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«Ohrfeigen» zur richtigen Zeit für den EV Zug

Die beiden Niederlagen am Wochenende können für den EV Zug eine wertvolle Lektion sein. Sie haben gezeigt, dass ein Nachlassen in der National League schnell bestraft wird.
Sven Aregger
Der neuen EVZ-Ausländer Brian Flynn braucht noch Zeit zur Akklimatisation. (Bild: Patrick Straub/Freshfocus (Zürich, 25. Januar 2019))

Der neuen EVZ-Ausländer Brian Flynn braucht noch Zeit zur Akklimatisation. (Bild: Patrick Straub/Freshfocus (Zürich, 25. Januar 2019))

Zwei verlorene Spiele in Folge haben Seltenheitswert beim EV Zug. Nur dreimal in der laufenden Saison ist das vorgekommen, Ende September, Mitte November und nun am vergangenen Wochenende gegen die ZSC Lions (3:4 n. V.) und Lugano (3:4). Es spricht für die Konstanz der Zuger – trotz Verletzungssorgen gerade bei den Ausländern. Und vielleicht kommen die beiden jüngsten Niederlagen im Hinblick auf die Playoffs genau zum richtigen Zeitpunkt. Der EVZ führt gemeinsam mit dem SC Bern ja eine Art Eigenleben in der National League, der Vorsprung auf das drittplatzierte Biel beträgt 15 Punkte. Aber die letzten Spiele haben Zug gezeigt, dass ein Nachlassen in dieser Liga schnell bestraft wird. Zumal mit Zürich und Lugano zwei vermeintliche Spitzenteams die Gegner waren, die sich mitten im Stichkampf befinden. Trainer Dan Tangnes sagt: «Die Spiele hatten Playoff-Charakter. Wir haben Ohrfeigen von hungrigen, aggressiven Mannschaften erhalten. Und uns wurde in Erinnerung gerufen, wie wichtig jedes Detail ist. Daraus wollen wir unsere Lehren ziehen.»

Die lange Reise des Brian Flynn

Mit den Niederlagen ist auch der Einstand des US-Amerikaners Brian Flynn missglückt. Der 30-jährige Stürmer war als Center neben Topskorer Lino Martschini und Sven Leuenberger eingesetzt worden, seine vorläufigen Zahlen lesen sich so: durchschnittlich knapp 17 Minuten Eiszeit, Minus-2-Bilanz, 33 Prozent gewonnene Bullys, vier Torschüsse, null Skorerpunkte. Es sind diskrete Werte, aber Flynn braucht Zeit zur Akklimatisation.

Nachdem der Transfer des neuen Ausländers vor gut einer Woche in trockenen Tüchern war, reiste Flynn vom kanadischen Winnipeg nach Texas, wo er in der American Hockey League (AHL) für San Antonio spielte. Er räumte seine Wohnung und machte sich auf eine 32 Stunden lange Autofahrt in seine Heimatstadt Boston, bevor er in den Flieger nach Zürich stieg. Kurz nach seiner Ankunft trainierte er am Donnerstagnachmittag individuell in Zug, am Freitag trug er erstmals das EVZ-Dress. Flynn muss sich erst ans Schweizer Eishockey gewöhnen, er sagt: «Hier wird mehr gelaufen als in der AHL, und das Tempo ist ständig hoch.»

Flynn wohnt derzeit noch in einem Studio. Anfang Februar kann er eine Wohnung beziehen, danach werden auch seine Frau und das drei Monate alte Kind in die Schweiz kommen. Für Flynn ist es ein neues Abenteuer, er hat in der NHL 282 Spiele für die Buffalo Sabres und die Montreal Canadiens bestritten, aber zuletzt kam er nicht mehr über die zweitklassige AHL hinaus. Das Thema NHL ist für ihn erledigt, in Zug hat er einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben. Wohin ihn der Weg führen wird, ist vorderhand offen. «Ich hoffe zuerst einmal, dass ich dem EV Zug helfen kann.» Die nächste Gelegenheit dazu erhält er am Dienstag in Rapperswil. Das Meisterschaftsspiel ist so etwas wie die Hauptprobe für den Cupfinal, den der EVZ am nächsten Sonntag an gleicher Stelle gegen den gleichen Kontrahenten austragen wird.

Trainer Tangnes hofft, dass bis dahin die verletzten Tobias Stephan und David McIntyre wieder an Bord sind. Denkbar ist, dass Goalie Stephan bereits am Freitag in Ambri zur Verfügung steht. Ansonsten dürfte der junge Academy-Keeper Luca Hollenstein eine Chance erhalten. Aber zunächst will der EV Zug gegen die Lakers beweisen, dass er die Lektion aus den zwei Niederlagen am Wochenende gelernt hat.

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