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Pontus Widerström – der Flügel fürs Kollektiv

Der Schwede Pontus Widerström wurde vom EV Zug eigentlich fürs Farmteam verpflichtet. Aber wegen der Verletzungsmisere ist er nun der Ausländer mit den meisten Spielen in der National League.
Sven Aregger
Pontus Widerström wusste nicht, was ihn in Zug erwartet. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 2. Januar 2019))

Pontus Widerström wusste nicht, was ihn in Zug erwartet. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 2. Januar 2019))

Im Verlauf einer Saison geschieht bisweilen Erstaunliches, das weiss Pontus Widerström aus eigener Erfahrung. Der Schwede war im Sommer als fünfter Ausländer zum EV Zug gestossen, er sollte primär das Farmteam in der Swiss League verstärken. Es kam anders. Die Ausländer im National-League-Team verletzten sich in aussergewöhnlicher Regelmässigkeit, Viktor Stalberg verliess Zug in Richtung KHL. Und es passierte, was vor Saisonbeginn kaum jemand für denkbar gehalten hätte: Widerström ist bisher der Zuger Ausländer mit den meisten Einsätzen in der höchsten Spielklasse, er hat 26 der 32 Meisterschaftsspiele bestritten. Der Flügel sagt: «Ich wusste nicht, was mich in Zug erwartet. Aber jetzt kann ich sagen, dass es grossen Spass macht, hier zu spielen.»

Widerström hat praktisch seine ganze Karriere bei Frölunda verbracht, doch als Viertlinien-Stürmer hatte er keine Zukunft mehr im Klub aus Göteborg. Da kam die Anfrage aus der Zentralschweiz gerade recht. Er sagt, das Konstrukt in Zug habe ihn überzeugt. Was er nicht sagt: In Zug wird er lukrativer entlöhnt als in Schweden. Und für jedes Spiel in der National League erhält er zusätzlich eine Prämie. Dennoch dürfte der 24-Jährige, der einen Vertrag bis Saisonende besitzt, der billigste Ausländer der Liga sein. Das hat seine Gründe, Widerström ist kein sonderlich begabter Eishockeyspieler, seine Wirkung in der Offensive ist überschaubar. Aber er ist ein verlässlicher Stürmer, der Energie und Härte aufs Eis bringt und seine defensiven Hausaufgaben ohne Murren erledigt. Mit seiner mannschaftsdienlichen Spielweise steht er sinnbildlich für den EV Zug der Ausgabe 2018/19, der seinen Erfolg insbesondere einem harmonierenden Kollektiv verdankt. Sportchef Reto Kläy sagt: «Pontus Widerström ist ein dankbarer Spieler. Wir wissen, was wir an ihm haben. Das gilt umgekehrt genauso.» Ob das bedeutet, dass Widerström auch nächste Saison für die EVZ-Organisation spielen wird, ist jedoch noch offen.

Kommt nächste Woche der neue Ausländer?

Vorerst sieht es aber danach aus, dass Kläy weiterhin auf Wider­ströms Dienste in der National League angewiesen ist. In den nächsten Spielen muss Zug zum wiederholten Mal ohne den Kanadier David McIntyre auskommen, der Center hat sich vor Wochenfrist beim 4:2-Sieg gegen Lausanne nach einem Check von Dario Trutmann am Nacken verletzt. Zudem steht der Schwede Carl Klingberg seit Anfang Dezember und seinem Horror-Sturz in Langnau nicht zur Verfügung. Immerhin gibt es Lichtblicke: Die Schäden an der Halswirbelsäule verheilen gut, Klingberg hat mit dem Reha-Training begonnen. Wenn alles optimal läuft, wird er in einer Woche erstmals wieder aufs Eis können. Im EV Zug besteht die Hoffnung, dass Klingberg auf die Playoffs hin wieder fit wird. Aber eine Prognose ist schwierig, es kann im Genesungsprozess auch Rückschläge geben.

Seit Wochen schon sucht Kläy einen Ersatz für Klingberg. Die erneute Verletzung von McIntyre macht das Engagement eines neuen Ausländers noch dringlicher. «Natürlich hatte ich bereits die Gelegenheit, einen Ausländer zu verpflichten. Ich hätte nur auf den Knopf drücken müssen», sagt Kläy. «Aber ich will die bestmögliche Lösung für unsere Organisation. Bei Dennis Everberg hat sich die Geduld ausgezahlt. Das soll auch beim neuen Mann der Fall sein.» Zur Erinnerung: Der Schwede Everberg ersetzte im November den abgewanderten Landsmann Viktor Stalberg.

Die Gespräche mit den Kandidaten sind derzeit in vollem Gang. Sportchef Kläy hofft, dass er kommende Woche den neuen Ausländer präsentieren kann. Bis anhin konnte er darauf zählen, dass andere Spieler in die Bresche sprangen. Spieler wie Pontus Widerström.

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