Welche Spieler enttäuschten Sie?

Nachgefragt bei Harold Kreis, Trainer EV Zug

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Harold Kreis, Trainer des EV Zug. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Harold Kreis, Trainer des EV Zug. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Harold Kreis, wie erlebten Sie den Zorn der Fans, nachdem der Teamcar in der Nacht auf Freitag in Zug angekommen ist?

Harold Kreis: Die Emotionen gingen sehr hoch nach dem Ausscheiden, gerade bei den Fans, aber beide Parteien, auch die Spieler und Trainer, litten darunter. Es gab einen Austausch mit den Fans, der im Grossen und Ganzen anständig abgelaufen ist.

Ihnen wurde zum Beispiel vorgeworfen, Sie zeigten keine Emotionen beim Coaching.

Kreis: Weil keine sichtbar seien, so habe ich den Fans erklärt, heisse das nicht, dass wir keine hätten.

Die harsche Kritik der Fans zeigt vor allem auch, wie riesig die Enttäuschung bei den treuen Seelen ist.

Kreis: Die Enttäuschung ist auch bei uns im Team riesig, sie ist ablesbar in den Gesichtern der Spieler. Viele von ihnen haben das Ausscheiden vor einem Jahr schon miterlebt. Wir waren gut vorbereitet in die Serie gestiegen, wir haben uns vor dem vierten Spiel vorgenommen, mit einem Sieg zurückzukehren. So, wie der Match in Lugano gelaufen ist, wären wir mit einer Verlängerung gut bedient gewesen, aber dann kassierten wir dieses Tor kurz vor Schluss. Es wäre definitiv mehr dringelegen.

Bereits am ersten Tag der Aufarbeitung des Debakels sind Sie als Trainer für die nächste Saison bestätigt worden. Haben Sie das so erwartet?

Kreis: Ich habe nun wirklich nie darüber nachgedacht, dass ich entlassen werden könnte. Das ist nicht meine Denkweise. Aber klar ist, dass der Klub nach dieser Enttäuschung alles beleuchtet und hinterfragt. Es werden kritische Fragen gestellt, nicht zuletzt auch mir.

CEO Patrick Lengwiler gab zu verstehen, dass auch die Trainer Fehler gemacht hätten. Welche nehmen Sie denn auf Ihre Kappe?

Kreis: Mir ist es nicht gelungen, unsere Toplinie von Luganos Checkerlinie wegzunehmen. Und Lino Martschini hätte ich nach der Verletzung von Dominic Lammer in Spiel 3 nicht in die gleiche Sturmreihe mit Pierre-Marc Bouchard und Jarkko Immonen nehmen sollen. So waren sie zu leicht zu decken. Hätte ich sie aufgeteilt, wäre die Aufgabe für Lugano schwieriger geworden. Darum habe ich den Fehler in Spiel 4 korrigiert.

Wenn dem Trainer der Rücken gestärkt wird, bedeutet das folglich, dass es bei den Spielern Änderungen geben wird. Von welchen Spielern waren Sie in dieser Saison enttäuscht?

Kreis: Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass ich Ihnen diese Frage unmöglich beantworten kann, bevor ich mit den Spielern geredet habe.

Vor Ende der Qualifikation kam ein Lukas Sieber, während der Playoffs ein Josh Primeau. Spieler, die für die physische Komponente stehen. Das ist ein Eingeständnis dafür, dass Zug zwingend mehr Härte und Wasserverdrängung braucht.

Kreis: Ja, das kann man so sehen.

Interview ain