Eishockey
Der EVZ provoziert den ZSC mit Sechseläutenmarsch – Trainer Dan Tangnes muss einschreiten

Nicht nur auf dem Eisfeld geht es zwischen den «Z»-Vereinen hitzig zu und her. Nach dem Spiel ertönt in der EVZ-Kabine der Zürcher Marsch. Zugs Trainer entschuldigt sich für das unangemessene Verhalten.

Philipp Zurfluh
Merken
Drucken
Teilen
EVZ-Trainer Dan Tangnes (rechts) erlebt einen turbulenten Abend.

EVZ-Trainer Dan Tangnes (rechts) erlebt einen turbulenten Abend.

Bild: Marc Schumacher / Freshfocus (Zürich, 27. März 2021)

Der EV Zug hat soeben die ZSC Lions mit 6:2 vom Eis gefegt. Das Duell ist gespickt mit wunderschönen Toren, Strafen und einer Menge an Emotionen. Die Coaches Dan Tangnes und Rikard Grönborg liefern sich während des Spiels gleich zweimal ein hitziges Wortgefecht. Als die beiden Mannschaften in der Garderobe nach dem Spiel ihre Gemüter herunterkühlen, erklingt aus der EVZ-Kabine laute Musik. Soweit nichts Ungewöhnliches. Doch plötzlich ertönt der Sechseläutenmarsch – die Zürcher Hymne schlechthin. Für die stolzen Zürcher ein Affront. Ein ZSC-Mitarbeiter kocht vor Wut. Der Sicherheitschef sucht nach dem Schuldigen in den Reihen des EVZ. Ex-ZSC-Spieler Jérôme Bachofner versucht sich bei den aufgebrachten Zürchern zu erklären und entschuldigt sich für die Musikauswahl. Er wisse nicht, wer das Lied abgespielt habe. Es tue ihm leid.

Tangnes: «Ich entschuldige mich dafür»

Sportsmann durch und durch ist es Tangnes selber, der in die Kabine marschiert und die Musik abdreht. «Vielleicht habt Ihr gehört, wie ich herumgeschrien habe?», fragt er bei der Matchanalyse in die Runde. «Ich wusste, dass es ein Zürcher Song ist, aber ich singe ihn nicht, wenn ich ins Bett gehe», sagt der Norweger. Er ist überhaupt nicht erfreut über die Aktion seiner Spieler. «Wir spielen 60 Minuten hartes Hockey. Aber die Mannschaften respektieren sich gegenseitig.» Es sei eine schlechte Idee gewesen und ein unangemessenes Verhalten. «Ich entschuldige mich dafür», erklärt der Norweger. Eines ist klar: Beim ZSC hat sich diese Aktion eingebrannt, er sinnt auf Rache. Die Playoffs sind angerichtet.