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SPEZIALISTIN: EVZ-Skatingtrainerin Cyndy Kenyon: Ein Leben in der Nische

Seit dem Sommer arbeitet die US-Amerikanerin Cyndy Kenyon beim EVZ als vollamtliche Skatingtrainerin. Ein Luxus? Nein, sagen die Verantwortlichen.
Cyndy Kenyon lebt seit neun Jahren in der Schweiz, nun gibt sie Skating-Lektionen in Zug. (Bild Maria Schmid)

Cyndy Kenyon lebt seit neun Jahren in der Schweiz, nun gibt sie Skating-Lektionen in Zug. (Bild Maria Schmid)

Nicola Berger

Für die Elite ist Eishockey heutzutage eine glamouröse Angelegenheit. In der NHL fliegt man bequem im Privatjet an die ­Spiele, und in der Schweiz wird die Prominenz schon mal besser entlöhnt als ein Bundesrat (445 000 Franken).

Der Spitze gehört die ganze Aufmerksamkeit, aber nicht alle im Geschäft leben in dieser Glitzerwelt. Cyndy Kenyon (31) zum Beispiel. Die US-Amerikanerin spielte einst in den Universitätsteams von Wisconsin und North­eastern, ehe sie zum DHC Langenthal wechselte. Der Transfer kam zu Stande, weil das College die Spielerin finanziell unter­stützte. Auf diesem Weg finden viele Nordamerikanerinnen in die Schweiz, auch wenn das Intermezzo finanziell wenig lukrativ bleibt: Die Löhne bewegen sich zwischen 2000 und 3000 Franken pro Monat.

Meistertrainerin in Zürich

Aber klar: Wer den Sprung wagt, tut es wegen des Abenteuers, um eine neue Sprache zu erlernen vielleicht – und ist nach einer Saison wieder weg. Diesen Plan hatte auch Kenyon. Inzwischen lebt sie seit neun Jahren in der Schweiz und ist mit dem langjährigen EVZ-Profi Paul Di Pietro liiert. Sie sagt: «Die Schweiz ist meine zweite Heimat.»

Um im Land bleiben zu können, übernahm Kenyon viele Aufgaben. Sie war: (Meister-)Trainerin des Damenteams der ZSC Lions und Assistenzcoach der Nationalmannschaft. Schon das waren Nischenjobs, aber seit diesem Sommer firmiert Kenyon in einem 100-Prozent-Pensum als Skatingtrainerin im EV Zug.

Man fragt sich: Ist das nicht Luxus, für einen Klub wie den EVZ? Der Sportchef Reto Kläy widerspricht. Er sagt: «In diesem Bereich gibt es sehr viel ungenutztes Potenzial. Von einer Fachkraft wie ihr können alle profitieren.»

Das Staunen Martschinis

Einer, der dem Manager beipflichtet, ist Lino Martschini (22). Er gehört zu den besten Schlittschuhläufern im Land. Er sagt: «Ich hielt mich für einen ganz ordentlichen Skater. Aber als ich sie auf dem Eis gesehen habe, war ich sprachlos. Sie bewegt sich in einer anderen Liga.»

Was aber ist ihr Geheimnis? Sie lacht und sagt: «Die Kunst ist, möglichst wenig zu machen. Je simpler man fährt, desto besser.»

Dieses Mantra hat Kenyon in den letzten drei Jahren den Profis der ZSC Lions eingetrichtert – ihr Lieblingsschüler war der U-18-Nationalspieler Jonas Siegen­thaler. In Zürich erzählt man sich, Kenyon habe beim eher behäbigen Abwehrtalent Wunder vollbracht, es sei auch ihr Verdienst, dass Siegenthaler im NHL-Draft von den Washington Capitals schon in der zweiten Runde gezogen wurde.

Solche Erfolgsgeschichten erhofft man sich zukünftig auch in Zug. Aber bleibt es dabei? Oder hegt Kenyon Ambitionen, in die Geschichte einzugehen und dereinst erster weiblicher Head- oder Assistenzcoach in der Männerdomäne Profieishockey zu werden? Sie schüttelt den Kopf und sagt: «Ich bin zu wenig resultat­orientiert. Meine Freude ist grösser, wenn ich sehe, dass ein einzelner Spieler wegen meiner Arbeit Fortschritte erzielt.»

Es sind bemerkenswerte Worte von jemandem, der sich konsequent fernab des Rampenlichts und der dicken Checks bewegt. Und im Kosmos Eishockey trotzdem Glück und Bestimmung gefunden hat.

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