Zuger Penaltyschützen entscheiden Nervenspiel

In einer hochdramatischen Partie gewinnt der EV Zug das Penaltyschiessen gegen Genf-Servette. Schon in der regulären Spielzeit und in der Verlängerung hätten die Zentralschweizer das goldene Tor längst schiessen müssen.

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Mit Corsin Casutt, Damien Brunner und Glen Metropolit waren drei der ersten vier Schützen von Zug im Penaltyschiessen erfolgreich, für Servette traf lediglich Topskorer Jeff Toms. Der Sieg des EV Zug war auf Grund der Spiel- und Chancenanteile verdient.

133 Sekunde vor Spielende Ausgleich

Beide Teams waren in der regulären Spielzeit für Phasen von zu starker Passivität vom Gegner jeweils bestraft worden. Zug verspielte eine 1:0- und 3:2-Führung, Servette gab einen 2:1-Vorsprung preis. Goran Bezina, der überragende Spieler dieser Viertelfinalserie, erzielte in der 58. Minute mit seinem bereits fünften Playoff-Tor das 3:3 für Servette und erzwang damit das Nachsitzen.

EVZ-Stürmer Corsin Casutt hatte unmittelbar vor Bezinas Ausgleichstreffer bei einem Zuger Konter seinerseits sein bereits fünftes Playoff-Tor verpasst. Der mitlaufende Björn Christen verhakte sich gleichzeitig mit Servette-Goalie Tobias Stephan, worauf der Zuger Stürmer vom Head-Schiedsrichter-Duo Brent Reiber/Gian-Reto Peer mit einer umstrittenen Zweiminuten-Strafe belegt wurde. Prompt war nach einer zusätzlichen Eisreinigung Goran Bezina in Überzahl erfolgreich.

EVZ in der Overtime 223 Sekunden in Überzahl

Der EVZ verpasste seinerseits zunächst eine in die Verlängerung überlappende Überzahlphase (in der Overtime noch 103 Sekunden vier gegen drei) die Entscheidung. Bei einer weiteren Zuger Überzahl in der zweiten Hälfte der 20 minütigen Verlängerung vergaben die Zuger mehrere hochkarätige Chancen; Thomas Rüfenacht, Josh Holden und andere scheiterten in aussichtsreicher Position an Tobias Stephan, der sein Team mit total 14 Paraden in der Overtime ins Penaltyschiessen rettete.

In der regulären Spielzeit war das EVZ-Powerplay noch besser gewesen: Verteidiger Patrick Fischer traf in der 39. Minute in Überzahl zum 3:2. Bei Zug feierte Teamleader und Goalgetter Josh Holden nach rund dreiwöchiger Verletzungspause ein erfolgreiches Comeback mit dem zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer zum 2:2. Dritter EVZ-Torschütze war Captain Duri Camichel, der die Gastgeber in der 4. Minute mit 1:0 in Führung gebracht hatte.

Schussverhältnis: 53:33

Zug dominierte neben der Overtime auch in den ersten beiden Dritteln (29:12 Schüsse), Servette lediglich in den letzten 20 Minuten der regulären Spielzeit (11:7 Schüsse für die Gäste). Zug hatte sich nach dem Startdrittel allerdings statt mit einer Vorentscheidung aus der drückenden Überlegenheit (13:4 Schüsse) gegen mit einem 1:1 begnügen müssen. In der 16. Minute vereitelte Servette-Goalie Tobias Stephan mit Instinkt und Können gegen Paul Di Pietro und Sven Lindemann noch das sicher scheinende 2:0 für die Gastgeber. Und drei Minuten später fiel völlig entgegen dem Spielverlauf prompt der Ausgleich: Eric Walsky reagierte auf einen Abpraller von Zug-Goalie Jussi Markkanen am schnellsten.

Zu Beginn des Mitteldrittels kam es für den EVZ noch schlimmer; Daniel Rubin brachte die bis dahin dominiert gewordenen Genfer in doppelter Überzahl erstmals in Führung. Doch Zugs Geduld zahlte sich aus, die erneute Wende wurde noch vor Ablauf des Mitteldrittels realisiert.

Mit diesem Sieg kann der EV Zug am Donnerstag in Genf (Les Vernets, 20.15 Uhr, live SF2) das Halbfinal-Ticket lösen.

si/rem

Einen ausführlichen Matchbericht und Stimmen vom Spiel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.

Zug - Genf-Servette 4:3 (1:1, 2:1, 1:2, 0:0) n.P.

Bossard. – 6315 Zuschauer. – SR Reiber/Peer, Fluri/Müller. – Tore: 4. Duri Camichel (Fabian Lüthi, Di Pietro) 1:0. 19. Walsky (Paul Savary, Pothier) 1:1. 22. Rubin (Walsky, Bezina/Ausschlüsse Rossi, Damien Brunner) 1:2. 26. Holden (Sven Lindemann, Blaser) 2:2. 39. Fischer (Di Pietro/Ausschluss Walsky) 3:2. 58. Bezina (Pothier/Ausschluss Christen) 3:3. – Penaltyschiessen: Christen -, Rubin; Casutt 1:0, Toms 1:1; Damien Brunner 2:1, Walsky -; Metropolit 3:1, Flurin Randegger -. – Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Zug, 7mal 2 Minuten gegen Genève-Servette. – PostFinance-Topskorer: Metropolit; Toms.

Zug: Markkanen; Wozniewski, Fischer; Snell, Diaz; Chiesa, Blaser; Christen, Metropolit, Casutt; Damien Brunner, Holden, Fabian Schnyder; Sven Lindemann, Fabian Sutter, Rüfenacht; Fabian Lüthi, Duri Camichel, Di Pietro; Rossi.

Genf-Servette: Stephan; Vukovic, Bezina; Pothier, Mercier; Gobbi, Höhener; Toms, Berthon, Rubin; Walsky, Paul Savary, Salmelainen; Pivron, Trachsler, Flurin Randegger; Simek, Cadieux, Nicolet.

Bemerkungen: Zug ohne Corsin Camichel (krank) und Oppliger (verletzt), Servette ohne Breitbach, Rivera, Fritsche und Park (alle verletzt). – Pfostenschuss Holden (40.). – Servette ohne 57:27 bis 57:47 ohne Torhüter. – Timeouts: 57:21 Servette, 59:43 Zug.