SAISONS 1987/88 BIS 1997/98: EVZ: Alles für den Schirmständer

In die erweiterte dritte Dekade der Vereinsgeschichte fallen die grössten Erfolge. Der Meistertitel am 11. April 1998 ist das überfällige Resultat eines Steigerungslaufs.

Raphael Biermayr
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Dino Kessler, André Rötheli und Misko Antisin (von links) feiern den Meistertitel. (Bild: Arno Balzarini/Keystone (Davos, 11. April 1998))

Dino Kessler, André Rötheli und Misko Antisin (von links) feiern den Meistertitel. (Bild: Arno Balzarini/Keystone (Davos, 11. April 1998))

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Das dritte Jahrzehnt der EVZ-Geschichte mit der Saison 1996/97 abzuschliessen, wäre blödsinnig. Schliesslich liegen sich die Zuger nur ein Jahr später, am 11. April 1998, in den Armen, als der erste und bislang einzige Meistertitel Tatsache war. Die Fernsehbilder aus Davos und Zug sind im kollektiven Gedächtnis verankert. Die Aufnahmen der bei der Heimfahrt auf einem Parkplatz gefilmten EVZ-Helden, die sich in einer Reihe stehend erleichtern, sind kultig.

Erleichterung ist das Schlagwort im Zusammenhang mit dem ersehnten Titel. Die blaue Trophäe im Schirmständerdesign bedeutet die Krönung eines langen Wegs, den der Verein seit dem Wiederaufstieg 1987 genommen hatte. Der EV Zug verschafft sich zunächst Respekt in der NLA, dank Kämpfern wie Ruben Fontana, Rolf Tschanz und Mike Tschumi, Könnern wie Red Laurence, John Fritsche und Colin Muller sowie fanatischen Fans: Die offiziell 8500 Zuschauer gegen Ambri und Davos im Herbst 1987 bedeuten ewigen Rekord in Zug. Der Wind dreht schnell. Trotz grosser Investitionen und des Amtsantritts von Präsident Fredy Egli folgen zwei Saisons des Darbens und zwei Trainerentlassungen: Per Bäckman – ein Tag vor Heiligabend 1989 – und Kent Ruhnke – im November 1990 – müssen gehen. An ihrer statt übernimmt der eigentliche Manager Roli von Mentlen und führt den EVZ zweimal in die Playoffs, wo das Team chancenlos ist.

Ab 1991 geht es bergauf, am Anfang steht die Verpflichtung von Trainer Björn Kinding. Auf dem Eis sorgen Ausnahmekönner wie der halslose Ken Yaremchuck, der schussgewaltige Misko Antisin, der Ehrfurcht gebietende Tom Fergus oder der dynamitgeladene Dino Kessler für erste Highlights: Am 3. Dezember 1992 führt der EVZ erstmals die NLA-Tabelle an. 1994 steht er erstmals in den Playoff-Halbfinals, 1995 unter Jim Koleff erstmals im Final (1:3 gegen Kloten). Dann kommen mit dem knüppelharten Patrick Sutter, dem smarten André Rötheli, dem tänzerischen Wes Walz und dem zielsicheren Bill McDougall die Spieler, die den letzten Schritt ermöglichen. 1997 scheitert Zug zwar erneut im Final (1:3 gegen Bern), im dritten Anlauf klappt es aber. Das Team von Trainer Sean Simpson setzt sich in der ersten Best-of-7-Finalserie überhaupt mit 4:2 gegen Davos durch.