ZUG: Kanadier hat EVZ-Cracks um viel Geld geprellt

Ein Unternehmer kauft in Bolivien eine stillgelegte Mine und wittert das grosse Geld. Opfer werden vor allem EVZ-Stars.

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Das Strafgericht in Zug. (Bild: Stefan Kaiser)

Das Strafgericht in Zug. (Bild: Stefan Kaiser)

«Wir sind einem klassischen Hochstapler aufgesessen. Ich denke, die Betroffenen aus dem Eishockey-Umfeld haben das Geld abgeschrieben», sagt der frühere EVZ-Spieler Daniel Giger (39). Er ist einer der rund zehn Geschädigten des 54-jährigen Kanadiers aus dem Umfeld des Sportvereins, die 2009 gegen eine Million Franken ins Minenprojekt investiert hatten.

Der Kanadier wollte die Mine, wo früher Gold, Silber und Zink abgebaut wurde, an die Börse bringen und mit den Investoren das grosse Geld machen. Dieser war auch beim Sponsorenclub dabei und hatte ein gewinnendes Äusseres. Doch unter dem Strich hatte er nicht in die Mine investiert, sondern seine Aktien zu Geld gemacht.

Vor dem Zuger Strafgericht forderte am Montag die Staatsanwältin für den Kanadier eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten, von denen er 8 Monate absitzen soll. Sie klagt ihn wegen gewerbsmässigen Betrugs an. Vor Gericht steht ein ehemaliger Verwaltungsrat als Mitbeschuldigter. Dieser wird wegen Gehilfenschaft und Urkundenfälschung angeklagt. Ihm droht eine 18-monatige bedingte Freiheitsstrafe und eine Busse von 10 000 Franken.

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. Beide Beschuldigten plädieren auf Freispruch. Das Urteil wird später veröffentlicht.