann sich schnell wieder wenden, zumal erst 16 von 50 Qualifikationsrunden gespielt sind. Polemik wäre da fehl am Platz.

Die EVZ-Verantwortlichen hat in den letzten Jahren ausgezeichnet, dass sie in schwierigen Momenten die Ruhe bewahrten und keine vorschnellen Entscheide trafen.So haben sie auch nach zwei­maligem Ausscheiden in den Playoff-Viertelfinals an Headcoach Harold Kreis festgehalten. Die Geduld hat sich ausgezahlt, wie der Finaleinzug im Frühling belegt.

Diese Tugend ist auch beim Einbau von jungen Eigengewächsen notwendig. Der EVZ muss damit einen anspruchsvollen Balanceakt bewältigen: Einerseits will er den eigenen hohen Zielen gerecht werden. Anderseits muss er den einen oder anderen Rückschlag in Kauf nehmen. Aber der EV Zug hat sich für diesen Weg in der Nachwuchsförderung entschieden, und er wird ihn vernünf­tigerweise konsequent weiter­gehen.

Dennoch müssen sich die Zuger selbstkritische Fragen stellen. Warum harzt es beim Spiel 5 gegen 5 dermassen? Wieso kann die Mannschaft nicht über 60 Minuten ein konstant hohes Niveau halten? Wie ist es zu erklären, dass sie so stark von der Form der Paradelinie abhängig ist? Denn gerade die Ausgeglichenheit der vier Linien war in der vergangenen Saison eine der grossen Stärken des EVZ.

Diesbezüglich stellt sich auch die Frage, was mit Leadern und Leistungsträgern wie David McIntyre, Captain Raphael Diaz und Lino Martschini los ist, die sich seit Wochen weit unter ihrer Normalform präsentieren. Das Hockeyspielen werden sie nicht verlernt haben. Ist es also ein mentales Problem? Oder hat es mit dem Spielsystem zu tun? Klar ist: Leitwölfe wie Abwehrchef Diaz und Vorzeigekämpfer McIntyre müssen nun mehr denn je ihre Führungsqualitäten zeigen. Sie müssen beweisen, dass sie das Team aus dem Zwischentief zurück auf die Siegerstrasse bringen können.

Die nächsten Zuger Gegner in der Meisterschaft sind Davos, Fribourg-Gottéron und Bern. Mannschaften also, die zu den besten der bisherigen Saison gehören. Vielleicht kommen diese Herausforderungen für den EVZ gerade recht, um den Negativtrend zu beenden und Anfang November mit einem guten Gefühl in die Nationalmannschaftspause zu gehen.

Sven Aregger, Sportredaktor

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

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