SAISON 2008/09: EVZ streicht Gratisangebot für die Fans

Neu bietet der EV Zug den Besuchern keine Extrafahrten nach den Heimspielen mehr an – weil er jetzt für Polizeieinsätze bezahlen muss.

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Regierungsrat Matthias Michel setzt sich für die Gratisbusse nach EVZ-Spielen ein. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Regierungsrat Matthias Michel setzt sich für die Gratisbusse nach EVZ-Spielen ein. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Der EV Zug hat entschieden: Er wird seinen Fans nach den Heimspielen im Herti-Stadion künftig keine Extrabusse in die Zuger Gemeinden und in die Umgebung mehr anbieten. So teilt es der Verein den Inhabern von Saisonkarten in einem Brief mit.

«Leider», sagt EVZ-Geschäftsführer Roland Wyss auf Anfrage. Der EVZ könne die Kosten aber nicht mehr tragen. Schuld daran seien die Mehrkosten, die mit dem revidierten kantonalen Polizeiorganisationsgesetz auf den EVZ zukommen. Dieses besagt, dass Veranstalter, die ihren Anlass über Werbeeinnahmen oder Sponsoring finanzieren oder Eintritt verlangen, Kostenersatz für Polizeileistungen zahlen müssen. Bei einem vergleichbaren Polizeieinsatz wie vergangene Saison rechnet der EV Zug mit Kosten von 50'000 bis 60'000 Franken.

Jeder Fan zahlt weniger als einen Franken an den Bus
Bislang haben die Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) für die Gratisbusse rund 80'000 Franken in Rechnung gestellt. Die Stadt und die Zuger Gemeinden sowie Sins, Arth-Goldau und Küssnacht beteiligten sich an dieser Summe mit rund 35'000 Franken. Die übrigen 45'000 Franken will der EVZ nun sparen, um für die polizeilichen Leistungen aufzukommen.

«Alle würden es bedauern, wenn es die Gratisbusse nicht mehr gäbe», sagt Regierungsrat Matthias Michel und fügt an: «An einem fünfstelligen Betrag soll ein so tolles Angebot nun wirklich nicht scheitern.» Auch der Volkswirtschaftsdirektor hat gerechnet. Und er macht nun folgenden Vorschlag: Wie an anderen Grossveranstaltungen üblich, soll auch der EVZ die Kosten auf die Besucher abwälzen und den Fahrpreis für die öffentlichen Verkehrsmittel konsequent in den Preis für die Eintrittskarte integrieren. Michel verweist auf die Zahlen der letzten Saison: «Wenn sich rund 130'000 Fans die Kosten von 80'000 Franken teilen, ergibt das pro Person weniger als einen Franken.»

Lösung vielleicht schon bis zum ersten Saison-Spiel
Es braucht also einen externen Besteller – und eben der fehlt derzeit. Mit dem Gespräch am runden Tisch könnte sich das nun ändern. Roland Wyss hat hohe Erwartungen an die Diskussion. «Es ist schön, dass wir jetzt miteinander reden können – ich erwarte, dass wir Lösungsvorschläge erarbeiten werden.» Und wenn die gut seien, sagt er, dann reiche die Zeit vielleicht sogar noch, um diese vor dem ersten Spiel der Saison im Herti-Stadion umzusetzen.

Sarah Kohler

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Zuger Zeitung.