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Tangnes gibt beim EV Zug das Tempo vor

Unter dem neuen Headcoach Dan Tangnes (39) beginnen die Hockey-Profis des EV Zug mit dem offiziellen Eistraining. Der Norweger setzt auf eine hohe Intensität. Goalie Tobias Stephan schweigt derweil zum Genoni-Transfer.
Sven Aregger
Head Coach Dan Tangnes zeigt seinen Spielern, wo es langgeht. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 7. August 2018))

Head Coach Dan Tangnes zeigt seinen Spielern, wo es langgeht. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 7. August 2018))

Dan Tangnes trägt ein Baseballcap und dunkle Trainingskleider. Er kurvt über das Eis, in der Hand eine Pfeife, und gibt den Spielern lautstark Anweisungen auf Englisch. Alle paar Minuten gruppiert er die Spieler an die Bande und erklärt, wie er sich die Übungen vorstellt. Es ist das erste offizielle Eistraining des EV Zug unter dem neuen norwegischen Headcoach. Und Tangnes nutzt die Zeit. Er lässt die Spieler knapp zwei Stunden lang schwitzen, die Intensität ist auffällig hoch. Immer wieder spricht er mit einzelnen Spielern, mit Captain Raphael Diaz, mit Sven Senteler oder Carl Klingberg. Zur Hälfte des Trainings gibt es eine Pause, was unter Tangnes’ Vorgänger Harold Kreis nie der Fall war. Es ist offensichtlich: Tangnes bringt seine Vorstellungen vom Eishockey vom ersten Tag an ein.

«Am Morgen war ich schon etwas nervös», sagt der 39-Jährige hinterher im Kabinentrakt der Bossard-Arena. Geduldig stellt er sich den Fragen der Medien. Hier ein Interview fürs Lokalfernsehen, dort ein Gespräch mit einer grossen nationalen Tageszeitung. Tangnes sagt: «Ziel der ersten Wochen ist, dass sich die Spieler Schritt für Schritt daran gewöhnen, was ich von ihnen erwarte, was für ein Team wir sein wollen.» Das brauche Zeit. Geduld, sagt er, sei das Schlüsselwort.

Läuferisch anspruchsvolles Eishockey

Tangnes will ein läuferisch anspruchsvolles Eishockey spielen lassen, und genauso konzipiert er auch die Trainingseinheiten. Eine «hohe Pace» sei ihm wichtig. Das spüren auch die Spieler. «Uns ist von Anfang an aufgefallen, dass es sehr intensiv ist», sagt Lino Martschini. Der EVZ-Flügel beschreibt den neuen Trainer als «sehr kommunikativ. Er ist ein offener Mensch und holt bei uns Spielern immer wieder Feedbacks ein.» Nun gehe es darum, die Ideen des Headcoaches zu verinnerlichen. «Wir erhalten neue Reize und müssen den Kopf einschalten.»

Die Zuger Eismeister haben die Hitze im Griff

Das heisse Sommerwetter hat keinen Einfluss auf die Eisqualität in der Bossard-Arena. «Die Qualität bleibt die gleiche», sagt Erwin Fassbind, der als einer von neun Eismeistern seine 20. Saison im EV Zug bestreitet. Bevor jeweils mit der Eisaufbereitung begonnen wird, werden die Kühlleitungen auf dem Feld auf zirka –6 Grad runtergekühlt. Bei diesem Prozess wird auch die Halle kälter. «Natürlich ­müssen die Türen möglichst geschlossen bleiben», so Fassbind. Zudem arbeiten die Eismeister mit der Umluft in der Halle. Während der Saison beträgt die Temperatur in der Arena zwischen 15 und 18 Grad, was im Vergleich zu höher gelegenen Stadien wie in Davos und Ambri relativ warm ist.

Viel zu tun gibt es für die Zuger Eismeister wegen der hohen Belegung der Halle. Da neben den Teams aus der National League und der Swiss League auch die Nachwuchsmannschaften die Bossard-Arena nutzen, kann das Eis schneller trüb werden. Die Werbung und die Linien unter der Eisfläche werden schlechter sichtbar. Unmittelbar vor den Spielen tragen die Eismeister deshalb rund 8 Millimeter der obersten Schicht ab, damit die Werbung wieder besser ­erkennbar ist. Nach den Spielen wird die Schicht wieder aufgetragen.

Die Eismeister haben Anfang Juli mit der Kühlung in der Halle begonnen, danach bewässerten sie das Feld mittels Feuerwehrschläuchen und bereiteten das Eis Schicht für Schicht auf. «Die Grundschicht bleibt über die ­gesamte Saison bestehen», sagt Fassbind. Und wie stehen die EVZ-Eismeister zum Wasser­verbrauch in diesen trockenen Tagen? Erwin Fassbind betont: «Für alle Arbeiten verwenden wir Wasser aus dem Zugersee.» (ars)

Martschini: «Wir brauchen Tobias Stephan»

Zur Sprache kommt im Kabinentrakt auch die Verpflichtung von SCB-Goalie Leonardo Genoni, der 2019 mit einem 5-Jahres-Vertrag nach Zug wechselt. Der aktuelle Torhüter Tobias Stephan, der den EVZ nach dem Ende der kommenden Saison verlassen muss, will sich dazu nicht äussern. Klar ist, dass er gerne in Zug verlängert hätte. Im Training lässt er sich nichts anmerken. Gut gelaunt tauscht er sich mit Assistenzcoach Josh Holden aus, bevor er gewohnt fokussiert die Schüsse seiner Teamkollegen pariert. «In der Garderobe war der Wechsel kein Thema», versichert Martschini. Könnte sich der Transfer negativ auf Stephans Leistungen auswirken? «Das wird nicht passieren. Tobias ist sehr beliebt im Team und hat einen tollen Charakter. Er ist nach wie vor einer von uns, wir brauchen ihn in dieser Saison.»

Das erste offizielle Team-Eistraining in der Bossard-Arena wird vom neuen Cheftrainer Dan Tangnes geleitet. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 7. August 2018))
Sie haben gut lachen: David McIntyre (links) und Reto Suri. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Die Neuzugänge im EVZ-Dress: Miro Zryd mit der Nummer 49. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Jesse Zgraggen mit der Nummer 58. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Yannick-Lennart Albrecht mit der Nummer 28 (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Dario Simion mit der Nummer 59 (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Neu im Staff dabei ist der langjährige EVZ-Spieler Josh Holden. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Dan Tangnes instruiert die Spieler. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Raphael Diaz (vorne), verfolgt von Reto Suri im teaminternen Match. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 7. August 2018))
David McIntyre verfolgt Livio Stadler, ganz links Goalie Sandro Aeschlimann. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 7. August 2018))
Garrett Roe (rechts) und Dominik Schlumpf beschäftigen Torhüter Sandro Aeschlimann. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Carl Klingberg. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Sven Senteler (links) und David McIntyre. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Dominik Schlumpf folgt den Anweisungen des Trainers.
Yannick Zehnder, Reto Suri, Yannick-Lennart Albrecht und Sven Senteler (von links) folgen den Anweisungn von Dan Tangnes. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Santeri Alatalo (links) und Tobias Geisser. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Reto Suri (rechts) im Duell mit Raphael Diaz. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Yannick Zehnder. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
EVZ-Torhüter Tobias Stephan hört gespannt zu. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Santeri Alatalo. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
David McIntyre. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Fabian Haberstich (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Cheftrainer Dan Tangnes. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Santeri Alatalo. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Yannick Zehnder. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Tobias Fohrler. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Sven Senteler. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Cheftrainer Dan Tanges gibt Anweisungen. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Torhüter Sandro Aeschlimann (links) unterhält sich mit Johann Morant. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
Während die erste Mannschaft in der Bossard-Arena trainiert, präpariert Eismeister Erwin Fassbind das Eis in der Trainingshalle. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 07. August 2018))
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Zuger Startschuss auf dem Eis

Trainer Tangnes merkt zwar an, dass es speziell sei, einen Spieler schon derart früh zu verpflichten. Aber auch er sagt: «Stephan will eine gute Saison spielen. Damit kann er sich für einen neuen Klub empfehlen.» Tangnes hat mit ihm bereits über die bevorstehende Spielzeit gesprochen. Backup-Torhüter Sandro Aeschlimann (23) soll in der Qualifikation vermehrt eingesetzt werden. Vorstellbar ist, dass auch Luca Hollenstein (18) vom Farmteam EVZ Academy eine Chance erhält. Tangnes weiss natürlich: Der Einbau von Eigengewächsen in die National-League-Mannschaft ist ein zentraler Punkt der Zuger Strategie. Auch deswegen ist er aus Schweden, wo er zuletzt den Linköping HC trainiert hat, geholt worden. Seinem Vorgänger Kreis war im Frühling zum Verhängnis geworden, dass er neben dem enttäuschenden sportlichen Abschneiden (Aus im Playoff-Viertelfinal gegen die ZSC Lions) die Philosophie der Organisation nicht konsequent umsetzte.

Tangnes’ Interesse am Nachwuchs

Tangnes wird die Entwicklungen im Zuger Nachwuchs wachsam beobachten. Er hat bereits ein Auge auf den einen oder anderen jungen Spieler geworfen. Einer davon ist Sven Leuenberger (19). Möglich, dass der talentierte Stürmer bald sein Debüt in der höchsten Spielklasse gibt. Zugleich betont Tangnes, dass er auch die arrivierten Spieler – einen Diaz oder einen Martschini – besser machen möchte. Zumal sich der EVZ nicht nur als Ausbildungsverein versteht, sondern Ambitionen auf den Meistertitel hegt. Das hat er eben erst mit der Verpflichtung von Genoni unterstrichen.

Auf Dan Tangnes wartet also viel Arbeit. Er will etwas bewegen im EV Zug. Ob ihm das gelingt, wird sich in den nächsten Monaten weisen.

Testspiele. Samstag, 11. August, 19.00: EV Zug – EVZ-Academy (Bossard-Arena). – Samstag, 18. August, 20.00: EV Zug – Düsseldorfer EG (Würth-Arena, Neumarkt). – Sonntag, 19. August: Platzierungsspiel (16.00 oder 20.00; Würth-Arena; Neumarkt). – Freitag, 24. August, 20.00: Black Wings Linz – EV Zug (Bergholz,Wil). – Sonntag, 26. August, 14.00: EV Zug – Adler Mannheim (Bergholz, Wil).

Champions Hockey League. Freitag, 31. August, 19.30: Eisbären Bern – EV Zug. – Sonntag, 2. September, 17.00: Neman Grodno – EV Zug. – Freitag, 7. September, 19.45: EV Zug – Eisbären Berlin. – Samstag, 8. September, 17.00: EV Zug – Neman Grodno.

Schweizer Cup. Dienstag, 18. September, 20.00: Winterthur (Swiss League) – EV Zug.

National League. Die ersten drei Runden, jeweils 19.45. Freitag, 21. September: Ambri – EV Zug. – Samstag, 22. September: EV Zug – Lugano. – Dienstag, 25. September: Fribourg-Gottéron – EV Zug.

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