Ohne Disziplin kein Sieg

Im ersten Spiel des Kolin-Cups zeigt der EVZ phasenweise gute Ansätze. Die vielen Strafen führen aber früh ins Verderben.

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Auch der Zuger Aggressivleader Thomas Rüfenacht (Mitte) wanderte zweimal auf die Strafbank. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Auch der Zuger Aggressivleader Thomas Rüfenacht (Mitte) wanderte zweimal auf die Strafbank. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Die Zuger legten einen Blitzstart in den 20. Kolin-Cup hin. Während die Gedanken der Gäste aus Kloten wohl noch beim nachmittäglichen Sonnenbad waren, ging das Heimteam bereits nach 37 Sekunden 1:0 in Führung: Glen Metropolit gewann das Bully im gegnerischen Drittel, und Björn Christen fackelte nicht lange und schlenzte den Puck mit seinem berüchtigten Handgelenkschuss herrlich ins hohe Eck – ein klassisches Bully-Tor.

Nach diesem Paukenschlag war es der Zuger Neuverpflichtung Andreas Furrer vorbehalten, als nächstes auf sich aufmerksam zu machen. Der Verteidiger fasste eine Zwei-Minuten-Strafe und durfte zum ersten Mal auf der Strafbank seines neuen Heimstadions Platz nehmen. Damit läutete er eine unglaubliche Serie von fünf kleinen Strafen auf Seiten des EVZ allein im ersten Drittel ein – als ob Trainer Doug Shedden die Weisung herausgegeben hätte, das Unterzahlspiel zu trainieren. Die Flyers liessen sich nicht zweimal bitten und gingen durch zwei Powerplaytreffer mit 2:1 in Führung.

Blaser bester Mann auf dem Eis

Shedden machte nach dem Spiel klar: «Wir waren einfach viel zu undiszipliniert. Langsam sollte doch jeder die neue Regelauslegung verstehen, die wir seit 2004 haben. Ansonsten müssen wir das halt im Training mit harter Arbeit erlernen.» Dass dabei die Aggressivität nicht verloren gehen muss, zeigte Yannick Blaser – laut Shedden der beste Mann auf dem Eis – mit einem sauberen, krachenden Check an Roman Wick kurz vor Schluss.

Im zweiten Drittel wurde endlich eine Weile mit fünf gegen fünf Feldspielern gespielt. Dabei machten die Zuger eine ganz ansehnliche Figur und kamen durch Sven Lindemann zum verdienten Ausgleich. Als sich nach 50 Minuten die Undiszipliniertheiten auf Zuger Seite aber wieder mehrten, erzielte der Kolin-Cup-Titelverteidiger die Powerplay-Tore Nummer drei und vier und schaukelte die Partie sicher nach Hause.

Marcel Stadelmann

EV Zug - Kloten Flyers 2:4 (1:2, 1:0, 0:2)

Bossard-Arena. – 2222 Zuschauer. – SR: Mandioni; Kehrli, Kohler.

Tore: 1. (0:37) Christen (Metropolit) 1:0. 8. 1:1. 11. 1:2. 29. Lindemann (Lüthi) 2:2. 53. 2:3. 57. 2:4. – Strafen: 11-mal 2 Minuten plus 1-mal 10 Minuten (Helbling) gegen Zug; 6-mal 2 Minuten gegen Kloten. EVZ: Markkanen; Fischer, Erni; Zubler, Blaser; Furrer, Helbling; Brunner, Holden, Schnyder; Christen, Metropolit, Rossi; Lüthi, Oppliger, Lindemann; Casutt, Sutter, Rüfenacht; Dommen.

Bemerkungen: Zug ohne D. Camichel (angeschlagen), Wozniewski (krank) und Chiesa (abwesend).