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Ex-FCL-Torhütertrainer Swen König tüftelt in Kriens am Schweizer Goaliespiel

Das U21-Nationalteam bestreitet in Kriens Testpartien gegen Kroatien und Italien. Mit dabei ist der ehemalige FCL-Goalietrainer Swen König, der zuständig für die Nachwuchs-Nationaltorhüter ist. Zu diesen zählt mit Loïc Jacot auch ein Luzern-Keeper.
Daniel Wyrsch
Swen König (mit roter Jacke) trainiert auf dem Krienser Kunstrasen die U21-Torhütertalente. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 20. März 2019)

Swen König (mit roter Jacke) trainiert auf dem Krienser Kunstrasen die U21-Torhütertalente. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 20. März 2019)

Swen König hat sich in den letzten fünf Jahren einen Namen als Torhütercoach beim FC Aarau und FC Luzern gemacht. So hat der 33-jährige Wahl-Luzerner im letzten Jahr Jonas Omlin (25) beim FCL den letzten Schliff gegeben, um in der Super League ein Toptorwart zu sein. König meint dazu bescheiden: «In erster Linie hat der Athlet Jonas Omlin Fortschritte erzielt.» Danach ergänzt der gebürtige Aargauer, dass er sich bei Omlin «extrem mit dem Goaliespiel auseinandersetzte und jedes Detail anschaute. Ich habe diese Arbeit sehr gerne gemacht.» Das Duo Omlin/König harmonierte.

Doch nach nur einer Saison war die befruchtende Zusammenarbeit zu Ende: Omlin wechselte zum FC Basel, König erhöhte sein Arbeitspensum beim Verband von 20 auf 100 Prozent. «Den Entscheid fällte ich nicht gegen den FCL, sondern für die neue Tätigkeit», sagt König.

Drei Bereiche für den SFV-Torhütercoach

Beim Schweizerischen Fussballverband (SFV) hat er «einen sehr interessanten und spannenden Vollzeitjob» gefunden. Die Aufgabe ist in drei Bereiche aufgeteilt: Goalietrainer der Nachwuchs- und Auswahlteams, Mitwirkung in der Ausbildung für Torwarttrainer, sowie die Betreuung im Bereich Torhüter bei 7 der 14 Leistungszentren und Partnerschaften. Für die andere Hälfte ist Patrick Foletti, der Torhütertrainer der A-Nationalmannschaft, zuständig. Der 44-jährige Tessiner stand übrigens wie König einst ebenfalls beim FCL zwischen den Pfosten.

Obwohl das Scheinwerferlicht für den Coach von Jonas Omlin bestimmt etwas greller ist, vermisst König die öffentliche Wahrnehmung kaum. «Am Rampenlicht bin ich nicht sehr interessiert, meine Arbeit begeistert mich unter anderem, weil ich tüfteln, Ideen und Spiellösungen für unsere Goalies entwickeln kann. Patrick Foletti und mir gibt der Verband viele Möglichkeiten, um an den verschiedenen Goalieaufgaben zu feilen.»

Illustres und unter­schiedliches Trio für das Tor

Freude bereiten König in dieser Woche die Trainings auf dem topmodernen Kunstrasen in Kriens. Das liegt einerseits an den «hervorragenden Bedingungen im Stadion Kleinfeld und den offenen und hilfsbereiten Leuten», andererseits an seinem fleissigen, illustren wie unterschiedlichen Torhüter-Trio. Dazu gehört der Genfer Anthony Racioppi (20), der schon früh seinen Jugendverein CS Chênois in Richtung Olympique Lyon verliess. Sowie der schweizerisch-deutsche Doppelbürger Philipp Köhn (20) mit Vergangenheit im Nachwuchs von Schalke 04, dem VfB Stuttgart und von RB Leipzig. Seit dem vergangenen Sommer gehört er RB Salzburg an. Das Trio komplettiert der FCL-Neuenburger Loïc Jacot (19). Swen König fasst zusammen: «Die Zusammenarbeit erachte ich als besonders spannend, da alle drei Torhüter verschiedene Merkmale aus anderen Ausbildungsphilosophien aufweisen: Anthony Racioppi aus der französischen, Philipp Köhn aus der deutschen und Loïc Jacot aus der schweizerischen. Trotzdem haben wir den gemeinsamen Nenner bereits gefunden.»

König stellt klar, dass die Goalieausbildung in der Schweiz nicht weniger hoch gewertet werden müsse wie jene in Frankreich oder Deutschland.

Jacot mit entschlossener Einstellung

Das zeigt der Erfolg der Schweizer Torhüter in der Bundesliga mit Yann Sommer (Gladbach), Roman Bürki und Marwin Hitz (beide Dortmund), Yvon Mvogo (RB Leipzig) und Gregor Kobel (Augsburg). Swen König sagt denn auch, dass eines seiner hochgesteckten Ziele sei, «vielleicht den nächsten Yann Sommer zu begleiten und für das A-Nationalteam aufzubauen».

Beim Thema FCL stellt König fest, nicht mehr in den Tagesbetrieb hineinsehen zu können. Dass sich mit David Zibung der 35-jährige Teamsenior in der ­Saison 1 nach Jonas Omlin durchgesetzt hat, überrascht ihn nicht. «Dave hat sich die Nummer 1 wahrscheinlich verdient, weil er den Hunger und Ehrgeiz immer behalten hat.» Die unbefrie­digende Ersatzsituation von Mirko Salvi (25) schätzt er so ein: «Natürlich macht er eine schwierige Phase durch, doch ich bin mir sicher, dass die zuständigen Personen die Lage evaluieren werden und eine für alle Parteien zufriedenstellende Lösung ab Sommer gefunden wird.»

Ob Loïc Jacot schon so weit ist, um in der Super League zu bestehen, darauf will sich König nicht festlegen. «Die Situation beim FCL scheint ihn nicht stark zu beschäftigen, im Training des U21-Nationalteams macht Loïc Jacot einen sehr frischen und aufnahmefähigen Eindruck.»

Krienser Testspiele als Start für EM-Qualifikation 2021

König ist gespannt auf die Testspiele in Kriens – am Freitag (19 Uhr) mit der U21 gegen Kroatien und am Montag (19 Uhr) gegen Italien. Nach der verpassten EM-Qualifikation will die U21-Nationalmannschaft von Trainer Mauro Lustrinelli ab September ein Ticket für die Europameisterschaft 2021 in Ungarn und Slowenien holen.

Und Torhütertrainer Swen König hofft, dass aus seinem Goalietrio der eine oder andere bald in einem Verein spielt, «wo er zu Spielpraxis in einer beachteten Profiliga kommt».

Denn um auf internationalem Spielniveau bestehen oder glänzen zu können, sind für U21-Torhüter regelmässige Einsätze unverzichtbar.

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