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SERIE: Der grosse Traum vom Meisterbecher

Der erste Meistertitel des EV Zug liegt schon 18 Jahre zurück. Die Erinnerungen daran drohen zu verblassen. Der EVZ will dies verhindern und geht neue Wege.
Marco Morosoli
18 Jahre ist es her seit dem letzten Meistertitel für den EV Zug. Was liegt diese Saison drin? Im Bild: EVZ-Coach Harold Kreis. (Bild: Keystone)

18 Jahre ist es her seit dem letzten Meistertitel für den EV Zug. Was liegt diese Saison drin? Im Bild: EVZ-Coach Harold Kreis. (Bild: Keystone)

Der 11. April 1998 ist vielen EVZ-Fans noch in bester Erinnerung. An diesem Ostersamstag gewinnt der EV Zug in der Playoff-Finalserie gegen den HC Davos auswärts mit 5:2. Der vierte Sieg in dieser Ausmarchung mit dem traditionsreichen Klub aus dem Bündnerland bringt den Zugern im 31. Jahr ihres Bestehens den ersten Meistertitel. Der Jubel ist grenzenlos. Die Hertihalle ist gut gefüllt, als die «Titelhelden» nach Mitternacht von ihrer Anhängerschaft euphorisch begrüsst werden. Zugs Innenstadt wird derweil temporär zum Tollhaus. «Fantastisch», schreibt die «Neue Zuger Zeitung» zum EVZ-Titelgewinn. Der damalige Präsident Fredy Egli sagt: «Wir sind glücklich, denn auf diesen Tag haben wir lange gewartet.» Doch diese glorreichen Frühlingstage harren bisher einer Wiederholung. Der EV Zug hat es seitdem nie weiter als in den Playoff-Halbfinal geschafft. Schlimmer noch für das als verwöhnt bekannte Zuger Publikum: Die letzte Halbfinalteilnahme liegt auch schon drei Saisons zurück.

Doch der zweite Titelgewinn bleibt auch nach dem EVZ-Umzug in die Bossard-Arena ein Projekt mit einem – aller­dings unbekannten – Realisierungs­horizont. «Der Weg zum Meistertitel ist keine Autobahn, sondern er hat den Charakter eines Hochgebirgspfades», sagt der EVZ-Sportchef Reto Kläy. Ein solcher Triumph habe den Charakter eines Puzzles, bei dem alle Teile perfekt zueinanderpassen müssten. Aber Kläy vergisst auch nicht zu erwähnen, dass «es kein Betty-Bossi-Rezept für den Meistertitel gibt».

Wettkampfglück ist notwendig

Einer der wenigen aktuellen Kaderspieler des EV Zug, welche einen Schweizer-Meister-Titel in ihrem Palmarès haben, ist der Verteidiger Timo Helbling. Er hat das Kunststück im vergangenen Jahr mit dem SC Bern geschafft, und das aus wenig vorteilhafter Position. Die Berner haben die Playoffs auf den letzten Drücker erreicht und sind dann zu ihrem Sturmlauf mit zwölf Siegen und bloss vier Niederlagen in den drei Playoff-Serien gestartet. Dieser ist mit dem 14. Meistertitel veredelt worden. Helbling sagt: «Mit Geld eine Mannschaft zusammenkaufen, bringt nichts, vielmehr muss die Chemie stimmen.» Der Segen liege in einer «ausgeglichenen Mannschaft», bei welcher die Aufgaben gleichmässig auf viele Schultern verteilt sein müssen. Das erforderliche Momentum auf seine Seite zu ziehen, sei ebenfalls unabdingbar.

Vor der laufenden Saison 2016/17 ist der EVZ-CEO Patrick Lengwiler vergangenen Monat verschiedentlich gefragt worden, wen er denn als den nächsten Meister sehe. Er bleibt wie viele aus seiner Zunft bezüglich Prognosen vorsichtig und sagt: «Ich bin kein Hellseher. Der Meistertitel wird erst im nächsten April vergeben.» Um eine falsche Erwartungshaltung zu vermeiden, verzichten die Zentralschweizer auch auf die Nennung eines Rangzieles. Auch bei der Nennung eines Meisterschaftsanwärters bleibt er im Vagen: «Für den Meistertitel muss alles stimmen. Das Team muss die notwendige Leistung abrufen können. Es braucht Wettkampfglück und eine gehörige Portion Selbstvertrauen.» Zudem sei es wichtig, über ein gesundes Kader zu verfügen. Das neue EVZ-Academy-Team sei ein wichtiger Mosaikstein, um die wichtigste Zuger Sportorganisation wieder näher an einen Titel heranführen zu können.

Das streicht auch der EVZ-Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Strebel heraus: «Die Verbreiterung des Kaders durch die Academy-Spieler erzeugt Druck. Das Personal muss sich so mehr Mühe geben.» Die EVZ-Organisation hat mit diesem Bindeglied zwischen dem NLA-Team und der Elite-A-Mannschaft auch mehr Optionen. Das zeigt sich aktuell. Die fürs NLB-Team vorgesehenen Verteidiger Florian Schmuck­li und Tobias Fohrler erhalten temporär in der höchsten Spielklasse eine Möglichkeit der Bewährung, weil mit Johan Morant und Simon Lüthi zwei NLA-Kaderspieler verletzt ausfallen. Das Wichtigste aber, um sich sukzessive und dauerhaft im Kreis der Top-Teams zu etablieren, ist für Strebel eine professionelle Organisation. Über diese verfüge der EVZ, hingegen stellt Strebel in «athletischer Hinsicht noch Defizite» fest. Mit dem geplanten Bau des Sportzentrums in Cham – mit weiteren Eisflächen – ergebe sich auch in dieser Hinsicht eine Verbesserung. Mit der Gründung der Hockey Academy durch den EVZ im Jahre 2014 sollen Talente gefördert werden, welche dereinst dem Ausbildungsklub helfen sollen, seine sportlichen Ziele realisieren zu können. Strebel hofft natürlich, dass die Ak­teure aus dieser Nachwuchsschmiede in Zug bleiben werden. Für ihn ist das eine «moralische Komponente», denn es soll sich das Denken durchsetzen: «Der Klub hat mir geholfen, jetzt gebe ich etwas zurück.»

Für Reto Kläy wie auch andere Klubverantwortliche ist die tägliche Planung durch dieses neue Talent-Team aber nicht leichter, sondern eher anspruchsvoller geworden: «Ich muss kurz- und langfristig denken. Du kannst beides nicht vernachlässigen. Das kommt einem Spagat gleich.» Für den sportlichen Erfolg ist aber gemäss dem EVZ-Trainer Harold Kreis noch mehr gefordert: «Es braucht die Bereitschaft, an seine Grenzen zu gehen.» Und das täglich. Als Richtschnur innerhalb der Organisation dient das EVZ-Leitbild «Passion for Success» («Leidenschaft für den Erfolg») für eine «Marke, stark wie ein Stier». Für diese sind mittlerweile rund 120 Festangestellte tätig.

Ein Fest gibt es 2017 sicher

Und der EVZ-Sportchef Reto Kläy fordert aber auch Geduld innerhalb der Anhängerschaft: «Ich hoffe, dass wir nicht mehr so lange auf den nächsten Meistertitel warten müssen.» Er ist aber zuversichtlich: «Wir haben Potenzial für den Meistertitel, aber es gibt auch andere Teams, die das von sich behaupten können.» Wenn es dann im kommenden Jahr wieder nicht für einen zweiten Meistertitel für den EV Zug reichen sollte, gibt es immerhin noch einen anderen Grund, um zu festen. 2017 feiert der EV Zug sein 50-Jahr-Jubiläum mit vielen verschiedenen Aktivitäten.

Hinweis

Den Matchbericht des gestrigen NLA-Spieles zwischen dem EV Zug und den ZSC Lions finden Sie auf Seite 29.

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