Reto Berra gegen die Zuger Offensivpower

Angeführt von Qualifikationssieger Zug jagt ein halbes Dutzend Teams den erneut starken Titelverteidiger Davos. EVZ-Coach Doug Shedden stapelt tief.

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Shedden: «Es liegt an den Spielern, alles für die Meisterschaft zu tun.» (Bild: Keystone)

Shedden: «Es liegt an den Spielern, alles für die Meisterschaft zu tun.» (Bild: Keystone)

Obgleich der EVZ zuletzt nicht mehr so glänzte wie in der ersten Saisonphase, sollte die dritte aufeinanderfolgende Halbfinal-Qualifikation eine Formsache sein. Zugs Offensivkraft ist in der Liga unerreicht und zwei zentrale Einzelspieler hoffen auf einen grossen Abgang. Skorerkönig Damien Brunner will sich mit einer weiteren Gala und im Optimalfall dem Meistertitel in Richtung Nordamerika verabschieden und Glen Metropolit plant den Coup vor seiner Rückkehr an den Luganersee. Der begnadete Techniker Metropolit und der emotionale Treiber Doug Shedden haben sich nach Meinungsverschiedenheiten unter dem Jahr nun rechtzeitig zusammengerauft. Besser als erwartet geschlagen hat sich im «Jahr 1 nach Rafael Diaz» die Verteidigung, welche aber ihre Tauglichkeit auf höchstem Niveau erst noch beweisen muss. Dasselbe gilt für Jussi Markkanen. In den beiden letzten Jahren baute der finnische Schlussmann nach ebenfalls starker Qualifikation deutlich ab.

EVZ-Coach Doug Shedden stapelt im Vorfeld der ersten Partie (Donnerstag, 19.45 Uhr, Bossard-Arena) tief: «Wir sind nicht das beste Team der Liga! Die Playoffs werden keine Selbstläufer. Es haben mich viele Leute auf einen möglichen Final angesprochen. Ich habe ihnen allen gesagt, sie sollen die Klappe halten», so Shedden in der Neuen Luzerner Zeitung.

Damit die Bieler mit einer noch grösseren Überraschung als der Playoff-Qualifikation aufwarten können, muss ihre Lebensversicherung erneut grossartig spielen. Reto Berra avancierte in dieser Saison vom grossen Hoffnungsträger zum «franchise player», der seinem Team den Sprung über den Trennstrich erst ermöglichte. Ohne den Nationalspieler, der für sein Team Spiel um Spiel stahl, wäre die Playoff-Qualifikation nicht denkbar gewesen. Für die Bieler spricht neben Berra vor allem die Tatsache, dass sie wirklich rein gar nichts zu verlieren haben. Ihr Coach Kevin Schläpfer, von seinen Supportern immer wieder euphorisch als «Hockeygott» bezeichnet, versucht, aus dieser Aussenseiterrolle einen Vorteil zu schlagen: «Ich erwarte, dass die Spieler gegen Zug zeigen wollen, dass sie auch playoffwürdig sind und die Herausforderung annehmen. Als klarer ‹Underdog› muss unser nächstes Ziel die Ausnutzung dieser Rolle und die Halbfinal-Qualifikation sein.»

si/nbe/rem

Das Interview mit Doug Shedden lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben und als Abonnent kostenlos im E-Paper.