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Zuger Reifeprozess

Die Zuger haben die Zweifel weitgehend zerstreut. Im Halbfinal gegen den HC Davos erbrachten sie den Nachweis, dass sie auch gegen Mannschaften mit weitaus mehr Talent und Substanz als Genève-Servette bestehen können.
Sven Aregger (Bild: Fllorian Arnold)

Sven Aregger (Bild: Fllorian Arnold)

Erstmals seit der Meistersaison 1997/1998 – und rechtzeitig zum 50-Jahr-Jubiläum – erreicht der EVZ damit den Playoff-Final.

Nach dem gewonnenen Viertelfinal gegen Servette war manch ein Anhänger des EVZ noch skeptisch. Der Triumph über die mit allen Bandagen kämpfenden, aber spielerisch limitierten Genfer lieferte kaum schlüssige Antworten auf die Frage, was wirklich in diesem EV Zug der Ausgabe 2016/17 steckt. Davos war daher der erste echte Gradmesser.

Für den Zuger Erfolg gibt es viele Gründe. Da wäre zum Beispiel die Nervenstärke und Kaltschnäuzigkeit in wichtigen Momenten. Oder der überragende Goalie Tobias Stephan, das meist vorzügliche Über- und Unterzahlspiel und auch das notwendige Scheibenglück. Bemerkenswerter ist allerdings, wie diese Mannschaft gereift ist. Nach den enttäuschenden Playoffs in den vergangenen zwei Saisons hat sie eine Jetzt-erst-recht-Mentalität entwickelt. Eine grimmige Entschlossenheit, aus dem Mittelmass der Nationalliga A herauszutreten und den grossen Klubs Paroli zu bieten. Das ist nicht mehr der leichtgewichtige EV Zug aus dem Vorjahr, der an guten Tagen die Eishockey-Schweiz mit seinem spektakulären Offensivspiel verzückte, aber beim ersten Gegenwind in den Playoffs umknickte – so geschehen in den letzten Playoff-Viertelfinals gegen den HC Lugano.

Das ist jetzt ein EV Zug, der spielerisches Können mit Durchsetzungsvermögen vereint, der die mentale Stärke zu einer Tugend macht, der über die Moral eines Winnerteams verfügt. Und der sich durch nichts und niemanden von seiner Vorstellung, wie erfolgreiches Eishockey funktionieren kann und soll, abbringen lässt.

Dieser Reifeprozess beschert der Mannschaft von Harold Kreis nun das finale Duell gegen den SC Bern. Der SCB ist zweifellos eine grosse Hürde. Als Titelverteidiger und Qualifikationssieger kommt ihm die klare Favoritenrolle zu. Einem SCB in Bestform ist schwer beizukommen. Aber der EV Zug muss sich in der aktuellen Verfassung nicht verstecken.

Die Serie gegen den HC Davos könnte ein Vorgeschmack sein auf das, was Eishockey-Liebhaber im Final erwartet: ein spektakulärer, temporeicher Kampf auf Biegen und Brechen. Helfen werden den Zugern die Erfahrungen aus dem Halbfinal. Denn wer einen hartnäckigen und unerschrockenen HC Davos in die Knie zwingen kann, ist auch dazu fähig, dem grossen SC Bern wehzutun – und damit die letzten Skeptiker zu überzeugen.

Sven Aregger, Sportredaktor

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

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