SAISONS 1977/78 BIS 1986/87: Die Fans bestimmen die Politik

Der EV Zug sorgt für zahlreiche Schlagzeilen – zunehmend nicht nur für positive. Nach einem Desaster, das in der 1. Liga endet, erlebt der Verein eine ungeahnte Auferstehung.

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Am 14. März 1987 feiert die Mehrheit der über 8000 Zuschauer im Hertistadion nach einem 6:2 gegen den ZSC den zweiten Aufstieg in die Nationalliga A. (Bild: Archiv Keystone)

Am 14. März 1987 feiert die Mehrheit der über 8000 Zuschauer im Hertistadion nach einem 6:2 gegen den ZSC den zweiten Aufstieg in die Nationalliga A. (Bild: Archiv Keystone)

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Der EV Zug liebt das Drama. Nach dem einjährigen Gastspiel in der NLA (1976/77) wollen die Zuger eigentlich so schnell als möglich wieder ins Oberhaus. In der Saison 1978 verpassen sie dieses Ziel knapp. Die Vereinsführung befragt daraufhin die Fans (!), ob die Rückkehr in die NLA mit allen Mitteln oder eher mittelfristig angestrebt werden soll. Das Publikum votiert für Letzteres. Urge­steine wie Reto Stuppan verlassen in der Folge den Klub oder hören auf. In der Saison darauf spielt der EVZ zwar weiter vorne mit, hat aber mit der Aufstiegsentscheidung nichts zu tun. Dann geraten die Zentralschweizer zusehends auf die schiefe Bahn. Mit Jürg Schafroth engagieren die Zuger 1979 einen Trainer, der den Draht zu seinen Spielern nie findet. Damit nicht genug: Der von Schafroth empfohlene Kanadier Robert Walton ist eine Niete – er raucht auf der Toilette und muss noch vor dem ersten Punktspiel die Koffer packen. Immerhin können die Zuger ihren NLB-Platz halten. Zum Ungemach auf dem Eis gesellen sich Turbulenzen in der Vereinsführung. In der Saison 1980/81 will der Klub an erfolgreiche Zeiten anknüpfen und verpflichtet Jorma Peltonen als Spielertrainer. Er ist eine der Lichtgestalten beim EVZ-Aufschwung in den 1970er-Jahren. Der Finne scheitert, und der Verein kommt nicht mehr zur Ruhe. Die Saison 1981/82 entwickelt sich zum Desaster. Zug hat zeitweise mehr Ausländer unter Vertrag als Punkte auf dem Konto. Die Quittung dafür: Abstieg in die 1. Liga – sang- und klanglos.

Dort finden die Zuger wieder auf die Erfolgsspur zurück. Sie gewinnen 1982/83 alle Partien und schaffen den sofortigen Wiederaufstieg in die NLB und können sich dort auch halten. Ivan Hlinka, Steven Allan Jensen und Trainer Frantisek Dum sei Dank. Ein Trainertausch am 12. Januar 1986 – EVZ-Coach Dan Hober geht zum ZSC, von dort kommt Andy Murray nach Zug – erweist sich dann für den EVZ als Glücksfall. Der nimmermüde Murray rettet die Zuger vor dem neuerlich drohenden Abstieg in die 1. Liga. Und im Jahr darauf bodigen die Zentralschweizer in einer denkwürdigen Playoff-Serie den ZSC. Zug schafft den Sprung in die NLA. Und spielt seit 1987 ununterbrochen in dieser Liga.

Hinweis Bis zur Jubiläumsfeier Anfang Mai beleuchtet unsere Zeitung monatlich eine Dekade der EVZ-Geschichte.