EVZ verliert in den Überstunden

Vor 1106 Tagen hatte der EV Zug zuletzt gegen Genève-Servette verloren. Nach 15 Siegen in Serie gegen die Westschweizer verliert der EVZ erstmals wieder.

Daniel Gerber, Genf
Merken
Drucken
Teilen
Genfs Tanner Richard, links, gegen Zugs Reto Suri, rechts. (PPR/Salvatore Di Nolfi)

Genfs Tanner Richard, links, gegen Zugs Reto Suri, rechts. (PPR/Salvatore Di Nolfi)

Was für eine Woche für den EV Zug: Innerhalb von fünf Tagen und zwei Stunden hat das Team von Dan Tangnes nicht weniger als vier Spiele zu bestreiten – gemessen ab dem Spielbeginn am Montag 19.45 Uhr gegen Lugano bis zum Spielende von heute Abend um 21.45 Uhr.

Und dann kommt noch die gestrige Extra-Schicht dazu: Der Puck-Einwurf in Genf erfolgte mit einer Verspätung von 25 Minuten. EVZ-Statistiker Walter Vattolo: «Unser Ziel ist stets um 17.45 Uhr anzukommen, zwei Stunden vor dem Spiel.» Doch diesmal erreichte der Mannschaftsbus das Stadion Les Vernets erst um 18:55 Uhr. Und dies sogar noch verhältnismässig früh: «Wegen einem Unfall war der Rückstau enorm. Deshalb fuhren wir bereits in Nyon von der Autobahn – das Navi zeigte an, dass wir dadurch 30 Minuten schneller am Ziel sind.»

V.l.n.r.: Torschütze Santeri Alatalo, Topscorer Lino Martschini und Dario Simion (Zug) jubeln nach dem Tor zum 1:2. (Pascal Muller/freshfocus)
6 Bilder
Pontus Widerstroem (Zug) erzielt das Tor zum 1:2 gegen Torhüter Gauthier Descloux (Genf). (Pascal Muller/freshfocus)
Dario Simion (Zug) gegen Eliot Berthon (Genf). (Pascal Muller/freshfocus)
Zugs Pontus Widerström, links, feiert sein Goal mit Yannick-Lennart Albrecht und Reto Suri, rechts. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)
Genfs Cody Almond, links, schiesst das 1:0 gegen Zug. Mitte: Tobias Stephan. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)
Miro Zryd (Zug) gegen Jeremy Wick (Genf). (Pascal Muller/freshfocus)

V.l.n.r.: Torschütze Santeri Alatalo, Topscorer Lino Martschini und Dario Simion (Zug) jubeln nach dem Tor zum 1:2. (Pascal Muller/freshfocus)

Dabei war das Team so früh wie noch nie nach Genf aufgebrochen: «Wir fuhren schon um 13.30 Uhr los und rechneten damit, dass wir noch eine Kaffeepause würden einlegen können.»

Rappi-Spiel vom Samstag wird beeinflusst

In einer derart dichten Woche spielt es eine Rolle, wenn das Team ungefähr um 3 Uhr statt um 2.30 Uhr in der Früh in Zug ankommt. «Solche Faktoren spielen mit», sagt Walter Vattolo. Denn während Zug am Montag (4:0 gegen Lugano), am Mittwoch (3:2 nach Penaltys im Cup-Halbfinal in Bern), gestern Freitag (2:3 nach Verlängerung in Genf) und nun heute Samstag (daheim gegen Rapperswil) ein Mammutprogramm zu bestreiten hat, muss der heutige Gegner im gleichen Zeitraum nur dreimal ran (Mittwoch und Freitag auf eigenem Eis gegen die SCL Tigers und heute in Zug) – also weniger Spiele und deutlich weniger Reise-Kilometer.

Gestern sah Servette-Pressechef Arnaud Cogne den Vorteil für das Spiel bei Zug: «Die EVZ-Spieler waren im Bus und wussten besser was passiert, als unsere, die einfach hier im Stadion warten mussten.»

Erste Niederlage gegen Servette seit 2015

Das Spiel selbst wurde zu einem äusserst engen und packenden Duell. Der EVZ, der auf die beiden Ausländer David McIntyre und Carl Klingberg verzichten musste, geriet im Startdrittel in Rückstand, schaffte im Mitteldrittel dann aber die Wende innerhalb von weniger als zwei Minuten. Das 2:1 fiel nach nur sieben Sekunden in einem Power-Play. Santeri Alatalos Schuss aus dem Hinterhalt landete knapp unter der Latte, während Servette-Keeper Goalie Gauthier Descloux die Sicht von gleich zwei Spielern verdeckt war. Zuletzt dauerte das Spiel bis knapp Viertel vor elf Uhr. Denn zwei Tor-Szenen wurden von den Unparteiischen noch einmal angeschaut: Der vermeintliche Ausgleichstreffer zum 2:2 sowie das 3:2 nach einem Abpraller, das schliesslich zählte.

Somit geht eine lange Siegesserie gegen die Genfer zu Ende: Erstmals seit dem 11. Dezember 2015 (2:4) verliert Zug wieder; nach 1106 Tagen.

Genève-Servette - Zug 3:2 (1:0, 0:2, 1:0, 1:0) n.V.

5733 Zuschauer. - SR Mollard/Wiegand, Fuchs/Stuber. - Tore: 20. (19:40) Almond (Rod, Jaquemet/Ausschluss Zryd) 1:0. 26. (25:11) Widerström 1:1. 27. (26:56) Alatalo (Everberg, Roe/Ausschluss Rubin) 1:2. 46. Fritsche (Wick/Ausschluss Alatalo) 2:2. 61. (60:09) Romy 3:2. - Strafen: 5mal 2 plus 10 (Winnik) Minuten gegen Servette, 5mal 2 plus 10 (Alatalo) Minuten gegen Zug. - PostFinance-Topskorer: Richard; Martschini.

Genève-Servette: Descloux; Jacquemet, Tömmernes; Vukovic, Martinsson; Mercier, Bezina; Kast; Wick, Almond, Rod; Douay, Richard, Winnik; Skille, Romy, Rubin; Riat, Berthon, Maillard; Fritsche.

Zug: Stephan; Schlumpf, Alatalo; Diaz, Stadler; Zgraggen, Zryd; Thiry, Morant; Lammer, Roe, Everberg; Widerström, Albrecht, Suri; Martschini, Senteler, Simion; Haberstich, Zehnder, Schnyder.

Bemerkungen: Servette ohne Wingels, Bouma, Fransson, Simek, Antonietti, Dufner, Bozon und Völlmin, Zug ohne Klingberg, McIntyre (alle verletzt) und Leuenberger (U20-Nationalmannschaft). Douay verletzt ausgeschieden (33.). Timeout Servette (55.).