EV Zug und HC Lugano: Zwei Teams, die sich genau kennen

Sieben Mal hat der EVZ in Meisterschaft und Cup gegen Lugano gespielt, vier Partien konnten die Zuger gewinnen. Vor dem Playoff-Viertelfinal ist die Zuversicht gross. Captain Raphael Diaz, das in den Special Teams der Schlüssel zum Erfolg liegt.

René Barmettler
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Zug-Verteidiger Raphael Diaz (links) im Duell mit Luganos Stürmer Maxim Lapierre. Bild: Pablo Gianinazzi/Keystone (Lugano, 1. März 2019)

Zug-Verteidiger Raphael Diaz (links) im Duell mit Luganos Stürmer Maxim Lapierre. Bild: Pablo Gianinazzi/Keystone (Lugano, 1. März 2019)

Die Zuger Verteidiger Raphael Diaz und Dominik Schlumpf sowie der Stürmer Dario Simion sind sich einig: Überraschen kann man Lugano nicht mehr. Zu genau kennen sich die Kontrahenten des kommenden Playoff-Viertelfinals aus Meisterschaft und Cup. 6:5, 4:3, 1:0, 4:0, 3:4, 0:3 und 3:5 lauteten die Ergebnisse aus Sicht der Zentralschweizer. Die Tendenz spricht nicht für sie, aber die letzten Begegnungen waren auch dadurch geprägt, dass die Tessiner bis zuletzt um einen Playoff-Platz kämpfen mussten.

Während die Zuger Probleme bekundeten, die Konzentration hoch zu halten, spielten die Luganesi im Playoff-Modus. Und da liegt eben die Gefahr, dessen ist sich Captain Diaz bewusst. Er machte mit seinem Team im letzten Frühjahr die schmerzhafte Erfahrung, als Qualifikationszweiter gegen die ZSC Lions, den Siebten und späteren Meister, im Viertelfinal zu scheitern. «Jeder Moment in den Playoffs kann entscheidend sein. Wir haben im zweiten Spiel ein 1:4 aufgeholt und verpassten es, das Momentum auf unsere Seite zu ziehen. Danach ist der ZSC durch die weiteren Spiele geflogen», erinnert sich Diaz, der nach seiner Rückkehr aus der NHL nun seine dritten Playoffs mit den Zugern spielen wird.

Schreckmoment um Diaz

Der 33-Jährige beunruhigte am letzten Montag das Zuger Publikum, weil er gegen Fribourg-Gottéron (2:3 n. P.) nach bloss knapp fünf Minuten Eiszeit nicht wieder auftauchte. Über die Art der Verletzung wurde nichts bekannt, so kurz vor den Playoffs wird darüber nicht kommuniziert. Der Gegner soll so nicht auf eine mögliche, nicht ganz verheilte Schwachstelle aufmerksam gemacht werden. Diaz trainierte am Donnerstag und wird wohl am Samstag beim Heimauftakt mittun können. Der Verteidiger ist mit 12 Treffern und 19 Vorlagen in der Meisterschaft der drittproduktivste Skorer im Team. Der Schlüsselspieler sagt: «Das Über- und Unterzahlspiel wird in dieser Serie ausschlaggebend sein.» 43 Powerplay-Tore hat der EV Zug in den vergangenen 50 Spiele erzielt, das ist Liga-Bestwert, während Lugano mit nur 26 Goals in Überzahl reüssieren konnte. Ein ähnliches Bild zeigt die Statistik in Unterzahl: Zug kassierte 29, Lugano 42 Tore. Zug hat also deutlich mehr Qualitäten bei den Special Teams. Auch deshalb, so Diaz, müsse Zug sein System nicht verändern. «Viele Automatismen greifen, wir müssen möglichst viel schiessen und zu Chancen kommen.»

Obwohl Zug zuletzt nicht immer überzeugte, ist sich Dominik Schlumpf sicher, «dass wir viel Selbstvertrauen mitnehmen werden. Wir müssen unser Spiel durchziehen, wie wir es mehrheitlich in der Qualifikation getan haben. Lugano hat viel Talent, es kann schnell von Defensive auf Offensive umschalten. Deshalb ist es wichtig, dass wir unser Tempo-Hockey spielen werden.» Dass die Zuger ihre Bestform nicht wieder finden könnten, befürchtet der 28-Jährige nicht. «Wir wissen, dass wir eine gute Saison gespielt haben, auch wenn wir zuletzt nicht immer alles richtig machten.»

Seine ersten Playoffs mit den Zugern spielt Stürmer Dario Simion (24). Für den Tessiner sind die Partien gegen Lugano etwas Spezielles, er hat von 2010 bis 2014 dort gespielt. «Lugano spielt vor beiden Toren sehr aggressiv, da braucht es jedes Mal hundertprozentigen Einsatz von uns.» Das Wissen über den Gegner ist also bei allen Spielern vorhanden, nun sollten die Zuger die Leistung auch in den Playoffs auf das Eis bringen.

Viertelfinals (best of 7). 1. Runde. Samstag, 20.00: Bern (1.) – Genève Servette (8.). Zug (2.) – Lugano (7.). Lausanne (3.) – SCL Tigers (6.). Biel (4.) – Ambri-Piotta (5.). – Weitere Spiele: Dienstag, 12. März; Donnerstag, 14. März; Samstag, 16. März. Eventuell: Dienstag, 19. März; Donnerstag, 21. März; Samstag, 23. März.

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