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Welche Ausländer setzen sich beim EVZ durch?

Der EVZ hat fünf fitte Ausländer, aber nur vier können spielen. Die Importspieler kämpfen nicht nur um ihren Platz in der Aufstellung, sondern auch um ihre Zukunft in Zug.
Sven Aregger
Fünf Ausländer für vier Plätze (von links): Garrett Roe, Dennis Everberg, Carl Klingberg, Brian Flynn, David McIntyre. Bilder: Keystone

Fünf Ausländer für vier Plätze (von links): Garrett Roe, Dennis Everberg, Carl Klingberg, Brian Flynn, David McIntyre. Bilder: Keystone

Brian Flynn ist erst seit ein paar Wochen in der Schweiz, aber allmählich wird er mit den hiesigen Bräuchen vertraut. So dürfte der US-Amerikaner, der im Januar von der American Hockey League zum EV Zug gestossen ist, in den letzten Tagen etwas über den Nationalsport Schwingen gelernt haben. Zur Einstimmung auf das «Eidgenössische», das im Sommer in Zug über die Bühne geht, trat der EVZ am Samstag beim 4:2-Heimsieg gegen Bern ja in speziell angefertigten Edelweisshemden an. Und Flynn schien sich darin richtig wohl zu fühlen, er erzielte zwei Tore und war der Mann des Spiels. Nach seinen Treffern vier und fünf in den letzten fünf Partien darf man festhalten: Der 30-jährige Stürmer kommt nach seiner Angewöhnung ans europäische Eishockey immer besser in Schwung.

Gegen Bern spielte Flynn als Center in einer Linie mit den zwei schwedischen Weltmeistern Dennis Everberg und Carl Klingberg, die sich insgesamt drei Assists notieren liessen. Everberg ist mit seiner physischen Präsenz ein grosser Faktor für das Team. Und auch Klingberg, der Powerflügel und Publikumsliebling, macht merklich Fortschritte nach seiner langwierigen Halswirbelverletzung. Im Klub ist man denn auch zuversichtlich, dass er bis zu den Playoffs wieder sein gewohntes Leistungsniveau erreicht. Sportchef Reto Kläy sagt: «Die Flynn-Linie hat sehr gut harmoniert, diese Zusammensetzung ist eine Option für die Playoffs.»

Luxusproblem für den Trainer

Auch Garrett Roe wird der überzeugende Auftritt seiner Kollegen nicht entgangen sein. Der amerikanische Center sass gegen Bern auf der Tribüne, was dem Rotationsprinzip geschuldet war. Wie Everberg gilt Roe dank seinen Spielmacher-Qualitäten und seiner Kämpfernatur als gesetzt, aber ist das auch sicher? Eigentlich führt Roe die Ausländer-Linie an, doch Flynn hat nun bewiesen, dass er eine gute Alternative sein kann. Und so kämpfen fünf EVZ-Ausländer um vier Plätze, Trainer Dan Tangnes hat die Qual der Wahl. Seit der Rückkehr von Klingberg vor einer Woche war immer ein anderer Ausländer überzählig, bislang traf es neben Roe auch Everberg und Flynn. Noch werden Varianten ausprobiert, aber Sportchef Kläy sagt: «Irgendwann müssen wir den Entscheid treffen: Das ist unsere beste Mannschaft.»

Sportchef: «Ein gewisser Druck ist nicht verkehrt»

Man kann argumentieren, dass David McIntyre in den vergangenen Wochen der formschwächste Zuger Ausländer war. Der Kanadier ist seit Saisonbeginn regelmässig von Verletzungen gebremst worden, was sich erheblich auf seine Leistungen auswirkte. Der Mittelstürmer der zweiten Linie fiel durch ungewohnte Fehler, verlorene Zweikämpfe und fehlende Spritzigkeit auf. Und auch seine Skorerwerte sind nicht gerade das, was man von einem Spieler seines Renommees erwarten dürfte: In den letzten 14 Spielen hat er bloss einmal getroffen. Eine magere Bilanz, auch wenn sich McIntyre als Zwei-Weg-Center nicht gerne auf Skorerpunkte reduzieren lässt. Aber gegen Bern zeigte er Aufwärtstendenz. Und für ihn spricht, dass er in den letzten zwei Saisons in den Playoffs der stärkste Zuger Importspieler war.

McIntyre ist zudem der einzige Ausländer, der auch für die kommende Saison einen Vertrag hat. Seine vier Kollegen spielen deshalb nicht nur um einen Platz im Line-up, sondern auch um ihre Zukunft. Es ist davon auszugehen, dass die Entscheide erst nach Saisonende fallen, sofern Kläy nicht vorher zum Handeln gezwungen wird. Zumindest ein Ausländer wird den EVZ verlassen müssen, denn Kläy will nicht mit fünf Importspielern in die neue Saison gehen. Man darf deshalb mit Spannung beobachten, wie sich die Ausländer in den restlichen Qualifikationsspielen verkaufen. Kläy sagt: «Ein gewisser Druck ist nicht verkehrt.» Bleibt vorläufig noch die Frage zu klären, wer heute beim Auswärtsspiel in Biel pausieren muss: Es ist wiederum Garrett Roe.

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